Psoriasis Arthritis - Formen, Symtome, Diagnose und
Therapie
Die Psoriasis (Schuppenflechte) ist eine gutartige Autoimmunerkrankung, die sich in vielen verschiedenen Formen
darstellt.
Zu 85 Prozent liegt sie als Psoriasis vulgaris, die sich durch Veränderungen des Hautbildes (Schrunden,
Schuppen, Einrisse, Plaques) bemerkbar macht. Deswegen wird die Psoriasis oft auch als Hauterkrankung angesehen.
Eine Psoriasis Typ I beschreibt Erkrankungen zwischen dem zehnten und 20. Lebensjahr und ist gekennzeichnet
durch einen fulminanten, schubförmigen Verlauf sowie eine familiäre Häufung. Typ II weist einen wesentlich milderen
Verlauf auf, lässt keine familiäre Disposition erkennen und betrifft hauptsächlich Menschen zwischen dem 50. und
60. Lebensjahr.
Die arthritische Psoriasis (Psoriasis-Arthritis, Psoriasis arthropathica) ist die eher seltene
(manifestiert sich bei ca. sieben Prozent), rheumatische Form (chronisch-entzündlich) der Schuppenflechte. Die
Psoriasis Arthritis führt neben den typischen Anzeichen der Schuppenflechte auch zu einem Befall der Gelenke.
Die Erkrankung zeigt sich in der Typ-I-Variante, bei der es neben schweren Schüben auch zu beschwerdefreien
Perioden kommt. In Einzelfällen zeigt sich die arthritische Psoriasis auch als isolierte Form ohne Befall der
Haut.
Der genaue Zusammenhang mit der Psoriasis vulgaris sowie der Entstehungsmechanismus sind noch nicht geklärt,
jedoch scheinen hier, neben der familiären Disposition, ebenfalls Autoimmunprozesse verantwortlich zu sein. Für den
Ausbruch der Erkrankung sind zusätzlich bestimmter Trigger notwendig. Hierzu zählen unter anderem akute oder
chronische Entzündungen im Organismus, auslösende Medikamente, Infektionen (z.B. mit Bakterien) oder auch
psychischer und physischer Stress. Vermehrtes Übergewicht fördert ebenfalls die Entstehung.
Die arthritische Psoriasis wird in drei Formen unterschieden.
Die periphere Psoriasis arthropathica zeigt sich zum einen in der asymmetrischen Variante, bei
der vor allem kleine Gelenke der Zehen oder Finger schmerzhaft verändert und angeschwollen sind. Das klinische Bild
ähnelt der Gicht oder einem akuten Rheumaschub und betrifft beide Geschlechter gleichermaßen. Häufig ist auch das
Nagelbett betroffen, welches sich verformt, eindellt, rissig wird oder abhebt und zu einer Verbreiterung der
Finger- oder Zehenenden führt. Im Verlauf sind vermehrt die Augen durch Entzündungen von Bindehaut oder Iris
betroffen.
Zum anderen lässt sich die seltenere symmetrische Variante diagnostizieren, die hauptsächlich
größere Gelenke betrifft und ebenfalls zu Schäden im Augenbereich führt.
Neben der peripheren Form kommt es in sehr seltenen Fällen auch zu einer Ausprägung des axialen
Typs, bei dem die Wirbelsäule bis zum Beckenbereich (Iliosakralgelenke) durch Entzündungen betroffen ist.
Im langwierigen Verlauf steifen die Wirbelgelenke ein, wodurch das Erscheinungsbild sehr einem Morbus Bechterew ähnelt.
Die arthritische Psoriasis führt durch die hervorgerufenen Entzündungen zu schmerzhaften
Bewegungseinschränkungen im Bereich der verschiedenen Gelenke. Diese sind geschwollen, gerötet, überwärmt. Phasen
der Entzündung wechseln sich mit unterschiedlich langen Phasen der (zum Teil vollständigen) Beschwerdefreiheit ab.
Über einen langen Zeitraum gesehen führen die entzündlichen Prozesse jedoch zu einer zunehmenden Zerstörung, von
der das Gewebe, der Gelenkknorpel und der Gelenkknochen (osteoporotischer Umbau) betroffen sind. Daneben sind
häufig die für eine klassische Schuppenflechte typischen Hautveränderungen sichtbar.
Allgemein fühlen sich Betroffene häufig müde und erschöpft und spüren eine verminderte körperliche
Leistungsfähigkeit (Kraftverlust). Die morgendliche Steifigkeit ist weniger stark ausgeprägt als bei anderen
rheumatoiden Erkrankungen. Bei Befall der Wirbelsäule oder des Kreuzbeines können auch Beschwerden innerer Organe
hinzukommen (z.B. eingeschränkte Darmtätigkeit).
Die Diagnose der arthritischen Psoriasis ist, bedingt durch die Ähnlichkeit mit anderen Erkrankungen, meist nur
erschwert möglich. Häufig kommt es zu Fehlinterpretationen (Verwechslung mit Rheuma, Gicht
oder Morbus Bechterew).
Daher macht es durchaus Sinn die Abklärung durch einen Rheumatologen vornehmen zu lassen. Da bis heute
keine typischen Marker für die Erkrankung bestehen, liefern die Auswertung der Laborwerte und des Röntgenbildes nur
ungesicherte Erkenntnisse. Der Befall aller Gelenke z.B. eines einzelnen Fingers kann jedoch als typisch für die
Erkrankung angesehen werden.
Die Therapie erfolgt symptomatisch und dient der Linderung der Beschwerden sowie dem Einhalten der
Gelenkzerstörung. Hier werden hauptsächlich physikalische Therapien und krankengymnastische Übungen verordnet, die
ein Einsteifen unterbinden sollen.
Daneben werden in der Schulmedizin abschwellende, entzündungshemmende und schmerzlindernde Präparate eingesetzt.
Insgesamt zeigen die angewandten Maßnahmen Erfolge im Sinne einer Symptom-Unterdrückung, die zwar nicht zu
einer Heilung führen, aber die die eingeschränkte Lebensqualität der Betroffenen bessern können.
Eine aktuell laufende Studie untersucht Menschen mit einer arthritischen Psoriasis. Hier soll der Nachweis
erbracht werden, dass mehr Erkrankungsfälle als bisher diagnostizierten sieben Prozent vorliegen (unter anderem
durch Fehlinterpretationen). Die hierdurch gewonnenen neuen Erkenntnisse kommen auch gezielteren
Therapiemöglichkeiten zugute.
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