Schwäche - Ursachen, Symptome, Therapie

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Mit dem Begriff Schwäche werden verschiedene Aspekte des körperlichen und geistigen Zustands beschrieben. Schwäche kann sich dabei auf den Willen beziehen, die geistigen Fähigkeiten, die Kraft, den Körperbau oder die aktuelle (momentane) Leistungsfähigkeit.

In Bezug auf die Leistungsfähigkeit wird Schwäche gleichgesetzt mit körperlicher Erschöpfung und Abgeschlagenheit. Das Symptom deutet auf verschiedene Erkrankungen hin, kann daneben aber auch im Alltag auftreten und durch einfache, konservative Maßnahmen beseitigt werden.

Ursachen

Körperliche Erschöpfung zeigt sich bei jedem Menschen, sie tritt durch verschiedene Ursachen auf und führt bei den Betroffenen zu Müdigkeit, Unwohlsein, Übelkeit (zum Teil auch mit Erbrechen), Kreislaufbeeinträchtigungen sowie eine reduzierte körperliche und geistige Leistungsfähigkeit. Dabei kann die Schwäche akut auftreten, vorrübergehend sein oder sich chronisch entwickeln.

Zu den nicht pathologischen Ursachen, die eine Schwäche verursachen, zählen vor allem schwere körperliche Tätigkeiten (z.B. im Beruf), hohe geistige Anforderungen, Stress, lange Reisen und die Psyche belastende Situationen. Das Symptom der Schwäche ist hierbei meist von kurzer Dauer und geht nach Überwindung der belastenden Situation meist eigenständig (z.B. durch ausreichenden Schlaf). Schwangere Frauen leiden ebenfalls vermehrt unter Schwäche. Diese zeigt sich wiederkehrend, zum Teil für Wochen, und verschwindet nach der Geburt wieder. Unter anderem ist ein verschobener Hormon- und Nährstoffhaushalt für das Phänomen verantwortlich. (siehe auch: Frauenheilkunde)

Daneben kann Schwäche auch ein Hinweis für Störungen oder Erkrankungen des Organismus sein. Zeigt sich das Symptom immer wiederkehrend bzw. über einen längeren Zeitraum andauernd oder führen konservative Maßnahmen zu keinem Erfolg, sollte eine medizinische Abklärung erfolgen, um drohende oder weiterführende Schäden zu vermeiden.

Besonders oft zeigt sich eine den Körper betreffende Schwäche bei grippalen Infekten, Erkältungen oder mit Fieber einhergehenden Erkrankungen. Meist ist das Symptom schon vor Ausbruch zu bemerken, es kündigt warnend eine körperliche Störung an.

Häufig liegt eine Infektionskrankheit vor, die auf einen Befall mit Viren, Bakterien oder Pilzen hindeutet. Erkrankungen des Herzens (Herzkrankheiten) und des Kreislaufsystems (Kreislauferkrankungen) beeinträchtigen auch die körperliche Fitness, neben vielen weiteren Symptomen ist die Schwäche hierbei eins der Leitsymptome.

Genannt werden können unter anderem die Hypotonie (niedriger Blutdruck), die Herzinsuffizienz (Herzschwäche), Rhythmusstörungen und die koronare Herzkrankheit (KHK). Störungen des Immunsystems bzw. Autoimmunerkrankungen bewirken durch die andauernden Abwehrreaktionen des Körpers auch eine reduzierte Leistungsfähigkeit. Je nach vorliegender Schwäche konzentriert sich das Symptom dabei mehr auf geistige Fähigkeiten (z.B. Morbus Alzheimer), beeinflusst mehr den Bereich der körperlichen Fitness (z.B. AIDS, Leukämie) oder zieht den gesamten Organismus in Mitleidenschaft (z.B. Multiple Sklerose). Verschiedene Formen der Anämie (Blutarmut) führen in ihrer Klinik auch das Symptom Schwäche auf. Dies zeigt sich unter anderem bei der Eisenmangelanämie oder der Vitamin-B12-Mangelanämie.

Weitere Ursachen für Schwäche sind z.B. Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit), Hypothyreose (Schilddrüsenunterfunktion), verschiedene Krebserkrankungen (z.B. Leukämie), chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (z.B. Colitis ulcerosa) sowie einige dem rheumatoiden Formenkreis zugeordnete Störungen.

Eine fehlerhafte oder ungenügende Ernährung kann ebenfalls Schwäche verursachen. Hierzu zählen unter anderem Essstörungen wie Anorexia nervosa (Magersucht) und Bulimie sowie der Alkoholabusus. Daneben führt ein Flüssigkeitsmangel (zu geringe tägliche Aufnahme, Exsikkose) zu Schwäche.

Schwäche und Müdigkeit sind auch Anzeichen einer körperlichen und geistigen Belastung bis zur vollständigen, nicht mehr kompensierbaren Erschöpfung. Es droht das sogenannte Burn-out, welches dauerhaft dazu führt, dass Betroffene zu keinen Aktivitäten des Lebens mehr regelhaft in der Lage sind. In einigen Fällen führt die Einnahme bestimmter Medikamente zu einer körperlichen Abgeschlagenheit. Dies zeigt sich besonders bei Präparaten, die auf das Immunsystem einwirken oder die der Therapie von Krebserkrankungen dienen.

Diagnose

Zur Diagnostik nutzt der Arzt verschiedene bildgebende Verfahren (z.B. Sonographie, Röntgen, CT), die Auswertung von Blut (Blutwerte) (z.B. Entzündungsparameter, Erythrozytenkonzentration, Hämoglobingehalt, Zuckerwert, Tumormarker), Urin und Stuhl sowie die Erkenntnisse aus Anamnese, Inspektion und Palpation.

Abhängig von der Diagnose gestaltet sich die anschließende Therapie. Erkrankungen des Organismus stehen dabei im Vordergrund, sie müssen vorrangig behandelt werden (= kausale Therapie). Konservative Methoden dienen der symptomatischen Behandlung. Sie werden immer dann angewandt, wenn keine pathologische Ursache vorliegt. Daneben können sie in Kombination mit der kausalen Therapie zu einer rascheren Linderung der Beschwerden führen.

Therapie

Allgemeine Maßnahmen zur Behandlung von Schwäche sind unter anderem die Änderung bestimmter Lebensgewohnheiten (ausgewogene Ernährung und ausreichende Flüssigkeitszufuhr, geregelter Schlaf-Wach-Rhythmus, Meidung von Noxen), Schaffung von Ausgleichsmöglichkeiten (z.B. sportliche Aktivitäten, ausreichende Ruhephasen zwischen belastenden Tätigkeiten) sowie das Erlernen von entspannenden Maßnahmen (z.B. durch Entspannungsübungen, Copingstrategien) zur Bewältigung von Stresssituationen.

Dieser Beitrag wurde letztmalig am 19.07.2012 aktualisiert