Juckreiz: Symptome, Ursachen, Therapien und Hilfe aus der
Naturheilkunde
Juckreiz (Pruritus) kennzeichnet eine (störende) Empfindung auf der Haut (auch der Augen, des
Gaumens oder der Zunge). Betroffene versuchen meist, dem Gefühl durch Kratzen oder Reiben entgegenzuwirken.
Der Juckreiz ist die häufigste Wahrnehmung auf der Haut, die jeder Mensch mindestens einmal in seinem Leben
verspürt. Die unangenehme Empfindung dient dem Organismus als Hinweisgeber für Störungen oder schädigende
Einflüsse. Dabei kann der Juckreiz Schutzreflexe hervorrufen oder als Warnsignal gelten, akut auftreten oder über
einen längeren Zeitraum verbleiben.
Man vermutet, dass nahezu zehn Prozent der deutschen Bevölkerung unter einen anhaltenden Juckreiz leiden. Der
Juckreiz wird chemisch (über verschiedene Botenstoffe, z.B. Histamin), physikalisch oder mechanisch verursacht.
Spezielle Nervenendigungen unter der Hautoberfläche sprechen hierauf an und leiten die Signale zum Gehirn, wo die
Verarbeitung stattfindet.
Einen Juckreiz zu beschreiben, fällt vielen Menschen schwer.
Symptome
Dieser zeigt sich nicht immer in gleicher Ausprägung, ist zum Teil lokal begrenzt oder über den gesamten Körper
verteilt. Der Juckreiz kann brennend, drückend oder stechend sein, daneben auch zu einem Spannungsgefühl
führen.
Durch Kratzen, Scheuern oder Reiben versuchen Betroffene, die unangenehme Empfindung zu beseitigen. Dabei wird die
Haut meist geschädigt, es entstehen feine Hautläsionen (Kratzer, die Eintrittspforten für Keime darstellen) und
eine lokale Rötung (durch eine erhöhte Durchblutung oder
eine drohende Entzündung), wodurch der Juckreiz eher gefördert als gelindert wird.
Ursachen
Die Ursachen für einen Juckreiz können enorm vielfältig sein.
Im Alter wird die Haut leicht trocken und schuppig oder neigt zu Rötungen, wobei auch ein Juckreiz entstehen
kann. Dies zeigt sich ebenso bei zu häufigem Duschen oder einer unzureichenden Pflege mit nährenden Lotionen.
Auch eine zu intensive Sonnenbestrahlung kann das Gefühl verursachen (z.B. als allergische Reaktion).
Bei den einen Juckreiz auslösenden Hauterkrankungen gilt die Neurodermitis als Hauptverursacher. Weitere häufige
Störungen sind Ekzeme und Allergien (die nicht nur
auf die Haut beschränkt sein müssen).
Durch Befall mit Parasiten (z.B. Milben), Insektenstiche, Pilzerkrankungen sowie verschiedene
Infektionskrankheiten mit Hautmerkmalen (z.B. Masern, Röteln) kommt es zu einer Schädigung des
Schutzmantels der Haut, wodurch ein Juckreiz ausgelöst wird.
Nahezu jede Hauterkrankung weist in ihrer Symptomatik auch den Juckreiz auf.
Unverträglichkeiten von
Nahrungsmitteln oder Medikamenten gelten ebenfalls als Auslöser.
Neben sichtbaren Veränderungen der Haut können auch Erkrankungen von Organen oder inneren Strukturen einen Juckreiz
verursachen.
Hierzu zählen vor allem Diabetes
mellitus, Durchblutungsstörungen,
Krebserkrankungen sowie Funktionsstörungen von
Leber und Nieren.
Häufig sind dabei angehäufte Abbauprodukte des Stoffwechsels (z.B. Bilirubin) im Blut für die unangenehmen
Empfindungen verantwortlich.
Ein Mangel an verschiedenen Hormonen, Spurenelementen, Elektrolyten oder Mineralien führt ebenfalls zum Juckreiz. Beispiele hierfür sind die Eisenmangelanämie oder ein
Östrogenmangel bei der Frau (Juckreiz in der Genitalregion). Siehe auch Frauenheilkunde.
Ein Juckreiz entsteht unter anderem auch bei Hämorrhoiden, Herpes-erkrankungen oder im letzten
Drittel einer Schwangerschaft.
Zu den psychogenen Auslösern zählen das Ekelgefühl, Abneigung sowie verschiedene Zwangsneurosen.
Eine warme Umgebungstemperatur, trockene Luft, einengende oder harte Kleidung, vermehrter Schweißfluss, Stress
oder scharfe und heiße Speisen können die Symptomatik noch weiter verstärken.
Durch eine ausführliche Anamnese (Krankengeschichte) versucht ein Therapeut zu ergründen,
welche Faktoren für den Juckreiz in Frage kommen.
Diagnose
Für die Schulmedizin sind der Zeitpunkt des Auftretens, die Dauer und der Entstehungsort besonders
wichtig.
Bei der Inspektion (Untersuchung) werden mögliche Hautläsionen untersucht. Unter Umständen lässt sich hierbei
bereits ein Erreger finden, nach denen in der Schulmedizin ja immer gerne gesucht wird.
Zur weiteren Diagnostik dienen Abstriche der Haut, die Auswertung von Stuhlproben, das Blutbild (Blutwerte) sowie die Ultraschalluntersuchung zur Darstellung der inneren
Organe.
In seltenen Fällen oder bei Verdacht einer ernsthaften Erkrankung folgen Röntgen, CT oder Spiegelungen von Magen
oder Darm.

Therapiemöglichkeiten und Hilfe aus der Naturheilkunde
Zur allgemeinen Linderung der Beschwerden dienen pH-neutrale Waschlotionen, milde Shampoos, juckreizstillende
Lotionen und Tinkturen (z.B. auf Basis von Kampfer oder Harnstoff) sowie fetthaltige und feuchtigkeitsspendende
Cremes.
Auf scharfe Gewürze oder saure Speisen sollte verzichtet werden. Der Genuss von Kaffee oder schwarzem Tee kann
den Reiz verstärken, eine Meidung ist daher von Vorteil.
Die Bestrahlung mit UV-B Strahlen zeigt sich zum Teil juckreizstillend.
Die medikamentöse Behandlung in der Schulmedizin richtet sich nach der Ursache. So kommen im
allgemeinen Antibiotika, Antiallergika oder Anti-Pilzmittel (Antimykotika) zum Einsatz.
Oft kommt in der Schulmedizin vor allem Cortison zum Einsatz, dass selbstverständlich auch gut helfen
kann. Das ursächliche Problem wird damit aber in den seltensten Fällen beseitigt.
Wenn der Juckreiz unstillbar erscheint, sollte man sich Baumwollhandschuhe anziehen, um die Haut beim Kratzen
nicht unnötig zu schädigen. Dies empfiehlt sich auch beim Schlafen, da dem Reiz auch unbewusst nachgegeben
wird.
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