Oberschenkelschmerzen: Ursachen, Symptome und Therapie

Schmerzen im Bereich des Oberschenkels (Femur) können unterschiedliche Ursachen haben. In vielen Fällen liegt keine ernsthafte Erkrankung zugrunde, die sehr variable Qualität des Schmerzes kann jedoch für den jeweils Betroffenen eine unerträgliche Situation darstellen.

von: René Gräber - Heilpraktiker und Gesundheitspädagoge

Symptome

Gut zu diagnostizieren und therapieren ist die Verletzung am Oberschenkel. Vor allem durch sportliche Aktivitäten, aber auch Unfälle oder angeborene Fehlbildungen kann es zu reißenden, ziehenden, stechenden, klopfenden oder auch in weiter entfernte Regionen ausstrahlende Schmerzen kommen.

Zu den häufigsten Verletzungen zählen die Muskelzerrung - Muskelverletzungen (z.B. bei Fußballern) sowie der Muskelfaserriss (Bänderriss). Daneben können Stauchungen und Brüche starke Beschwerden verursachen.

In vielen Fällen liegt eine Beeinträchtigung der durch die Ober-schenkelmuskulatur verlaufenden Nerven (Nervus femoris, N. ischiadicus, N. cutaneus femoris lateralis, N. obturatorius und genitofemoralis) vor. Je nach betroffenem Nerv sind dabei auch weitere Körperregionen betroffen (z.B. beim Nervus ischiadicus der Unterschenkel bis hin zum Fuß).

Akut einsetzende Schmerzen (in Kombination mit einer Rötung, Überwärmung und Schwellung) im Oberschenkel deuten auf einen (eher selten im Vergleich zum Unterschenkel) Verschluss (Thrombose) der Beinvenen hin.

Die gestörte Durchblutung kann durch eine Bettlägerigkeit verursacht sein oder aber auf eine Erkrankung des Gefäßsystems hindeuten.

Rasches Handeln ist hier von hoher Bedeutung, da der Verschluss zu einer Mangelversorgung von Gewebe und einem letalen Ende führen kann. Mit zunehmendem Alter nehmen Spannung und Kraft der Muskulatur ab, so dass der Schmerz altersbedingt auftreten kann.

Daneben kommt auch ein Bandscheibenvorfall in Frage. Ein allein den Oberschenkel betreffender, chronischer Schmerz (länger als drei Monate andauernd) ist zu beobachten bei der Meralgia paraesthetica, bei der der Nervus cutaneus femoris lateralis lädiert ist (z.B. durch Operation im Hüftbereich, Entzündung, Einklemmung).

Der äußere Oberschenkel wirkt taub, zum Teil tritt ein brennender Schmerz auf, am Ansatz zur Hüfte lassen sich bei Druck Schmerzen auslösen (Triggerpunkte). Bei Läsion des Nervus obturatorius kommt es zu isolierten Oberschenkelschmerzen im Bereich der Innenseite.

Ursachen

Ursachen für die Läsion sind unter anderem ein Bandscheibenvorfall oder eine Beckenfraktur. Die Diagnostik nutzt die Anamnese (wann trat der Schmerz zum ersten Mal auf, wodurch verursacht, wie ist der Schmerz?), die körperliche Inspektion sowie auch die Palpation der betroffenen Region.

Bildgebende Verfahren wie Röntgen, CT, MRT und Szintigraphie dienen dem Ausschluss einer knöchernen Verletzung bzw. eines Gefäßverschlusses.

Muskelläsionen lassen sich durch eine Elektromyographie darstellen, Nervenschäden zum Teil sonographisch oder durch verschiedene Reiztests. Die notwendige Therapie richtet sich nach der Diagnose.

Therapie

Die Schmerzen sind meist medikamentös zu lindern (Analgetika, Antirheumatika). Verspannungen werden durch Relaxantien gelöst, Entzündungen mit antiphlogistischen Präparaten behandelt. Neben diesen akuten Maßnahmen bewährt sich vor allem die physikalische Therapie mit Massagen, Bewegungsübungen, Wärme- oder Kälteanwendungen und gezieltem Muskelaufbautraining.

Chronische Schmerzen bedürfen der weiterführenden Behandlung. Nervenschmerzen werden zum Teil durch Injektion eines Lokalanästhetikums reduziert (= Nervenblockade) bzw. wird der Nerv durch ein Gift vollständig lahmgelegt. Zum Teil muss operativ vorgegangen werden, um mögliche Quetschungen oder Einklemmungen zu lösen.

Ein Gefäßverschluss stellt immer eine sofortige Indikation für invasive Maßnahmen dar, um die Extremität zu erhalten.

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Dieser Beitrag wurde letztmalig am 19.07.2012 aktualisiert

René Gräber