Hepar Sulfuris: Das homöopathische Arzneimittelbild

Mittelherkunft und arzneiliche Wirkung von Hepar Sulfuris

Als Hepar sulphuris calcareum (Hepar sulf.) wird die kalkhaltige Schwefelleber bezeichnet, die Hahnemann einst in die Materia medica einführte. Zur Herstellung des Mittels werden zu gleichen Gewichtsanteilen einerseits Schwefelblumen (feinster, reiner Schwefel) verwendet, andererseits das Innere von Austernschalen (die weiße Innenschicht). Geprüft wurde Hepar sulphuris von Hahnemann und Allen.

von: René Gräber, Heilpraktiker und Gesundheitspädagoge

Kern des Mittels

Hepar-Sulfuris-Patienten gelten nicht nur aufgrund ihrer permanenten Unzufriedenheit und ihrer Streitlust als unangenehme Zeitgenossen. Sie sind extrem leicht reizbar und reagieren schnell verärgert, was in Jähzorn und Gewalttätigkeit münden kann. Dabei sind es eigentlich sensible Menschen von zartem Gemüt, die z. B. sehr kälteempfindlich und oft niedergeschlagen sind. Als Grund für die Ausbrüche kommen ihre Beschwerden und die teils heftigen Schmerzen ebenso in Betracht wie die generelle Abneigung gegenüber anderen.

Die massiven Redaktionen des Hepar-Sulfuris-Patienten, der in seiner Wut leicht schon mal Gegenstände zerstört, stehen sinnbildlich für den zerstörenden Charakter und die Wirkweise des homöopathischen Mittels.

Hepar Sulfuris kämpft vor allem gegen Fremdkörper, die es durch Vereiterung abzustoßen versucht. In dieser Eigenschaft eignet sich das Mittel insbesondere bei Infekten und Entzündungen. Um den Zustand des Patienten nicht zu verschlimmern, sollte Hepar Sulfuris jedoch nicht zu Beginn der Erkrankung verabreicht werden, sondern erst zu einem späteren Zeitpunkt.

Mögliche Symptome

  • Empfindlichkeit gegen jede Art von Kälte bei gleichzeitigem Schwitzen
  • Frieren
  • Erkältungen, Grippe, Angina
  • leichte Fiebrigkeit
  • Neigung zu (sehr schmerzhaften) Entzündungen und Wundinfektionen
  • lokale Entzündung von Lymphdrüsen
  • Abszesse und Furunkel
  • Eiterbildung
  • Fieberbläschen und Gerstenkörner
  • Feigwarzen
  • ausgeprägte Schmerz- und Berührungsempfindlichkeit
  • Neuralgien
  • stechende, splitterartige Schmerzen (z. B. im Hals - Halsschmerzen)
  • Husten durch Kälte oder Zugluft
  • schleimiger, rasselnder Husten, oft lange andauernd
  • Atemnot und Erstickungsgefühl (auch mit Erbrechen)
  • Heiserkeit
  • Schleimhautabsonderungen, z. T. massiv und unangenehm riechend
  • Schwitzen bei geringster Anstrengung
  • säuerlich riechender Schweiß
  • starker übel riechender Weißfluss (bei Frauen)
  • Verlangen, sich zu bedecken bzw. einzuhüllen (vor allem an schmerzenden Stellen)

Besserung bringen…

  • Wärme und Hitze
  • feuchtes bis feuchtwarmes Wetter
  • warmes Zudecken und Einhüllen
  • Bedecken des Kopfes
  • warme Getränke
  • wärmende Umschläge
  • Inhalieren von heißem Dampf
  • Ruhe

Verschlechterung bringen…

  • Kälte
  • partielles Kältegefühl
  • kalte Getränke
  • kalte, trockene Luft (auch Wind)
  • Zug
  • Entblößen von Körper oder Körperteilen
  • Temperaturwechsel
  • Nachtstunden
  • Winter
  • Geräusche und Lärm
  • Berührung
  • Liegen auf der betroffenen Seite
  • Anstrengung

 

Dieser Beitrag wurde letztmalig am 24.07.2012 aktualisiert

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