Schnupfen - Rhinitis: Symptome - Verlauf und Therapie

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Schnupfen (Rhinitis)

Man unterscheidet beim Schnupfen oder der Rhinitis in verschiedenen Erkrankungsformen:

die akute Rhinitis
die allergische Rhinitis
die Rhinitis chronica (hypertrophische Rhinitis)
die atrophische Rhinits.

Der akute Schnupfen

Die häufigste der akuten Nasenerkrankungen (s.a. Hals-Nasen-Ohren), die durch das Anschwellen der Nasenschleimhaut, dem Abfluss von Nasensekret und eine Verstopfung der Nase gekennzeichnet ist, ist der akute Schnupfen. Dieser wird durch einen Virus verursacht, gegen den sich keine bleibende Immunität des menschlichen Körpers entwickelt. Der Befall der Nasenschleimhaut kann auch im Verlauf bakterieller Infektionen anderer Körperteile durch Pneumokokken, Streptokokken und andere Bakterienstämme (zum Beispiel Neisseria catarrhalis, corynebact. diphtheriee oder Haemoph. influenzae) auftreten.

Therapie

Ein akuter Schnupfen ist meist harmlos und verschwindet nach ein paar Tagen von selbst wieder. Unterstützend kann man die Nase mehrmals täglich mit Kochsalzlösung ausspülen; zu Abend empfiehlt sich die Gabe von lokal wirksamen, abschwellenden Nasensprays. Von einer häufigen oder regelmäßigen Gabe wird jedoch gewarnt; schnell kann es hier zu einer Abhängigkeit und sogar zu einer chronischen Rhinitis kommen. Als hilfreich hat sich auch vermehrtes Trinken erwiesen, da so das Nasensekret flüssig bleibt und schneller ablaufen kann. Bewegung an der frischen Luft feuchtet die Nasenhöhle an und stärkt das Immunsystem.

Der allergische Schnupfen

Die allergische Rhinitis ist eine Nasenerkrankung, die oft mit anderen Formen des Schnupfens verwechselt wird; sie ist jedoch entweder die Folge einer Überempfindlichkeit der Nasenschleimhaut gegen Allergene oder in Einzelfällen Ausdruck einer bestimmten Form einer vasomotorischen Störung (Regulationsstörung der Blutgefäße der Nasenschleimhaut).

Im letzten Fall schwillt die Nasenschleimhaut plötzlich (mit Juckreiz, Niesen und seröser Sekretion) als Reaktion auf zum Beispiel das Aufrichten des Körpers beim Aufstehen, die Einwirkung von Kälte oder kalter Zugluft oder emotionaler Störungen an. Solche Anfälle können vorübergehend sein, neigen jedoch zur Wiederkehr bei jeder erneuten Einwirkung des Stimulus.

Therapie

Beim allergischen Schnupfen können Nasensprays und Antihistaminika helfen. Der Kontakt mit den Allergenen sollte vermieden werden. Ähnlich wie bei dem akuten Schnupfen kann die Nase mit Meerwasser- oder Kochsalzlösung täglich mehrfach gespült werden.

Die Rhinits chronica

Der hypertrophische oder chronische Schnupfen ist durch die Verdickung der Nasenschleimhaut (Mukosa) und der Submukosa (Bindegewebe unterhalb der Schleimhaut) gekennzeichnet. Er verursacht eine Anschwellung der Nasenmuschel. Chronische Reizzustände beliebiger Art können dafür verantwortlich sein.

Zu den vielen Ursachen und begünstigenden Faktoren gehören wiederholte Infektionen oder oberen Luftwege, die Einwirkung schädlicher und reizender Gasen und Dämpfe, die chronische Sinusitis (Nasennebenhöhlenentzündung), der Verschluss der Nase durch Septumdeviation (Nasenscheidewandverkrümmung), Knochensporne oder Polypen und eine schlechte Nasenhygiene. Eine weitere häufige Ursache für eine Rhinits chronica ist der (dauerhafte) Missbrauch vasokonstriktorischer Nasentropfen.

Diagnostik

Um den hypertrophische Schnupfen von der akuten und allergischen Form der Rhinitis unterscheiden zu können, muss man folgenden Symptomen Beachtung schenken. Die Hauptbeschwerden sind eine behinderte Nasenatmung und eine ständig schleimige Absonderung von Nasensekret. Die anhaltende Verstopfung der Nase kann zu dauernder Mundatmung und damit zu trockenen Lippen, belegter Zunge und Pharyngitis (Halsentzündung) führen. Eine retronasale Absonderung (dicker, klumpiger Schleim, gegebenenfalls mit Blut durchmischt) und lästiges Kratzen im Hals sind häufige Symptome einer Rhinits chronica.

Konjunktivitis (Bindehautentzündung), Verlust des Geruchsinnes verbunden mit einer Veränderung des Geschmacksinnes sowie intermittierende Kopfschmerzen können vorhanden sein. Bei einer Rhinoskopie zeigen sich eine hypertrophische und gestaute Nasenschleimhaut und eine Anschwellung der unteren Nasenmuschel, manchmal mit polypenartigen Veränderungen. Ist die Nasenschleimhaut stark verdickt, so führt die Applikation eines Vasokonstriktors (Stoff, der an den Blutgefäßen einen Gefäßverengung auslöst) unter Umständen nur zu einer geringen oder gar keinen Abschwellung.

Therapie

Zunächst müssen alle zugrunde liegenden Erkrankungen ausgeschaltet werden. In besonders schweren Fällen kann versucht werden, durch eine Elektrokauterisation oder chemische Verätzung mit zum Beispiel einer 10% Silbernitratlösung oder flüssigem Phenol die Hypertrophie der unteren Nasenmuschel zu reduzieren und um das überschüssige Gewebe zum Schrumpfen zu bringen. Phenol hat zudem den Vorteil, die Nervenenden zu betäuben und macht so die Nase weniger schmerzempfindlich. In manchen Fällen kann eine operative Entfernung der hypertrophischen hinteren Enden und den unteren Ränder der unteren Nasenmuscheln notwendig sein.


Die atrophische Rhinitis

Beim atrophischen (Gewebeschwund der Nasenschleimhaut) Schnupfen zeigt sich eine fortschreitende Atrophie des Naseninneren mit Krustenbildung und in späteren Stadien mit schlechtem Geruch (Foetor) aus der Nase. Die Ursache ist bisher unbekannt. Im Verlauf der internasalen Atrophie verliert die oberste Epithelschicht (Hornhaut) ihre Zilien (Flimmerhaare) und wird in ein Plattenepithel umgewandelt, die die Drüsen der Schleimhaut zerstören. Die venösen Geflechte aus Gefäßen werden dann durch fibrotisches (krankhaftes Vermehren des Bindegewebes) Gewebe ersetzt. Das knöcherne Nasengewebe kann dabei schrumpfen (antrophieren).

Diagnostik

Bei einem atrophischen Schnupfen zeigen sich Symptome wie eine verstopfte Nase, oft verbunden mit einer Krustenbildung und nasalem Foetor. Auch die Trockenheit und Reizzustände in der Nase sowie eine Störung des Geruchsinns sind übliche Beschwerden. Die Patienten versuchen oft, die Absonderungen durch Räuspern, Spucken, und Naseschnauben zu entfernen, meist jedoch vergeblich. Bei einer Rhinoskopie erscheinen, trotz Klage über eine verstopfte Nase, die Nasengänge weit, mit Krusten oder Eiter auf einer glasigen, trockenen Schleimhaut. Als Differentialdiagnostik muss eine syphilitische Erkrankung oder eine chronische Sinusitis (Nasennebenhöhlenentzündung) in Betracht gezogen werden.

Therapie

Zunächst müssen alle schädlichen Primär- oder Begleiterscheinungen beseitigt werden. Um den schlechten Nasengeruch zu bekämpfen und die schädlichen Krusten zu beseitigen, sollten Betroffene die Nase zweimal täglich mit einer warmen Kochsalzlösung spülen. Dabei darf keine Flüssigkeit in die eustachiische Röhre gelangen. Daher sollte man die Nase nie hochziehen oder mit Gewalt ausschnauben.

Dieser Beitrag wurde letztmalig am 19.07.2012 aktualisiert