Hans-Heinrich Reckeweg

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Professor Dr. med. Hans-Heinrich Reckeweg (1905 -1986) wurde als Sohn eines Lehrers in Herford/Westfalen geboren.

Schon während seines Medizinstudiums beschäftigte er sich ständig mit pharmakologischen und toxikologischen Selbstversuchen, vorwiegend mit allopathischen Arzneimitteln, deren unerwünschte, damals noch nicht bekannte beziehungsweise unbeachtete Nebenwirkungen er später als solche identifizieren konnte. Aber auch homöopathische Arzneimittelprüfungen nahm er am eigenen Körper vor.

Als wissenschaftlicher Leiter einer bedeutenden Herstellerfirma biologischer Medikamente hatten seine Forschungen das Ziel: ein wissenschaftliches Fundament für die Denk- und Heilweisen der modernen Naturmedizin zu schaffen.

Das gelang ihm mit der Lehre von den Menschengiften (Homotoxinlehre), die auf den Erkenntnissen des Hippokrates (siehe dort) und der Homöopathie von Samuel Hahnemann aufbaut.

Reckewegs "Menschengiftlehre" ist gleichermaßen Schlusspunkt in der Geschichte der Naturmedizin wie zukunftweisender Beginn einer modernen Naturmedizin. Deshalb sollen nachfolgend die wichtigsten Aspekte seiner Lehre in komprimierter, allgemeinverständlicher Form dargestellt werden.

Alle Lebensäußerungen beruhen auf der Umsetzung chemischer Verbindungen, aus denen der Organismus besteht. Sie sind von entscheidender Bedeutung für Gesundheit und Krankheit.

Der menschliche Organismus ist ein genial konstruiertes Fließsystem: Stoffe strömen ein in Form von Nahrung, Atemluft usw., treten in Reaktion zu den Organen des Systems, verändern diese, werden selbst dabei verändert und verlassen schließlich wieder das System. Zuträgliche Stoffe verursachen keine Störungen, giftige Substanzen - Menschengifte / Homotoxine - lösen hingegen Abwehrmaßnahmen aus, die uns krankhaft erscheinen.

Krankheit ist also der Ausdruck eines Abwehrkampfes gegen innere und äußere Menschengifte. Ein natürlicher Zweckmäßigkeitsvorgang, der der Unschädlichmachung und Ausscheidung der Gifte dient. Gleichzeitig sind Krankheitssymptome Hilferufe des Körpers nach solchen Hilfsmitteln, die ihn in seinem Abwehrkampf unterstützen.

Diesen Abwehrkampf leisten die körpereigenen Abwehrsysteme: die humorale Abwehr (gegen Infektionen durch Bakterien, Protozoen, Viren) und die immunologische Abwehr (gegen Krebszellen und Zellgifte).

Das durch Menschengifte ausgelöste Geschehen im Organismus verläuft in sechs Phasen.

In der ersten, harmlosesten Phase werden die eingedrungenen Gifte relativ problemlos wieder ausgeschieden, durch Schleim, Auswurf, Durchfall usw.

In Phase zwei muß der Körper bereits Fieber erzeugen, um die Krankheitserreger »verbrennen« und mit dem Schweiß ausscheiden zu können.

In der dritten Phase schließlich kann er sie nicht mehr ausscheiden. Er muß sie an Stellen ablagern, wo sie ihm nicht unmittelbar gefährlich werden können, zum Beispiel in Gelenken, oder es entstehen Nieren- und Gallensteine.

In den Phasen vier bis sechs wird es dann dramatisch. In diesen Stadien ist die Abwehr so geschwächt, blockiert oder gar zusammengebrochen, dass sie schließlich der "Giftübermacht" erliegt. Wichtige Funktionen im Fließsystem sind geschädigt, wie die Zellatmung und der Fermenthaushalt. Die Erreger können daher direkt in die Zellen eindringen und dort ihr Zerstörungswerk beginnen.

Beim Entstehen dieser zellulären Phasen vier bis sechs spielen Schulmedizin und Pharmaindustrie eine verhängnisvolle Rolle. Anstatt nämlich die körpereigene Abwehr in ihrem Kampf gegen die Menschengifte sinnvoll zu unterstützen, greift die schulmedizinische Therapie mit Brachialgewalt in das Geschehen ein und versucht, die natürlichen Giftabwehrvorgänge massiv zu unterdrücken.

Die zwangsläufige Folge ist eine gefährliche Kettenreaktion! Da die eingedrungenen Schadstoffe weder entgiftet noch ausgeschieden oder abgelagert werden können, bleiben sie weiter wirksam und verursachen durch sogenannte Rückvergiftung neue und wieder andersgeartete Krankheitsbilder.

Aber nicht nur das. Mit der Verabreichung von Chemotherapeutika werden dem Körper auch noch zusätzliche Gifte zugeführt. Jedes chemische Medikament enthält ja meist sogar mehrere Giftstoffe, die nun dank einer geschwächten beziehungsweise blockierten Abwehr - ihre unheilvolle Wirkung voll entfalten können. Auf diese Weise entstehen die sogenannten iatrogenen, das heißt durch die ärztliche Behandlung verursachten Krankheiten. Ihr Charakter ist meist weit bösartiger als der des ursprünglichen Leidens.

Durch die rabiate Unterdrückung einer Grippe zum Beispiel können die Chemotherapeutika Magengeschwüre entstehen lassen, aus der Behandlung eines Handekzems kann eine Angina pectoris resultieren. Besonders dramatisch kann sich die Unterdrückung einer Mandelentzündung (Angina) mit Antibiotika und Sulfonamiden auswirken. In solchen Fällen können unter anderem schwere Rheumaformen, Nierenentzündungen, Asthma, Diabetes, Epilepsie, Schwachsinn, Arthrosen, Herzmuskel- und Leberschäden und schließlich Krebs die Folge sein.

Daraus ist grundsätzlich zu folgern:

Schulmedizin und Chemie können kurzfristig einen Zustand bewirken, den der Patient subjektiv als Heilung empfindet. In Wirklichkeit ist jedoch das Gegenteil geschehen: durch die Unterdrückung der natürlichen Zweckmäßigkeitsvorgänge und zusätzliche Giftschäden hat eine Verschiebung des Geschehens im Körper stattgefunden, und zwar von den »gutartigen« Phasen eins bis drei in die »bösartigen« Phasen vier bis sechs.

Die Gifte sind nicht ausgeleitet, sondern geradezu in die Zellen getrieben worden. Auf diese Weise entstehen die berüchtigten Therapieschäden, die zum chronischen Siechtum führen können.

Für die naturmedizinische Therapie gilt dagegen die Formel : »Heilung ist Freiwerden von Giften!«

Logischerweise steht dabei die totale Mobilisierung der körpereigenen Abwehrsysteme im Mittelpunkt. Indem man die natürlichen Funktionen anregt und stärkt, anstatt sie zu schwächen und zu blockieren, ist der entscheidende erste Schritt zur Heilung schon getan, zumal die dabei verwendeten biologischen Arzneipräparate keine chemischen Gifte enthalten und somit auch keine schädigenden Nebenwirkungen auslösen können.

In der Naturmedizin versteht sich der Arzt immer als Helfer der Natur und des von ihr geschaffenen »Fließsystems Mensch«. Er setzt seine Hilfe dort ein, wo sie nötig ist. Damit unterstützt er den natürlichen Heilungsprozess.

Durch die gezielte naturmedizinische Therapie wird ebenfalls eine Verschiebung der Giftlage im Körper erreicht, in diesem Fall jedoch in umgekehrter Richtung, nämlich aus dem Bereich der bösartigen zellulären Phasen vier bis sechs in den der gutartigen Giftausscheidungsphasen eins bis drei.

So ist ein plötzlich auftretender fieberhaft-entzündlicher Zustand während der Therapie auch kein Grund zur Beunruhigung für den Patienten, sondern vielmehr eine Heilreaktion.

Sie zeigt an, dass die Abwehr wieder funktionstüchtig und auf dem besten Weg ist, mit den eingedrungenen Menschengiften fertig zu werden. Sobald diese den Körper auf natürlichem Wege verlassen haben und die von ihnen verursachten Schäden durch eine gezielte Regeneration der betroffenen Organe behoben sind, ist der Patient gesund.

Methoden und Arzneimittel der modernen Naturmedizin sind also darauf ausgerichtet, den Körper im Abwehrkampf gegen Menschengifte zu unterstützen und so auf natürliche Weise das innere Gleichgewicht – sprich Gesundheit – wiederherzustellen. Dafür steht die Formel des Hippokrates: »Der Arzt kuriert – die Natur heilt!«

Dieser Beitrag wurde letztmalig am 24.07.2012 aktualisiert