Hepar Sulfuris: Das homöopathische
Arzneimittelbild
Mittelherkunft und arzneiliche Wirkung von Hepar Sulfuris
Als Hepar sulphuris calcareum (Hepar sulf.) wird die kalkhaltige Schwefelleber bezeichnet, die Hahnemann einst
in die Materia medica einführte. Zur Herstellung des Mittels werden zu gleichen Gewichtsanteilen einerseits
Schwefelblumen (feinster, reiner Schwefel) verwendet, andererseits das Innere von Austernschalen (die weiße
Innenschicht). Geprüft wurde Hepar sulphuris von Hahnemann und Allen.
Kern des Mittels
Hepar-Sulfuris-Patienten gelten nicht nur aufgrund ihrer permanenten Unzufriedenheit und ihrer Streitlust als
unangenehme Zeitgenossen. Sie sind extrem leicht reizbar und reagieren schnell verärgert, was in Jähzorn und
Gewalttätigkeit münden kann. Dabei sind es eigentlich sensible Menschen von zartem Gemüt, die z. B. sehr
kälteempfindlich und oft niedergeschlagen sind. Als Grund für die Ausbrüche kommen ihre Beschwerden und die teils
heftigen Schmerzen ebenso in Betracht wie die generelle
Abneigung gegenüber anderen.
Die massiven Redaktionen des Hepar-Sulfuris-Patienten, der in seiner Wut leicht schon mal Gegenstände zerstört,
stehen sinnbildlich für den zerstörenden Charakter und die Wirkweise des homöopathischen Mittels.
Hepar Sulfuris kämpft vor allem gegen Fremdkörper, die es durch Vereiterung abzustoßen versucht. In dieser
Eigenschaft eignet sich das Mittel insbesondere bei Infekten und Entzündungen. Um den Zustand des Patienten nicht
zu verschlimmern, sollte Hepar Sulfuris jedoch nicht zu Beginn der Erkrankung verabreicht werden, sondern erst zu
einem späteren Zeitpunkt.
Mögliche Symptome
- Empfindlichkeit gegen jede Art von Kälte bei gleichzeitigem Schwitzen
- Frieren
- Erkältungen, Grippe, Angina
- leichte Fiebrigkeit
- Neigung zu (sehr schmerzhaften) Entzündungen und Wundinfektionen
- lokale Entzündung von Lymphdrüsen
- Abszesse und Furunkel
- Eiterbildung
- Fieberbläschen und Gerstenkörner
- Feigwarzen
- ausgeprägte Schmerz- und Berührungsempfindlichkeit
- Neuralgien
- stechende, splitterartige Schmerzen (z. B. im Hals - Halsschmerzen)
- Husten durch Kälte oder Zugluft
- schleimiger, rasselnder Husten, oft lange andauernd
- Atemnot und Erstickungsgefühl (auch mit
Erbrechen)
- Heiserkeit
- Schleimhautabsonderungen, z. T. massiv und unangenehm riechend
- Schwitzen bei geringster Anstrengung
- säuerlich riechender Schweiß
- starker übel riechender Weißfluss (bei Frauen)
- Verlangen, sich zu bedecken bzw. einzuhüllen (vor allem an schmerzenden Stellen)
Besserung bringen …
- Wärme und Hitze
- feuchtes bis feuchtwarmes Wetter
- warmes Zudecken und Einhüllen
- Bedecken des Kopfes
- warme Getränke
- wärmende Umschläge
- Inhalieren von heißem Dampf
- Ruhe
Verschlechterung bringen …
- Kälte
- partielles Kältegefühl
- kalte Getränke
- kalte, trockene Luft (auch Wind)
- Zug
- Entblößen von Körper oder Körperteilen
- Temperaturwechsel
- Nachtstunden
- Winter
- Geräusche und Lärm
- Berührung
- Liegen auf der betroffenen Seite
- Anstrengung
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