Verstopfung - Ursachen, Symptome und Therapie

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Verstopfung (Obstipation) ist ein Symptom, welches sich bei jedem Menschen zeigen kann und bei dem in vielen Fällen keine ernsthafte Erkrankung zugrunde liegt.

Bei der normalen Defäkation (Leerung des Darms) scheidet der Mensch die nicht vom Organismus aufnehmbaren Bestandteile der Nahrung über den Enddarm aus. Menge, Aussehen, Konsistenz und Zeitpunkt der Ausscheidung sind dabei vor allem von der aufgenommenen Nahrung und der zugeführten Flüssigkeit abhängig.

Daneben spielen unter anderem aber auch die Konstitution des Menschen, die Darmaktivität und die tägliche Bewegung eine wesentliche Rolle. Viele Menschen sind stark fixiert auf ihre Ausscheidungen und sind bereits besorgt, wenn es nicht täglich zu einer Defäkation kommt. Dabei sind Defäkationen einmal alle drei Tage keineswegs als pathologisch zu betrachten. Von einer Verstopfung spricht der Mediziner erst, wenn es innerhalb einer Woche zu weniger als drei Kotausscheidungen kommt.

Dabei sind die Exkremente sehr hart, verursachen zum Teil Schmerzen und können kaum eigenständig den Darm verlassen, sondern sind auf starkes Pressen oder Massieren der Darmregion angewiesen.

In Deutschland leiden, Schätzungen zufolge, bis zu 20 Prozent der Bevölkerung an Obstipationen unterschiedlicher Genese.

Symptome

Das Symptom zeigt sich insgesamt besonders oft in Industrienationen, vermehrt bei Frauen und vor allem im höheren Lebensalter (ab ca. 60). Die Verstopfung ist meist im Dickdarm gelegen. Dieser ist generell langsam in seiner Passage, um der Nahrung noch möglichst viele Bestandteile und Flüssigkeit entziehen zu können.

Ein Überangebot an Nahrung z.B. führt zu einer kaum zu bewältigenden Aufgabe für diesen Darmabschnitt, wodurch es zu Stauungen kommen kann. Neben dem Dickdarm kann auch der Enddarm betroffen sein. Durch Verlegung mit Kotsteinen z.B. kann die Ausscheidung verzögert werden.

Die Hauptursache für Verstopfungen ist eine habituelle Obstipation, die bei nahezu zehn Prozent der Betroffenen vorliegt. Die Funktion des Darms ist durch das Zusammenspiel verschiedener Faktoren gestört.

Hierzu zählen:

  • eine zu geringe Flüssigkeitsaufnahme
  • eine falsche Essgewohnheit (z.B. ballaststoffarm)
  • mangelnde Bewegung sowie
  • Hektik (keine Zeit für den Toilettengang).

Ebenfalls häufig liegt die Ursache für eine mangelhafte Ausscheidung im Reizdarm-Syndrom, bei dem es abwechselnd zu Phasen mit Verstopfung und Phasen mit Durchfall kommt.

Die situative Obstipation kennzeichnet eine kurz in Erscheinung tretende Verstopfung, die sich im Rahmen von Auslandsaufenthalten, bei verändertem Wach-Schlaf-Rhythmus (z.B. bei Wechselschicht) oder einer kurzfristigen Bettlägerigkeit (z.B. bedingt durch Erkrankung) zeigt.

Weitere Ursachen für eine Obstipation sind:

Bei einem Laxantienabusus gewöhnt sich der Darm langsam an die regelmäßige Zufuhr der Abführmittel. Er benötigt im Verlauf immer mehr des Wirkstoffes, um tätig zu werden und reagiert letztendlich ohne das Präparat gar nicht mehr. Betroffene, die an einer Verstopfung leiden, haben das andauernde Gefühl, zur Toilette zu müssen. Die Ausscheidung ist nur erschwert möglich (verursacht durch die Kraftanstrengung zum Teil auch übermäßiges Schwitzen und einen hochroten Kopf bei Betroffenen) und meist mit starken Schmerzen verbunden.

Neben dem Pressen kann unter Umständen auch eine digitale Austastung der Ampulle notwendig sein, um die harten Kotfragmente lösen zu können. Da es bei der Defäkation nicht zu einer vollständigen Entleerung des Darms kommt, bleibt das Gefühl der Völle (neben dem Drang zur Toilette) bestehen.

Zusätzlich können Appetitlosigkeit, Müdigkeit, Kopfschmerzen oder auch ein übler Mundgeruch auftreten. Der verhärtete Kot kann dazu führen, dass die arteriovenösen Schwellkörper des Enddarms sich zu schmerzhaften oder blutenden Hämorrhoiden ausbilden, die zum Teil mit aus dem Darm gedrängt werden.

Manipulationen und der Kot führen zusätzlich zu Rissen, Abszessen oder Verletzungen der Wandstruktur sowie der äußeren Haut. Im schlimmsten Fall entwickelt sich ein Ileus (vollständiger Darmverschluss), bei dem keine Darmtätigkeit mehr feststellbar ist und bei dem ein zügiges Eingreifen (Darmspülung, Einlauf, lösende Medikamente, Operation) notwendig wird, um den Darm zu erhalten.

Anamnese oder Diagnose

Bei der klinischen Abklärung des Problems dient die Anamnese unter anderem zur Ermittlung der Ernährungsgewohnheiten sowie des Tagesablaufs.

Hierdurch lässt sich vielfach eine habituelle Obstipation vermuten. Der Diagnose dienen daneben die Blutentnahme (Blutwerte), ein Stuhltest, die Palpation und Sonographie des Bauchraums sowie eine Koloskopie (Darmspiegelung).

Therapie

Je nach vorliegendem Befund wird die Behandlung gewählt. Vielfach kann das Defäkationsverhalten durch eine gesteigerte Flüssigkeitsmenge, eine ausgewogene Ernährung (ballaststoffreich, Meidung von stopfenden Nahrungsmitteln) sowie durch ausreichende Bewegung normalisiert werden. Verschiedene pflanzliche Präparate (Quellstoffe wie z.B. Leinsamen, Kleie) machen den Stuhl weicher und fördern so die zügige Passage.

Zur kurzfristigen Hilfe dienen Zäpfchen oder Klistiere. Der Gebrauch von Abführmitteln birgt viele Risiken, weshalb eine Einnahme (ist bei einigen schwerwiegenden Erkrankungen unumgänglich) nur unter ärztlicher Kontrolle erfolgen sollte (bzw. man darauf verzichten sollte).

Bei Organerkrankungen oder schweren Störungen kann die vorrangige Behandlung dieser das Defäkationsproblem zum Teil mit lösen, zum Teil ist aber auch ein chirurgischer Eingriff notwendig (z.B. bei Tumoren oder einem Ileus).

Dieser Beitrag wurde letztmalig am 19.07.2012 aktualisiert