Symptome

Atem- bzw. Luftnot - Wie verhalte ich mich richtig!?

Atemnot oder Luftnot (Dyspnoe) ist ein Symptom, welches auf einen Sauerstoffmangel im Organismus hindeutet. Diese Luftnot entsteht zum einen provoziert, z.B. durch starke körperliche Anstrengung, zum anderen durch verschiedene Störungen oder Erkrankungen.

Die mit einer Dyspnoe einhergehenden Beschwerden können in Ruhe (= Ruhedyspnoe) oder bei Belastung (= Belastungsdyspnoe) auftreten. Jede unter Ruhebedingungen oder nur leichter körperlicher Aktivität auftretende Luftnot sollte immer ärztlich abgeklärt werden.

Ein vermehrtes Bedürfnis nach Sauerstoff wird an das Atemzentrum im Gehirn übermittelt, welches mit einer Erhöhung der Atemfrequenz reagiert. Luftnot wird von jedem Betroffenen unterschiedlich empfunden und beschrieben.

Arten und Schweregrade von Grad 0 - Grad 4

Die American Thoracic Society hat vier Schweregrade zur Klassifizierung ermittelt:

Bei Grad 0 liegen keine Beschwerden vor.

Grad 1 kennzeichnet eine milde Dyspnoe, die z.B. bei Treppensteigen zu einer kurzfristigen Kurzatmigkeit führt.

In Grad 2 fällt den Betroffenen bereits schwer, bei Spaziergängen oder Gehstrecken mit Gleichgesinnten Schritt zu halten. Sie legen vermehrt Pausen ein, um Luft zu holen, sich zu erholen.

Grad 3 Bei der schweren Dyspnoe sind die Laufstrecken weiter verkürzt, die Pausen verlängert.

Bei Grad 4 fallen bereits leichte Tätigkeiten des Alltags schwer. Sie führen zu einer starken Kurzatmigkeit.

Neben dem Bedürfnis, vermehrt Luft ein- und auszuatmen, treten bei zunehmender Schwere auch Schmerzen oder Beklemmungsgefühle im Brust- oder Bauchbereich sowie unter Umständen ein Gefühl der Todesangst auf. Ursachen für eine Dyspnoe sind in äußere und innere Faktoren unterteilbar.

Zu den äußeren Gründen zählen unter anderem eine verunreinigte Luft, Vergiftungen mit Dämpfen oder Gasen, Sauerstoffmangel in großen Höhen oder das Einatmen von Fremdkörpern. Bei den inneren Ursachen lassen sich psychische und somatische Faktoren nennen. Stress, Angst oder innere Unruhe können die Atmung beschleunigen und eine Hyperventilation provozieren. Es entsteht der Eindruck, man bekomme nicht ausreichend Luft. Durch die rasche Atmung sinkt die Kohlendioxid-Konzentration im Blut, der pH-Wert steigt, das Blut wird alkalisch.

Diese Alkalose vermindert die Sauerstoffaufnahme des Blutes, wodurch der Organismus letztendlich ungenügend Sauerstoff erhält. Folgen sind Verkrampfungen, Übelkeit, Parästhesien und Kreislaufprobleme bis hin zur Ohnmacht. Hauptverursacher einer körperlich bedingten Atemnot sind Lungenkrankheiten und Herzkrankheiten und Kreislauferkrankungen.

Zu den Lungenerkrankungen und Lungenstörungen zählen unter anderem:

Daneben kommt es bei Tätigkeiten mit hoher Staubbelastung z.B. zu einer Staublunge (Metallindustrie, Bergwerk). Zu den mit Luftnot einhergehenden Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems zählen vor allem die KHK (Koronare Herzkrankheit), die Herzinsuffizienz sowie Entzündungen des Herzmuskels (Myokarditis) und des Herzbeutels (Perikarditis). In Verbindung mit einem Angina pectoris-Anfall kann die Dyspnoe lebensbedrohliche Formen annehmen. Viele verschiedene Infektionskrankheiten verursachen, neben vielen anderen Beschwerden, Luftnot.

Infektionskrankheiten als Ursache

Hierzu zählen Erkältungen, die Grippe oder auch die Tuberkulose, bei der vor allem die oberen Atemwege (Nase, Mund, Rachen) durch Schwellungen verengt oder verlegt sind bzw. die Lunge im Verlauf in Mitleidenschaft gezogen wird. Auch Morbus Krupp und Pseudokrupp zählen hierzu. Morbus Krupp ist gekennzeichnet durch eine virusinduzierte Stenosierung der oberen Atemwege, die besonders die Einatmung erschwert. Betroffene weisen einen bellenden Husten und einen starken Stridor (pfeifende Atmung) auf.

Bei Pseudokrupp liegt eine unspezifische Entzündung der oberen Atemwege vor. Hierdurch schwillt die Schleimhaut im Bereich des Kehlkopfes (Kehlkopfentzündung) an und führt zu Husten und starker Dyspnoe. Die Erkrankung zeigt sich vorwiegend bei Kindern bis drei Jahren. Entzündungen, Verengungen (Stenosen), Schwellungen und Tumoren im Bereich des Kehlkopfes und der Luftröhre verursachen, je nach Ausprägung, ebenfalls zum Teil weitreichende Atemprobleme. Allergische Reaktionen (Staub, Pollen, Nahrungsmittel, Insektenstiche) verengen die Atemwege durch Ödembildung und sind zum Teil lebensbedrohlich.

Ein Mangel an roten Blutkörperchen (Anämie) verringert den Sauerstoffgehalt des Blutes und führt durch die Mangelversorgung des Organismus zu einer beschleunigten Atmung. Daneben senkt der langjährige Konsum von Nikotin die Leistungsfähigkeit der Lungenflügel. Der Teer lagert sich auf diesen ab, verringert die Fähigkeit zur Ausdehnung und hierdurch das Residualvolumen (gespeicherter Sauerstoffanteil, der nicht willkürlich abgeatmet werden kann) sowie die Vitalkapazitat (Lungenvolumen zwischen maximaler Ein- und Ausatmung, bestimmt durch inspiratorisches und exspiratorisches Reservevolumen sowie dem Atemzugvolumen).


Bahandlungsmaßnahmen durch einen Mediziner

Bei der körperlichen Untersuchung wird der Lungenbereich abgehorcht (Stethoskop) und abgeklopft. Die Röntgenaufnahme zeigt die Ausbreitung der Lungenflügel. Im Blut (Blutwerte) lassen sich Entzündungsparameter, Tumormarker und weitere Unregelmäßigkeiten feststellen. Ein Abstrich von Sekreten dient dem Erregernachweis (z.B. Bakterienbefall).

Die Lungenfunktionsprüfung ermittelt die totale Lungenkapazität, die sich aus Vitalkapazität und Residualvolumen zusammensetzt. Bei Verdacht einer ernsthaften Erkrankung werden Allergietests, die Bronchoskopie (Spiegelung der Bronchien) oder Laryngoskopie (Spiegelung des Kehlkopfes) durchgeführt sowie Biopsien von Lungen- oder Luftröhrengewebe ausgewertet.

Auch eine CT des Oberkörpers ist möglich. Akute Atemprobleme lassen sich vielfach durch kortisonhaltige Präparate lindern. Sie erweitern die Bronchien, sind entzündungshemmend und reduzieren Schwellungen. Bei Nachweis von Bakterien werden antibiotische Medikamente eingesetzt.


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Therapiemöglichkeiten

Ernsthafte Primärerkrankungen bedürfen einer speziellen Therapie, vielfach der operativen Entfernung (z.B. von Tumoren) oder Bougierung (Weitung von Hohlkörpern bei Verengung). Die Luftzufuhr kann durch nasale Gabe von Sauerstoff erhöht werden. Ein Verzicht auf Nikotin sowie die Oberkörperhochlage verbessern die Atmung und den Sauerstofftransport.

Dieser Beitrag wurde letztmalig am 19.07.2012 aktualisiert

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