Schwäche - Ursachen, Symptome, Therapie
Mit dem Begriff Schwäche werden verschiedene Aspekte des körperlichen und geistigen Zustands beschrieben.
Schwäche kann sich dabei auf den Willen beziehen, die geistigen Fähigkeiten, die Kraft, den Körperbau oder die
aktuelle (momentane) Leistungsfähigkeit.
In Bezug auf die Leistungsfähigkeit wird Schwäche gleichgesetzt mit körperlicher Erschöpfung und
Abgeschlagenheit. Das Symptom deutet auf verschiedene Erkrankungen hin, kann daneben aber
auch im Alltag auftreten und durch einfache, konservative Maßnahmen beseitigt werden.
Ursachen
Körperliche Erschöpfung zeigt sich bei jedem Menschen, sie tritt durch verschiedene Ursachen auf und führt bei
den Betroffenen zu Müdigkeit, Unwohlsein, Übelkeit (zum
Teil auch mit Erbrechen), Kreislaufbeeinträchtigungen sowie eine reduzierte
körperliche und geistige Leistungsfähigkeit. Dabei kann die Schwäche akut auftreten, vorrübergehend sein oder sich
chronisch entwickeln.
Zu den nicht pathologischen Ursachen, die eine Schwäche verursachen, zählen vor allem schwere
körperliche Tätigkeiten (z.B. im Beruf), hohe geistige Anforderungen, Stress, lange Reisen und die Psyche
belastende Situationen. Das Symptom der Schwäche ist hierbei meist von kurzer Dauer und
geht nach Überwindung der belastenden Situation meist eigenständig (z.B. durch ausreichenden Schlaf). Schwangere
Frauen leiden ebenfalls vermehrt unter Schwäche. Diese zeigt sich wiederkehrend, zum Teil für Wochen, und
verschwindet nach der Geburt wieder. Unter anderem ist ein verschobener Hormon- und Nährstoffhaushalt für das
Phänomen verantwortlich. (siehe auch: Frauenheilkunde)
Daneben kann Schwäche auch ein Hinweis für Störungen oder Erkrankungen des Organismus sein. Zeigt sich das
Symptom immer wiederkehrend bzw. über einen längeren Zeitraum andauernd oder führen konservative Maßnahmen zu
keinem Erfolg, sollte eine medizinische Abklärung erfolgen, um drohende oder weiterführende Schäden zu
vermeiden.
Besonders oft zeigt sich eine den Körper betreffende Schwäche bei grippalen Infekten, Erkältungen oder mit
Fieber einhergehenden Erkrankungen. Meist ist das Symptom schon
vor Ausbruch zu bemerken, es kündigt warnend eine körperliche Störung an.
Häufig liegt eine Infektionskrankheit vor, die auf einen Befall mit Viren, Bakterien oder Pilzen hindeutet.
Erkrankungen des Herzens (Herzkrankheiten) und
des Kreislaufsystems (Kreislauferkrankungen) beeinträchtigen auch die
körperliche Fitness, neben vielen weiteren Symptomen ist die Schwäche hierbei eins der
Leitsymptome.
Genannt werden können unter anderem die Hypotonie (niedriger Blutdruck), die Herzinsuffizienz
(Herzschwäche),
Rhythmusstörungen und
die koronare Herzkrankheit (KHK). Störungen des
Immunsystems bzw. Autoimmunerkrankungen bewirken durch die andauernden Abwehrreaktionen des Körpers auch eine
reduzierte Leistungsfähigkeit. Je nach vorliegender Schwäche konzentriert sich das Symptom dabei mehr auf geistige
Fähigkeiten (z.B. Morbus Alzheimer),
beeinflusst mehr den Bereich der körperlichen Fitness (z.B. AIDS, Leukämie) oder zieht den gesamten
Organismus in Mitleidenschaft (z.B. Multiple Sklerose). Verschiedene Formen
der Anämie (Blutarmut) führen in ihrer Klinik
auch das Symptom Schwäche auf. Dies zeigt sich unter anderem bei der Eisenmangelanämie oder der
Vitamin-B12-Mangelanämie.
Weitere Ursachen für Schwäche sind z.B. Diabetes
mellitus (Zuckerkrankheit),
Hypothyreose
(Schilddrüsenunterfunktion),
verschiedene Krebserkrankungen (z.B. Leukämie),
chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (z.B.
Colitis ulcerosa) sowie
einige dem rheumatoiden Formenkreis zugeordnete Störungen.
Eine fehlerhafte oder ungenügende Ernährung kann ebenfalls Schwäche verursachen. Hierzu zählen unter anderem
Essstörungen wie Anorexia nervosa (Magersucht) und Bulimie sowie der Alkoholabusus. Daneben führt ein
Flüssigkeitsmangel (zu geringe tägliche Aufnahme, Exsikkose) zu Schwäche.
Schwäche und Müdigkeit sind auch Anzeichen einer körperlichen und geistigen
Belastung bis zur vollständigen, nicht mehr kompensierbaren Erschöpfung. Es droht das sogenannte Burn-out, welches
dauerhaft dazu führt, dass Betroffene zu keinen Aktivitäten des Lebens mehr regelhaft in der Lage sind. In einigen
Fällen führt die Einnahme bestimmter Medikamente zu einer körperlichen Abgeschlagenheit. Dies zeigt sich besonders
bei Präparaten, die auf das Immunsystem einwirken oder die der Therapie von Krebserkrankungen dienen.
Diagnose
Zur Diagnostik nutzt der Arzt verschiedene bildgebende Verfahren (z.B. Sonographie, Röntgen, CT), die Auswertung
von Blut (Blutwerte) (z.B. Entzündungsparameter, Erythrozytenkonzentration, Hämoglobingehalt, Zuckerwert, Tumormarker), Urin und
Stuhl sowie die Erkenntnisse aus Anamnese, Inspektion und Palpation.
Abhängig von der Diagnose gestaltet sich die anschließende Therapie. Erkrankungen des Organismus stehen dabei im
Vordergrund, sie müssen vorrangig behandelt werden (= kausale Therapie). Konservative Methoden dienen der
symptomatischen Behandlung. Sie werden immer dann angewandt, wenn keine pathologische Ursache vorliegt. Daneben
können sie in Kombination mit der kausalen Therapie zu einer rascheren Linderung der Beschwerden führen.

Therapie
Allgemeine Maßnahmen zur Behandlung von Schwäche sind unter anderem die Änderung bestimmter Lebensgewohnheiten
(ausgewogene Ernährung und ausreichende Flüssigkeitszufuhr, geregelter Schlaf-Wach-Rhythmus, Meidung von Noxen),
Schaffung von Ausgleichsmöglichkeiten (z.B. sportliche Aktivitäten, ausreichende Ruhephasen zwischen belastenden
Tätigkeiten) sowie das Erlernen von entspannenden Maßnahmen (z.B. durch Entspannungsübungen, Copingstrategien) zur
Bewältigung von Stresssituationen.
|