Geschwollene Lymphknoten - Ursachen, Symptome und Therapie

Parallel zum Blutkreislauf weist der menschliche Organismus das Lymphsystem auf. Dieses dient durch seine Lymphknoten und Lymphozyten (definierte weiße Blutkörperchen) der körpereigenen Abwehr (Immunsystem).

von: René Gräber, Heilpraktiker und Gesundheitspädagoge

Die Knoten sind über Lymphbahnen miteinander verbunden und bilden so ein Netzwerk, welches den gesamten Körper durchzieht und dabei oberflächliche (z.B. am Hals, in der Leiste) als auch tiefer gelegene Lymphknoten (z.B. im Brust- und Bauchraum) aufweist. Bahnen und Knoten bestehen aus dünnwandigen Gefäßen, in denen die Lymphflüssigkeit mit den Lymphozyten fließt. Ein gesunder Lymphknoten (Nodus lymphoideus) ist zwischen fünf und zehn Millimeter groß, in einigen Regionen kann er auch größer sein.

Seine Konsistenz ist weich, durch Ertasten ist er leicht verschiebbar. Ein Anschwellen über das doppelte Maß hinaus ist immer ein Zeichen der Aktivität des Knotens, hier findet ein Abwehrmechanismus statt, bei dem es zu einer Vermehrung von T- und B-Lymphozyten kommt. Die Schwellung ist daneben auch ein Hinweis auf die gesteigerte Durchblutung (siehe auch Durchblutungsstörungen) des Gewebes.

Symptome und Ihre Auswirkungen

Geschwollene Lymphknoten sind ein Symptom für eine veränderte Situation des Organismus. Sie weisen auf eine Störung hin, auch wenn diese von außen nicht sichtbar erscheint oder nebenher keine Beschwerden verursacht werden.

Klingen die Schwellungen nach einigen Tagen nicht ab, oder kommt es zusätzlich zu Fieber, Nachtschweiß, Schmerzen oder Gewichtsverlust ist der Gang zum Arzt ratsam, um sich einer körperlichen Untersuchung zu unterziehen. Oberflächlich gelegene Lymphknoten lassen sich bei Schwellung tasten.

Tiefer gelegene Knoten können durch verschiedene bildgebende Verfahren sichtbar gemacht werden.

Diagnose

Zur schulmedizinischen Diagnose zählen die:

  • CT (Computertomographie)
  • MRT (Magnetresonanztomographie)
  • Ultraschall
  • die Lymphographie und die
  • Szintigraphie

Bei verschiedenen Erkrankungen (vor allem tumorösen Entartungen), (siehe auch Krebs) ist es sinnvoll, Gewebeproben (Biopsien) der regionalen Lymphknoten zu entnehmen. Auch eine vollständige Exzision kann der Befundung dienen.

Daneben ist für einen rein schulmedizinisch arbeitenden Arzt von Interesse, wie lange die Schwellung der Lymphknoten schon besteht und welche Regionen betroffen sind. Er palpiert (tastet) den linken Oberbauch, um eine etwaige Schwellung der Milz zu erkennen.

Die Laborwerte zeigen verschiedene Parameter auf, die den Verdacht bestimmter Erkrankungen stützen können.

Ursachen und Arten der geschwollenen Lymphknoten

Die Schwellung regionaler Lymphknoten ist nicht immer mit einer ernsthaften Erkrankung verbunden, sondern deutet in den meisten Fällen auf eine Infektion des Körpers hin. Die Knoten sind von fester Struktur, schmerzen und reagieren empfindlich auf Druck. Die Schwellung kann derart zunehmen, dass benachbarte Strukturen verdrängt oder lädiert werden können. Wirkt der Lymphknoten verhärtet und relativ fest im Gewebe verankert, kann er auf eine Entartung hindeuten. Hierbei bleiben die Knoten, im Unterschied zu anderen Erkrankungen, schmerzlos.

Die häufigsten Ursachen für geschwollene Lymphknoten sind allgemeine Infektionen, Erkältungskrankheiten oder eine Mandelentzündung.

Diese führen oft zu veränderten Lymphknoten im Bereich des Halses, des Unterkiefers oder des Nackens.

Vermehrt liegen auch bakterielle Infekte vor: Tuberkulose, Salmonellose oder das Pfeiffersche Drüsenfieber (infektiöse Mononukleose).

Weitere Virusinfektionen, die mit einer Lymphknotenschwellung einhergehen, sind unter anderem: HIV, Röteln oder Masern.

Bei den Erkrankungen des Bindegewebes sind vor allem die rheumatoide Arthritis sowie der systemische Lupus erythematodes zu nennen.

Zu den selteneren Ursachen zählen Infektionen im:

  • Mund-Rachen-Raum (z.B. Mundfäule)
  • Lipidspeicherkrankheiten (z.B. Morbus Gaucher)
  • Malaria
  • Toxoplasmose
  • Reaktionen bei Medikamentenunverträglichkeiten (z.B. durch Penicillin)

Auch eine Blutvergiftung (Sepsis) geht mit Lymphknotenschwellung einher.

Viele Tumoren des Körpers führen ebenfalls zu einer Schwellung von Lymphknoten, meist in generalisierter Form. Hierdurch steigt das Risiko der Zellverschleppung, was nicht selten im Lymphknoten selbst zu Metastasen führt.

Geht die Entartung vom Lymphknoten selbst aus, spricht man von einem Lymphom. Hier lassen sich gutartige (z.B. die Sarkoidose) und bösartige (z.B. Leukämie, Morbus Hodgkin) Tumoren differenzieren.

Therapievorschläge und Behandlungsmöglichkeiten bei geschwollenen Lymphknoten

Die Behandlung geschwollener Lymphknoten ist abhängig vom Befund.

Lokale Entzündungsherde und Infektionen führen häufig nur zu einem vorrübergehenden Anschwellen, hier bedarf es keiner speziellen Therapie.

Liegt ein Bakterienbefall vor, kann ein geeignetes Antibiotikum verabreicht werden. Viruserkrankungen sind vielfach nur symptomatisch zu behandeln, die sich auf dem Markt befindlichen Virustatika dienen nur einem kleinen Virenspektrum.

Gewebeentartungen bedürfen immer der weiterführenden Therapie, die sich vielfach aus Operation und anschließender Bestrahlung oder Chemotherapie zusammensetzt.

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Dieser Beitrag wurde letztmalig am 19.07.2012 aktualisiert

René Gräber