Panax Ginseng

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Das Wort Panax kommt aus dem Griechischen und setzt sich zusammen aus pan (=alles) und akomai (=ich heile).

Panax bedeutet folglich "ich heile alles". Panakeia hieß auch eine Tochter des griechischen Heilgottes Asklepios (oder auch Äskulap).

Man erzählt, die außerordentliche Schönheit wirke bei sämtlichen Männerkrankheiten als Heilmittel.

Der Eid des Hippokrates beginnt bekanntlich so:

"Ich schwöre bei Apollon dem Arzt und Asklepios und Hygieia und Panakeia und allen Göttern und Göttinnen, sie zu Zeugen anrufend, daß ich erfüllen will nach meinem Können und Urteil diesen Eid und diesen Vertrag."

Mit Panacea bezeichnet man ganz allgemein Kräuter, die als Allheilmittel gelten.

Ginseng leitet sich vom chinesischen jen oder ren ab (=Mensch), und shen (=Wurzel). "shen" ist auch Namensbestandteil vieler Arzneiwurzeln.

Panax Ginseng bedeutet also soviel wie "Allheilende Menschenwurzel"

Ihren ersten botanischen Namen erhielt die Panax Ginseng-Pflanze von dem deutschen Botaniker Theodor Nees von Esenbeck.

Er lieferte 1832 die erste wissenschaftliche Beschreibung des Ginseng und taufte ihn Panax schinseng var. coraiensis Nees.

Zehn Jahre später untersuchte Carl Anton von Meyer (1795 - 1855), damals Direktor des Botanischen Gartens in St. Petersburg, den Ginseng und nannte ihn fortan Panax ginseng C. A. Meyer.

Möglicherweise wußte er nichts von der Beschreibung durch Nees von Esenbeck. Jedenfalls setzte sich der Name Panax ginseng international durch.

Studien

Wenn man nach Studien zu Panax ginseng sucht, dann steht man vor der Qual der Wahl. Alleine in PubMed gibt es unter dem Stichwort „Ginseng“ fast 6600 Einträge. Wie es aussieht, ist das wissenschaftliche Interesse an Ginseng nicht gerade als gering zu bewerten. Die älteste in PubMed aufgeführte Veröffentlichung stammt aus dem Jahr 1948. Allerdings gibt es für die ganz „frühen“ Arbeiten keine Abstracts.

Dafür gibt es eine hilfreiche Kategorisierung der Veröffentlichungen seitens PubMed. Die meisten Arbeiten scheinen unter den Kategorien „Gedächtnis (memory)“, „Krebserkrankungen (cancer)“, „Diabetes“ und „Fatigue“ durchgeführt und veröffentlicht worden zu sein. Um auch hier die wesentlichen Aspekte darzustellen, stelle ich hier die neuesten Arbeiten dar, in der Annahme, dass die Ergebnisse älterer Arbeiten in die neuen mit eingeflossen sind.

Ginseng und Krebserkrankungen

Effect of ginseng polysaccharides and dendritic cells on the balance of Th1/Th2 T helper cells in patients with non-small cell lung cancer.

Diese Arbeit wurde mit 96 Patienten durchgeführt, die an einem nicht kleinzelligen Lungenkarzinom litten. Den Patienten wurde einmal die Woche mit Hilfe einer Thorakoskopie entweder Dendritische Zellen (Kontrollgruppe) oder Dendritische Zellen plus Ginseng Polysaccharide (Verumgruppe) verabreicht.

Die Autoren untersuchten vor und nach der 30-tägigen Behandlungsdauer die Zytokin-Konzentrationen von INF-gamma, IL-4, IL-2 und IL-5. Zudem wurde ein Fragebogen von den Patienten ausgefüllt, der die Lebensqualität ermitteln sollte.

Resultate: Die Konzentrationen von allen Th1-Zytokinen (INF-gamma und IL-2) in beiden Gruppen stieg im Verlauf der Behandlung signifikant an. Es ergab sich jedoch ein deutlich ausgeprägterer Anstieg in der Verumgruppe. Die Th2-Zytokine waren in der Kontrollgruppe signifikant höher als in der Verumgruppe.

Schlussfolgerung der Autoren: Die zusätzliche Behandlung mit Ginseng Polysacchariden hatte einen ausgeprägteren Effekt auf das Immunsystem der Patienten als die Gabe von Dendritischen Zellen alleine.

Wozu das Th1/Th2 System gut ist und was eine gestörte Immunbalance bewirken kann, das habe ich hier beschrieben: Die Th1 - Th2 Immunbalance - als Grundlage für die Therapie. 

Fermented red ginseng extract inhibits cancer cell proliferation and viability.

Diese Laborstudie untersuchte verschiedene Arten von Krebszellen – Brustkrebszellen, Leberkrebszellen und reprogrammierte Brustkrebszellen, die die Eigenschaften von Krebsstammzellen hatten. Die Zellen wurden unter verschiedenen Konditionen kultiviert. Gemessen wurde die Viabilität (Funktions- und Lebensfähigkeit) und Proliferation (Entwicklung und Teilung) der Zellen.

Resultate: Die Zellen, die in nicht fermentiertem Ginseng-Extrakt kultiviert worden waren, zeigten mit und ohne gleichzeitiger Gabe eines Chemotherapeutikums eine signifikante Beeinträchtigung von Viabilität und Proliferation aller Zellkulturen. Eine fermentierte Version des Extraktes zeigte darüber hinaus eine deutlich stärkere Wirksamkeit als der nicht fermentierte Ginseng-Extrakt. Dies betraf vor allem die reprogrammierten Brustkrebszellen, die Krebsstammzellen simulierten. Der fermentierte Extrakt verstärkte auch die Wirksamkeit des Chemotherapeutikums deutlicher als der nicht fermentierte Extrakt.

Schlussfolgerung der Autoren: Es ist anzunehmen, dass eine Behandlung mit fermentiertem Ginseng-Extrakt effektiver ist bei der Verringerung der Überlebensfähigkeit von Krebszellen, indem es zu einer Induktion von Apoptose und der Verhinderung der Entwicklung von sehr frühen Stadien der Differenzierung von Krebsstammzellen kommt.

Ginsenoside Rg3 induces apoptosis in human multiple myeloma cells via the activation of Bcl-2-associated X protein.

Diese Laborarbeit bestätigt noch einmal, dass ein spezifischer Inhaltsstoff von Ginseng beziehungsweise dessen Metabolit, Ginsenosid Rg3, zytotoxische Wirksamkeit besitzt. Die Substanz verhindert die Entwicklung und Teilung der Krebszellen und erhöhte die Apoptose-Rate, was zum endgültigen Untergang der Krebszellen führt.

Anti-breast cancer activity of Fine Black ginseng (Panax ginseng Meyer) and ginsenoside Rg5.

Wieder eine Laborstudie. Wieder das gleiche Ergebnis in Bezug auf die Wirksamkeit bei Brustkrebszellen. In dieser Arbeit zeigen die Autoren, dass die Wirksamkeit nicht auf einem Wirkmechanismus alleine beruht, sondern mindestens zwei Mechanismen gleichzeitig greifen. Zum einen werden für den Zellzyklus notwendige Proteine unterdrückt. Und zum anderen wird die Bereitschaft dieser Zellen für eine Apoptose heraufgesetzt. 

Protective Effects of Processed Ginseng and Its Active Ginsenosides on Cisplatin-Induced Nephrotoxicity: In Vitro and in Vivo Studies

Diese Arbeit konnte zeigen, dass Ginseng in der Lage ist, durch Cisplatin ausgelöste Nierenschäden zu verhindern. Die durch eine Hitzebehandlung entstandenen Metaboliten Ginsenosid Rg3, Rg5 und Rk1 verhinderten Nierenschäden durch eine Verminderung von Entzündungsprozessen und Einflussnahme auf die Apoptose. Daher glauben die Autoren, dass Ginseng in der Kombination mit Chemotherapeutika nicht nur eine verstärkte krebseliminierende Wirkung hat, sondern auch die sonst typischen Nebenwirkungen einer Chemotherapie abfedern hilft.

Panax notoginseng saponins (PNS) inhibits breast cancer metastasis.

Entartete Zellen, Tumore etc. sind bei einer Krebserkrankung nicht das eigentliche Problem. Sie werden erst dann zum Problem, wenn der Tumor anfängt „zu streuen“. Das heißt, dass Krebszellen vom Primärtumor abbrechen und in anderes Gewebe oder Organe abwandern und dort einen neuen Herd aufbauen. Diesen Vorgang nennt man Metastasierung und dient der Verbreitung der Erkrankung über den gesamten Organismus. Tumore, die keine Metastasen ausbilden, sind weitaus weniger gefährlich als solche, die nach geraumer Zeit über den ganzen Organismus verteilt sind. Daher ist eine Behandlung von Tumoren ohne das Ausschalten von Metastasen fast immer zum Scheitern verurteilt.

Es gibt bereits eine Reihe von Arbeiten zu anderen natürlichen Substanzen zu diesem Thema. Es gibt eine Reihe von Substanzen, die in der Lage sind, die Ausbreitung von metastasierenden Zellen zu verhindern. Ginseng scheint sich nahtlos in diese Reihe einzufügen, wie diese Arbeit vermuten lässt. Der Einfluss von Ginseng auf die Migration und Invasion von Metastasezellen trat sogar bei Dosierungen auf, die für eine Wirksamkeit auf die Proliferation und Viabilität der Krebszellen zu niedrig ausfiel. Es zeigte sich, dass unter den Saponinen von Ginseng die Gene der Krebszellen eingeschaltet wurden, die für eine Verhinderung von Metastase zuständig sind. Des Weiteren wurden Gene deaktiviert, die für die Migrationsbereitschaft der Krebszellen zuständig sind. Wie es scheint, haben wir es hier ebenfalls mit einem Doppel-Mechanismus zu tun, der eine unvorteilhafte Entwicklung verhindern hilft. Und dieser Effekt setzt direkt an beziehungsweise in den Tumorzellen an.

Klinische Studien mit Ginseng scheint es dagegen nicht zu geben, beziehungsweise es gibt sie und wurden in nicht englischer Sprache veröffentlicht. Es gibt zum Beispiel Arbeiten aus Korea, die aber ausschließlich in Landessprache verfasst wurden. Eine Literaturrecherche dazu kommt leider zu keinem schlüssigen Ergebnis: Ginseng for health care: a systematic http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23560064 randomized controlled trials in Korean literature. Das einzige als sicher einzustufende Ergebnis war die Aussage, dass Ginseng keine Nebenwirkungen mit sich bringt und als sicher und verträglich eingestuft werden kann.

Effects of sun ginseng on subjective quality of life in cancer patients: a double-blind, placebo-controlled pilot trial.

Diese Studie aus Korea ist die einzige klinische Studie, die ich habe finden können. Sie umfasst 53 Patienten, die an einer Krebserkrankung litten (gynäkologische Krebserkrankung, Leberkrebs und andere Formen). Der Behandlungs- und Beobachtungszeitraum betrug 12 Wochen. Untersucht wurde die Lebensqualität der Patienten während und aufgrund der Behandlung ihrer Erkrankung. Die Patienten in der Verumgruppe erhielten 3000 mg Ginseng pro Tag, die der Placebogruppe ein entsprechendes Placebo.

Resultate: Die Verumgruppe verzeichnete eine signifikant verbesserte Lebensqualität im Vergleich zu der Placebogruppe. Die „körperliche Konstitution“ war hier deutlich verbessert sowie die „Umweltbedingungen“. Der allgemeine gesundheitliche Zustand der Verumgruppe war deutlich verbessert. Es gab auch hier keine Nebenwirkungen oder Unverträglichkeiten.

Schlussfolgerung der Autoren: Ginseng scheint in der Lage zu sein, die mentalen und körperlichen Funktionen der Patienten zu verbessern.

A case of metastatic bladder cancer in both lungs treated with korean medicine therapy alone.

Nicht ganz so wissenschaftlich, aber dennoch nicht ohne Bedeutung können Fallbeispiele sein. In diesem Fall ging es um einen 74 Jahre alten Koreaner, bei dem ein metastasierender Blasenkrebs in beiden Lungenflügeln entdeckt worden war. Der Patient jedoch lehnte eine Chemotherapie ab und wurde in einem fortgeschrittenen Zustand ins Krankenhaus eingeliefert. Er wurde mit Anwendungen der traditionellen koreanischen Medizin behandelt. Die dabei zum Einsatz gebrachten Heilpilze, Kräuter und Pflanzen waren Ginseng, Cordyceps, Boswellia und weitere Heilkräuter. Der Patient inhaliert über einen Inhalationsapparat wilden Ginseng und ein Destillat aus Cordyceps. Die Therapie begann im Januar 2014 und dauerte bis Mai 2014. Der Therapieverlauf wurde anhand der Symptomatik und einer Reihe von fortlaufenden Röntgenaufnahmen der Brust beurteilt.

Resultat: Die Größe und Anzahl an multiplen metastatischen Knötchen in beiden Lungenflügeln zeigten sich auffällig reduziert. Die Symptome waren vollkommen verschwunden.

Ginseng und Diabetes

American ginseng (Panax quinquefolius L) reduces postprandial glycemia in nondiabetic subjects and subjects with type 2 diabetes mellitus.

Diese Arbeit untersuchte 10 gesunde Teilnehmer (ohne Diabetes) und 9 Teilnehmer mit Diabetes. Beide Gruppen wurden zufällig aufgeteilt in zwei weitere Gruppen, die entweder als Verumgruppe 3 Gramm Ginseng 40 Minuten vor oder bei der Einnahme einer Glukoselösung bekamen oder als Placebogruppe. Den Teilnehmern wurde vor der oralen Einnahme der Glukoselösung kapillares Blut entnommen und dann weiter nach 15, 30, 45, 60, 90, und 120 Minuten nach der Einnahme der Glukoselösung.

Resultate: Bei nicht diabetischen Patienten gab es keinen Unterschied zwischen Placebo und Ginseng bei der gleichzeitigen Einnahme der Glukoselösung. Die Teilnehmer, die Ginseng 40 Minuten vor der simulierten Mahlzeit eingenommen hatten, erfuhren eine signifikante Senkung des Blutzuckerwerts. Bei den Diabetikern senkte Ginseng die Blutzuckerwerte bei allen Messungen.
Schlussfolgerung der Autoren: Ginseng senkt postprandiale Blutzuckerwerte bei Diabetikern und gegebenenfalls auch bei gesunden Menschen. Daher empfehlen die Autoren zur Vermeidung einer unerwünschten Hypoglykämie Ginseng nur mit den Mahlzeiten zu verzehren.

Korean red ginseng (Panax ginseng) improves glucose and insulin regulation in well-controlled, type 2 diabetes: results of a randomized, double-blind, placebo-controlled study of efficacy and safety.

In dieser Arbeit versuchten die Autoren die Wirksamkeit und Sicherheit von Koreanischem Roten Ginseng bei gut eingestellten Typ-2-Diabetikern zu beschreiben. Es nahmen 19 Patienten an der Studie teil. Alle Teilnehmer hatten Diabetes Typ-2, der gut eingestellt war. Die Studiendauer betrug 12 Wochen. Die Dosis betrug in der Verumgruppe 3 mal 2 Gramm 40 Minuten vor den Mahlzeiten pro Tag (als Zusatz zu der „normalen“ Medikation gegen Diabetes). Gemessen wurden HbA1c, Nüchternblutzucker und Blutzucker nach einem Glukosetoleranztest, Plasmainsulin und Insulinempfindlichkeit. Zur Frage der Sicherheit wurden Leber- und Nierenwerte gemessen, Blutdruckwerte und andere hämatologische Parameter.

Resultate: Es zeigten sich keine Veränderungen beim HbA1c der Patienten. Dafür senkte der Ginseng die Blutzuckerwerte um durchschnittlich 8 bis 11 Prozent beim Glukosetoleranztest und senkte das Plasmainsulin vor und nach dem Glukosetoleranztest um 33 bis 38 Prozent. Es gab keine Nebenwirkungen oder dergleichen.
Die Autoren schlossen aus ihren Beobachtungen, dass die 12-wöchige Gabe von Ginseng keinen negativen Einfluss auf die gut eingestellten HbA1c- und Blutzuckerwerte hatte. Zusätzlich wurden die Blutzuckerwerte noch leicht gesenkt und das Plasmainsulin verringert. Dieses Ergebnis legt die Vermutung nahe, dass Ginseng bei Typ-2-Diabetes eine gute Therapiealternative zu sein scheint.

Effect of American ginseng (Panax quinquefolius L.) on arterial stiffness in subjects http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23973636 diabetes and concomitant hypertension.

In dieser Arbeit wurden Typ-2-Diabetiker mit gleichzeitigem Bluthochdruck untersucht und behandelt. Ziel war es, die Steifheit der Arterienwände zu beurteilen und ob es möglich sei, mit Hilfe von asiatischem Ginseng hier Einfluss zu nehmen.

Insgesamt nahmen 64 Patienten mit gut eingestelltem Bluthochdruck und Diabetes Typ-2 an der Studie teil. Zusätzlich zu den konventionellen Medikamenten gegen Hochdruck und Diabetes erhielten die Teilnehmer täglich entweder 3 Gramm Ginseng oder ein Placebo. Blutdruckmessung und Berechnung der arteriellen Steifheit der Gefäße wurde zu Beginn und am Ende der Studie – nach 12 Wochen – durchgeführt.

Resultate: Die arterielle Steifheit verringerte sich unter Ginseng um circa 5,3 Prozent. Der systolische Blutdruckwert sank um 11,7 Prozent nach 12 Wochen. Die diastolischen Werte blieben bei allen Teilnehmern unverändert.

Schlussfolgerung der Autoren: Ginseng scheint in der Lage zu sein, die Steifheit von Arterien günstig zu beeinflussen und systolische Blutdruckwerte zu senken. Daher scheint Ginseng bei Diabetiker und Hypertonikern eine sinnvolle Bereicherung bei der Therapie zu sein.

Ethanol extraction preparation of American ginseng (Panax quinquefolius L) and Korean red ginseng (Panax ginseng C.A. Meyer): differential effects on postprandial insulinemia in healthy individuals.

Diese Arbeit untersuchte Amerikanischen Ginseng und Koreanischen Roten Ginseng auf Unterschiede in der therapeutischen Wirksamkeit. Es wurden verschiedene Extrakte gefertigt, die gegen Placebo zu verschiedenen Zeitpunkten und gesunde Teilnehmer gegeben wurden (post- und präprandial). Die zu verschiedenen Zeitpunkten genommenen Blutproben wurden auf Blutzuckerwerte und Insulinempfindlichkeit untersucht.

Resultat: Es zeigten sich keine Unterschiede zwischen den beiden Ginseng Arten und den verschiedenen Extrakten bezüglich der Wirksamkeit auf die Senkung des Blutzuckerspiegels. Beide Formen erhöhten die Insulinempfindlichkeit um 30 bis 50 Prozent im Vergleich zu Placebo.

Effects of Korean White Ginseng (Panax Ginseng C.A. Meyer) on Vascular and Glycemic Health in Type 2 Diabetes: Results of a Randomized, Double Blind, Placebo-controlled, Multiple-crossover, Acute Dose Escalation Trial.

Auch in dieser Studie mit 25 Patienten wurde der Einfluss von Ginseng auf arterielle Steifheit der Gefäße, Blutdruck und Blutzuckerwerte untersucht. Die Ergebnisse glichen denen der hier zuvor diskutierten Arbeiten.

The effect of ginseng (the genus panax) on glycemic control: a systematic review and http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25265315 of randomized controlled clinical trials.

Nachdem wir haben sehen können, dass für Ginseng und Diabetes wesentlich mehr klinische Studien durchgeführt worden sind als für Ginseng und Krebs, bleibt dennoch ein Wermutstropfen übrig: Fast alle klinischen Studien haben keine wirklich relevanten Teilnehmerzahlen zu bieten. Das schränkt die statistische Aussagekraft solcher Studien ein. Auf der anderen Seite darf man von der Tatsache, dass alle Studien unabhängig voneinander zu sehr vergleichbaren Ergebnissen kommen, ausgehen, dass die gefundenen Effekte und Ergebnisse nicht Produkt bloßem Zufalls sein können. In solchen Situationen kann unter Umständen eine Metaanalyse hilfreich sein, die zeigt, zu welchen Ergebnissen andere Studien zur gleichen Fragestellung gekommen sind.

Die vorliegende Metaanalyse filterte insgesamt 16 klinische Studien heraus, in denen Nüchternblutzucker, Nüchternplasmainsulinwerte, glykiertes Hämoglobin und Insulinresistenz beziehungsweise -empfindlichkeit untersucht worden waren.

Ergebnisse: Ginseng senkte den Nüchternblutzuckerwert signifikant im Vergleich zu Placebo. Einflüsse auf Nüchternplasmainsulinwerte, glykiertem Hämoglobin und Insulinresistenz zeigten die Studien nicht. Eine Analyse von Untergruppen dagegen zeigte eine signifikante Reduktion von glykiertem Hämoglobin.
Die Autoren wiesen darauf hin, dass die meisten Studien sogenannte Kurzzeitstudien waren (unter 12 Wochen) und Teilnehmer aufwiesen, die gut eingestellte Diabetes- und Hämoglobinwerte aufwiesen.

Schlussfolgerung: Ginseng verbessert leicht aber signifikant die Nüchternblutzuckerwerte bei Diabetikern und Gesunden. Aufgrund der Studiensituation fordern die Autoren umfassendere Arbeiten von längerer Dauer und mit einem deutlich größerem Patientenkollektiv.

Fazit

Ginseng ist trotz der anscheinend fast unübersichtlich zu bezeichnenden Studienlage noch viel zu wenig untersucht, wenn es um die kritischen Fragen nach der Nützlichkeit und Wirksamkeit geht. Vor allem klinische Studien gibt es überraschend wenig zu Erkrankungen, die im Tierversuch mehr als überzeugende Ergebnisse haben zeigen können und die alles andere als exotisch zu bezeichnen sind.

Dieser Beitrag wurde letztmalig am 21.01.2016 aktualisiert