Hämorrhoiden (Hämoriden)

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Hämorriden können lästiges Nässen, Jucken, Brennen oder Bluten am Po und Schmerzen beim Stuhlgang verursachen. Unangenehme Probleme in der Tabuzone? Nicht aussitzen, sondern behandeln lassen!

Also gleich vorweg mal zwei Bemerkungen:

Bei der Rechtschreibreform hätte man die Schreibweise für Hämorrhoiden gleich ändern sollen. Die meisten schreiben nämlich Hämoriden - und die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass Sie diese Seite über Google auch so gefunden haben. Hämorrhoiden: machen Sie sich doch mal einen Spass und lassen das Ihre Freunde buchstabieren :-)

Damit sind wir bei Punkt zwei: Hämorrhoiden. Ein Thema über das ungern gesprochen wird. Es wäre einfacher, wenn alle die Symptome kennen würden, weil "Hämorrhoiden" hört sich besser an als "ich habe da Afterjuckreiz" oder ähnliches.... Auch wenn Sie Ihrem Arzt sagen, dass Sie möglicherweise Hämorrhoiden haben, weiß er schon, was er sich eventuell ansehen soll.

Kommen wir also zur Frage:

Was sind Hämorrhoiden?

Bei den knotenartigen Erweiterungen der venösen Blutgefäße im Analbereich (Corpus Cavernosum Recti), handelt es sich um blutgefüllte Ausbuchtungen in der Schleimhaut. Sie können (nicht sichtbar) innen vor dem Schließmuskel oder im äußeren Afterbereich liegen. Häufigkeit: ca. 50% der Erwachsenen!

Familiäre Belastungen, chronische Verstopfung, Abführmittel, Schwangerschaft und Bewegungsmangel führen zu dieser Erweiterung der Blutgefässe und zur Schwächung des Schließmuskels.

Lassen wir mal die Familie und die Schwangerschaft außen vor, so bleiben: Abführmittel, Verstopfung und Bewegungsmangel.

Häufigste Ursache der Verstopfung sind: Abführmittel, falsche Ernährung, Bewegungsmangel.

Hämorrhoiden Symptome

Meist gehen Hämorrhoiden mit Schmerzen beim Stuhlgang einher, mit Brennen, Juckreiz und Nässen. Hin und wieder treten leichte, hellrote Blutungen auf, die dann auf dem Stuhl oder am Toilettenpapier zu sehen sind.

Die meisten denken bei diesen Symptomen an "Hämorrhoiden" - aber: Blutungen aus dem After müssen immer durch einen Arzt abgeklärt werden. Sie können auch durch ernstere Erkrankungen wie einen Tumor verursacht sein. Da brauchen wir uns über Alternativen gar nicht weiter unterhalten...

Übrigens stellt sich die Frage welchen Arzt man aufsuchen soll. Nun: in das Gebiet der Hauterkrankungen gehören die Hämorrhoiden nicht wirklich - eher zu den Internisten. Die Chirurgen (speziell Proktologen) kümmern sich auch darum, aber die gehen das Problem natürlich mit einem Skalpell an.

Was tun bei Hämorrhoiden?

Die Blutgefäße entlasten

Wer viel sitzt, sich zu wenig bewegt, zu viel wiegt und zudem häufig unter Verstopfung leidet, bringt entscheidende Voraussetzungen für die Entstehung von Hämorrhoiden, sowie deren Fortschreiten mit! Der hohe Druck auf die zartwandigen Blutgefäße lässt diese nämlich weiter aussacken.

Alkohol, Kaffee und Nikotin begünstigen ebenso die krankhafte Erweiterung der Venen!

Pressen bei der Stuhlentleerung schädigt die Venen zusätzlich.

Deshalb ist ballaststoffreiche Ernährung - vor allem faserreiches Gemüse - wichtig. Sie fördert regelmäßigen Stuhlgang und bewirkt weichen Stuhl.

Also: mehr Obst und Gemüse!

Der tägliche Verzehr von 3 - 4 getrockneten Feigen oder Weizenkleie hält den Stuhlgang weich und regt die Verdauung an: 3 - 6 gehäufte EL Weizenkleie (z.B. in Joghurt verrührt) werden über den Tag verteilt gegessen. Dazu muss man unbedingt viel trinken!

Ausdauersport hilft dabei um Körpergewicht zu reduzieren, was die Venen belastet. Außerdem aktiviert Bewegung den Darm und regt auf diese Weise die Verdauung an. Darüber hinaus stärkt regelmäßig betriebener Sport wie Fitnesstraining, Gymnastik, Schwimmen oder Wandern die Beckenmuskulatur, wodurch der Darm ebenfalls unterstützt wird.

Psychische Anspannung wirkt sich auch auf den Darm aus! Verstopfung, ist nicht selten eine Folge von Stress. Auch hier kann Sport für Ausgleich sorgen. Mit Hilfe von Entspannungsübungen lassen sich psychische Belastungen abbauen. Wenn Sie sowieso unter Stress leiden, können Sie versuchen

a) den Tag und Ihre Zeit zu organisieren
Die meisten versuchen nämlich in der zur Verfügung stehenden Zeit zu viel erledigen zu wollen. Hier ein Tipp: Machen Sie sich abends vor dem schlafen eine Liste mit den Dingen, die am nächsten Tag zu erledigen sind. Schreiben Sie Nummern davor in welcher Reihenfolge was erledigt wird. Wichtigstes zuerst.

b) Lernen Sie ein Entspannungsverfahren. Ich empfehle: schauen Sie mal bei Ihrer Volkshochschule vorbei. Die bieten immer solche Kurse an.

Naturheilkunde und Alternative Medizin bei Hämorrhoiden

Die Pflanzenheilkunde bietet bei Hämorrhoiden Mittel, die Erleichterung verschaffen.

Die Heilpflanzen Hamamelis, Mäusedorn, Rosskastanie und Steinklee wirken antientzündlich, blutungs- und juckreizstillend sowie schmerzlindernd. Entsprechende Präparate gibt es sowohl zur inneren als auch zur äußeren Anwendung. Tropfen, Salben, Zäpfchen und Konzentrate für Umschläge sind in der Apotheke erhältlich.

In der Naturheilpraxis kommt deshalb meist eine "Kombinationstherapie" vor:

Aus der Homöopathie: das Komplexmittel Hamamelis oplx. von der Fa. Madaus: 3 x täglich 20 Tropfen vor dem Essen in etwas Wasser.

Dazu ein Lebertee oder ein Mariendistelpräparat. Von "alten" Naturheilkundigen findet man immer wieder die Hinweise ein Lebermittel zu geben. Ich muss sagen, dass dies für die meisten Patienten auch stimmt.

Ernährung: vor allem nach 17.00 Uhr kein Fett mehr. Die Pommes und die Chips am Abend sind somit gestrichen.

Massnahmen zu "weicherem Stuhlgang", wie ich es weiter oben schon beschrieben habe.

Wasserheilkunde lindert zusätzlich Beschwerden: Wie bei Erkrankungen im Haut- und Schleimhautbereich hilft auch bei Hämorrhoiden Wasser in verschiedenen Anwendungsformen.

Nach jeder Stuhlentleerung soll man die Analgegend möglichst kalt abduschen oder kalt abwaschen. Hygiene ist bei Hämorrhoiden besonders wichtig, um Infektionen zu vermeiden.

Warme Sitzbäder, die zweimal täglich etwa 20 Minuten lang durchgeführt werden, wirken antientzündlich, sowie schmerz- und juckreizlindernd. Dem Badewasser kann Eichenrinde beigegeben werden, die gegen Entzündungen wirkt: 2 gehäufte EL gießt man mit 1 Liter kaltem Wasser auf; 10 Minuten kochen, dann durch ein Sieb abseihen.

Unterkörper- und Leibwaschungen nach Kneipp regen den Darm und damit die Verdauung an. Wie man das macht, habe ich hier beschrieben: Pfarrer Sebastian Kneipp Kur und Lebensordnung. Am Ende des Artikels über Kneipp finden Sie viele Tipps, wie man das mit Waschungen, Bädern und Badezusätzen umsetzt.

Aber das Wichtigste: BEWEGUNG und ERNÄHRUNG!

Und: bei Blutungen zum Arzt!

Dieser Beitrag wurde letztmalig am 18.10.2011 bearbeitet.