Sebastian Kneipp

Die Lehre von Sebastian Kneipp beruht auf 5 Säulen: Wasser, Bewegung, Heilkräuter, Ernährung und Lebensordnung. Die Grundidee ist, den Körper abzuhärten und zu stärken, um gesundheitliche Probleme möglichst ohne schädliche Nebenwirkungen heilen zu können. Die Grundlagen der Wasserheilkunde übernahm er von Siegmund Hahn.

von: René Gräber, Heilpraktiker und Gesundheitspädagoge

1. Sebastian Kneipp und das Wasser

Die heilende Wirkung von Wasser war schon vor Sebastian Kneipp bekannt. Er hat sie aber berühmt gemacht und wesentlich verfeinert. Wer bei der Wasser-Kur nur an kaltes Wasser denkt - weit gefehlt! Die Wasserheilkunde nach Sebastian Kneipp differenziert in ca. 120 verschiedene Anwendungsformen und Möglichkeiten: hierzu gehören unter anderem die Güsse, Wickel und die Bäder.

2. Sebastian Kneipp und Bewegung

Sebastian Kneipp propagierte die Bewegung an der frischen Luft, um den Körper ausreichend mit Sauerstoff zu versorgen. Für ihn stand nicht die Leistung im Vordergrund. Damit war er bereits sehr modern, denn man weiß inzwischen, daß nur ein mildes Trainingsprogramm, welches die Ausdauer fördert und bei dem man nicht ausser Puste kommt, wirklich gesund ist und auch den Fettabbau fördert.

Geeignet sind alle „sanften“ Sportarten. Dazu gehören: Spazieren gehen, Wandern, radfahren, schwimmen, Gymnastik, Yoga, Tai chi, aber auch moderne Sportarten wie inline skating oder Fitness – Training oder Aerobic. Das wichtigste dabei: nicht einseitig belasten und sich mit Freude und ohne Überanstrengung bewegen.

3. Sebastian Kneipp und die Heilkräuter

Bei den Heilpflanzen sind es vor allem die mild wirkenden Pflanzen, für die Sebastian Kneipp eintrat. Wie zum Beispiel die Kamille, die Brennnessel oder die Melisse und das Zinnkraut. Bekannt geworden ist Kneipp vor allem durch seine sog. Wacholderbeerenkur.  

Er empfahl aber auch Kräuter für Tees, Bäder und Pflanzenfrischsäfte. Man könnte Kneipp nicht nur den Wasser-Doktor nennen, sondern auch genauso gut Kräuter-Pfarrer.

Sebastian Kneipp setzte Kräuter sowohl als Heilpflanzen als auch als Gewürzkräuter für Speisen ein. Beim Würzen der Speisen empfahl er die allseits bekannten heimischen Kräuter wie Schnittlauch und Petersilie zu verwenden und dafür auf Salz zu verzichten. Zudem wird durch die in den Kräutern enthaltenen Bitterstoffe die Verdauung angeregt.

4. Sebastian Kneipp und die Ernährung

Eine gesunde und ausgewogene Ernährung ist Voraussetzung für den Erfolg. Von entscheidender Bedeutung für die weitere Gesundheit ist das Wissen um die vorbeugende Wirkung richtiger Ernährung: Vollwertkost und Lebensmittel die naturbelassen sind; also keine Fertiggerichte, keine stark bearbeiteten, hoch erhitzten oder technisch verfeinerten Lebensmittel oder Lebensmittel mit künstlichen Zusätzen.

Die Nahrungsmittel sollten bevorzugt aus biologischem Anbau sein. Dazu möglichst viel frisches Obst und Gemüse der Jahreszeit entsprechend. Kneipp hat ausserdem Getreide einen sehr hohen Stellenwert eingeräumt. Was würde Kneipp wohl zu unseren „Fast-Food-Ketten“, Mikrowellen-Fertiggerichten und „Deckel auf – heiß Wasser drauf“-Nahrung sagen? Ich sage Ihnen meine Meinung: So schaufeln Sie sich Ihr Grab. Mit Messer und Gabel!

5.  Die Lebensordnung nach Sebastian Kneipp

Kneipp meinte damit die Art der Lebensgestaltung und des Lebensstils. Vor allem ein sinnvoller Wechsel zwischen Belastung und Entlastung, zwischen Bewegung und Ruhe, zwischen Wachen und Schlafen. So wie eine Waage, die im Gleichgewicht ist.

Dabei hilft eine weitgehend natürliche Lebensweise, bei der man sich möglichst häufig Reizen der Natur aussetzt wie: Licht, Luft, Wasser oder wechselnden Temperaturen. Dazu eignen sich heute auch verschiedene Entspannungstechniken wie autogenes Training, Yoga, Atemtherapie oder Qui Gong. Dies schafft ein Gegengewicht zu den künstlichen Reizen wie Lärm, Hektik, Streß oder der negativen Informationsflut, der wir täglich ausgesetzt sind.

Es geht auch um die sozialen Beziehungen, also den Umgang mit den Mitmenschen. Auch hier gilt das Gleichgewichtsprinzip. Es geht darum Harmonie mit seinem Umfeld anzustreben - vor allem in Familie oder Beruf.

Heilerfolge verbessern, oder gar Krankheiten verhindern spielt sich nicht nur auf der körperlichen Ebene ab. Ebenso wichtig ist die Pflege des inneren Gleichgewichtes, das Finden des eigenen Weges, das Schaffen einer eigenen Lebensordnung. Den Weg gehen, muss jeder Mensch selber. Ich helfe Ihnen gerne dabei.

Dieser Beitrag wurde letztmalig am 24.07.2012 aktualisiert