Krankenhaus und Ärztewillkür

  • Hallo


    Sorry das ich ein paar Tage nicht anwesend war, aber was in den letzten 17 Tagen abgegangen ist spottet jeder Beschreibung. Ich sage nur Krankenhaus und Schulmedizin !


    Wie schon geschrieben wurde meine Schwiegermutter (81) am 30.12.17 mit Notarzt in das Krankenhaus Landshut eingeliefert, mit einem brennenden Gefühl am ganzen Körper. Da meine Schw,m. Schon seit ihrer Kindheit an Asthma litt und sie nur noch ein drittel funktionierendes Lungengewebe hatte viel der Verdacht des Notarztes auf entweder Anzeichen eines bevorstehenden Herzinfarktes oder einer Lungenembolie.


    Im Krankenhaus ging es ihr dann am Silvestertag schlecht, war aber ansprechbar. Am Neujahrstag waren wir wieder im KH wo uns gesagt wurde sie sei Bewusstlos, und die Werte seine sehr schlecht, es kann sein das sie die Nacht nicht überlebt. Meine Frau war völlig fertig und so gingen wir wieder nach Hause. Am nächsten Tag klingelte bei meiner Frau das Handy , wir dachten schon das KH ruft an ,.... neeein das war meine Schw.m. ! Sie sagte „ ich bin gestern Nacht gestorben , denn als meine Frau zu ihr sagte das wir gestern bei ihr im KH waren sagte sie nur


    Das weiß ich schon, ihr seit ja im Flur gestanden und habt euch mit dem Arzt unterhalten, ich bin ja neben euch gestanden „ ...uff , was war dass denn ? Wie konnte sie das wissen ?


    Wir vermuteten das es sich hier um ein so genanntes Nahtoderlebnis handelte !


    Als man dann 2 Tage später feststellte, das zum 1. Blut im Stuhl gefunden wurde , ihre Blase sich nicht mehr ganz entleerte, und ihre Leberwerte über 1000 waren ( Nierenfunktion fast 0 ) machte man mit der Frau noch schnell ein CT, eine Blasenspiegelung, und eine Magenspiegelung wollten die dann auch noch machen was wir aber durch die Patientenverfügung verhindert haben. Am 9.1. erhielten wir dann gegen 9 Uhr Vormittags einen Anruf von Stationsarzt das meine Schw,m. Bewusstlos sei und das auf Grund der wiederum schlechten Werte zum 2ten mal mit dem Ableben zu rechnen ist. Meine Frau natürlich wieder völlig zusammen gebrochen ! Nur 20 Minuten später dann der Anruf das sie verstorben sei !


    Seit dem Zeitpunkt ist hier die Hölle los, meine Frau steht völlig neben der Spur, und dann noch diese ganzen Sachen die erledigt gehören Begräbnis, Ämtergänge, Anrufe, Verwandte anrufen, usw. usw.



    Ärztewillkür:
    1. das Essen.. unterste Schublade , ich hab´s mal probiert , das ist eine Frechheit !


    2. Personal... Freundlichkeit ist da drin ein Fremdwort


    3. Wieso eine Blasenspiegelung wenn man doch schon den Grund für die nicht ganz entleerte Blase kennt, denn meine Schwm. m. wurde mal an der Geb.-mutter operiert, daher das Problem.


    4. Das vorhaben bei einer 81 jährigen Frau die im Sterben liegt noch eine Magenspiegelung machen zu wollen ?

    Das Leben zwingt uns in die Knie, aber wir haben die Wahl ob wir wieder aufstehen oder am Boden bleiben !

  • Hallo Pankreas,


    ich kenne diese Misere von meiner Mutter und auch von meiner Schwester nur zu gut. Es ist wirklich schrecklich, wie Patienten nach Schema 08/15 im KH behandelt und abgefertigt werden, nach persönlichen Bedürfnissen oder Behandlungen wird nicht gefragt.
    Magen- und Darmspiegelung konnte ich bei meiner Mutter gsd verhindern, obwohl die Ärzte irgendwie drauf brannten, das noch zu machen, um die Ursache einer Darmblutung festzustellen.
    Sie bekam Infusionen einer Übelkeitmedizin, obwohl ich das sehr kritisierte und auch noch vielzuviel von dem Zeug, bis ich kategorisch sagte, daß man zuerst gucken sollte, ob die Medizin überhaupt wirkt.
    Weil ich die Spiegelungen strikt ablehnte, hieß es dann, meine Mutter könne nicht mehr therapiert werden (Flüssigkeit und Blutkonserve wurde dann verweigert), und ich holte Mutter wieder heim. Hinweis der Entlaßärztin 'Ihre Mutter wird daheim allmählich verbluten', was mich zu der Bemerkung veranlaßte, daß es sich daheim freundlicher verbluten ließe als im KH.


    Die Blutung ist gestillt (Staphisagria), nur hat Mutter im KH sowohl das gelegentliche Stehen und ein paar wackelige Schritte noch laufen verlernt, man hat ihr nicht die Möglichkeit dazu gegeben. Leider hat sie dadurch auch verlernt, den Darm gezielt zu erleichtern, nun ist sie 100 % inkontinent.
    Im KH wurde sie von einer sehr alten Frau zur moribunden Greisin. Ich pflege sie daheim mit Unterstützung eines mobilen Pflegedienstes und versuch, ihr noch ein paar fröhliche Momente zu geben.


    Meine Schwester hatte Schmerzen im KH, also haben die Ärzte OHNE deren Wissen Schmerzmittel auf die doppelte Dosis erhöht, und zwar genau das Schmerzmittel, bei dem sie am Ausschleichen war. Un-er-hört!
    Wieder von der unsinnig hohen Schmerzmittelgabe wegzukommen war ein sehr akribisches und schwieriges Unternehmen, gsd ists wieder geschafft. Und jetzt gehts ans Ausschleichen der Antidepressiva, die auch ohne ihr Wissen gegeben wurden, und das Ausschleichen gestaltet sich noch langwieriger und schwieriger als das Runterkommen der Schmerzmittel.
    Es ist erschreckend, mit welcher Unbekümmertheit überhaupt solche Medikamente gegeben werden, oftmals mit dem lapidaren Zusatz 'das wird sehr oft verschrieben...'. Aber macht ein solcher Hinweis die belastende Arznei zu harmlosen Bonbons? NEIN!
    Leider wissen die wenigsten Patienten nicht, in welche Abhängigkeit sie damit gebracht werden, Aufklärung und Hinweise gleich Null!


    "Fressen sie die Packungsbeilage und erschlagen sie ihren Arzt oder Apotheker"


    Dir und Deiner Frau wünsche ich für diese schweren Tage viel Mut und Trost!




    Eva

  • Danke Eva


    Urnenbeisetzung ist jetzt am 23ten , hoffe das Wetter spielt halbwegs mit !


    Tja, Medikamente, die haben meine Schwiemu da im KH mit Morphium vollgepumpt das die Ruhe gibt, so meine Einschätzung.


    Das letzte mal wo wir sie bei Bewusstsein erlebten halluzinierte sie schon " Sie wohnt in München nicht in Landshut, und der Bürgermeister von Landshut will das Krankenhaus kaufen und lauter so Zeugs hat sie erzählt. Vor allem was mir aufgefallen ist, sie hat den Kopf kaum bewegt sondern nur immer mit den Augen wirr rungesehen so als ob sie nicht klar ist im Kopf, ich vermute das dieser Zustand von den Medikamenten ausgelöst wurde.

    Das Leben zwingt uns in die Knie, aber wir haben die Wahl ob wir wieder aufstehen oder am Boden bleiben !

  • Mein aufrichtiges Beleid zum Tode Deiner Schwiegermutter.
    Ich wünsche Dir und Deiner Frau viel Kraft, auch diese schwere Zeit zu überstehen.


    Wenn man diese Berichte liest, läuft es mir eisig kalt den Rücken runter. Leider kenne auch ich diese Geschichten nur zu gut.


    Ich gebe jedem, der es einigermaßen einrichten kann, den Rat: niemals seine alten oder schwerkranken Angehörigen im Krankenhaus alleine zu lassen. Natürlich ist das leicht gesagt, wer kann sich diese Zeit schon nehmen. Doch ich habe die Erfahrung gemacht, daß durch meine ständige Anwesenheit meinen Eltern viel erspart blieb.


    Es ist einfach nur traurig und armselig, wie Menschen bei uns behandelt werden.

  • Danke an alle, ....leider steht uns nach der Beisetzung noch ein weiterer schwerer Gang bevor, denn ihr ehem. Lebensgefährte weiß vom Tod noch nichts, der liegt wegen einem Schlaganfall in München in der Schön Klinik ( Neurologie ) den müssen wir jetzt auch noch besuchen und ihm das irgendwie schonend beibringen. Man muss wissen das sie in aller Freundschaft getrennt haben und sie haben sich immer noch Liebesbriefe geschrieben, .... ich denke der Hauptgrund für die Trennung war damals der große Altersunterschied.


    Wie bringt man jetzt einem halbseitig gelähmten Menschen bei das seine große Liebe gestorben ist ??????????

    Das Leben zwingt uns in die Knie, aber wir haben die Wahl ob wir wieder aufstehen oder am Boden bleiben !

  • Guten Morgen allerseits,


    meine Frau und ich haben beschlossen den Besuch beim ehem. Lebensgefährten meiner Schwiemu. auf heute zu verlegen, denn wir hatten eine etwas Informationsfreudige Schwester am Telefon, die gefragt hat ob wir nicht ein paar Kleidungsstücke und Schuhe bringen könnten ? Ich fragte nur wieso, hat der nichts zum anziehen ? Diese Dame da mit der er die letzten 3 Jahre um die Welt gereist ist, die hat in nach dem er den Schlaganfall hatte in München im KH abgeliefert und hat sich aus dem Staub gemacht, auf nimmer wiedersehen ! Bedeutet, die neue Flamme ( sofern das eine war ?) ist weg, Mam ist tot ! Vor seinem Trip durch die Welt hat er alles verwertbare verkauft, was bedeutet, er hat hetzt nichts mehr. Der liegt jetzt seit 2 Monaten in der Reha und hat sich mehr oder weniger schon aufgegeben. Nicht mal einer seiner ehem. Stammtischspezln hat sich bis jetzt bei ihm gemeldet,... tolle Freunde kann man da nur sagen ! Ich finde das ungeheuerlich, einen fast 70 jährigen Mann in einem KH auszusetzen und ihm alleine zu lassen, der hat jetzt auf gut Deutsch " nicht mal ein Hemd übern Arsch " ! Ich kann da nicht länger warten, ich besorge dem heute noch ein paar Klamotten bei C&A oder Adler, und fahre in die Reha, das beste ist,... er hat keinen Schimmer davon das es doch noch jemand gibt der ihn nicht vergessen hat. Ich kann den Hans nicht alleine lassen, ich würde mir auf ewig Vorwürfe machen , dafür kennt man sich schon zulange !

    Das Leben zwingt uns in die Knie, aber wir haben die Wahl ob wir wieder aufstehen oder am Boden bleiben !

  • Hallo Elli,


    ja, das Jahr fängt schon wieder Super an , man gewöhnt sich schön langsam an das ganze negative um einem herum. Jetzt am Dienstag ist Urnenbeisetzung und Morgen hole ich mir mal soeben meine 12 Augenspritze ab, das ich am Mittwoch zur Nachuntersuchung gehen kann, Herrlich diese Woche, wie ein Fahrt in der Geisterbahn, nur etwas brutaler ! Am Donnerstag kann ich dann auch mal wieder in die Arbeit, wobei ich da ab 14 Uhr in der Reha Klinik bin um meinen Freund zu besuchen wegen seinem Schlaganfall , na ja es reißt nicht ab !

    Das Leben zwingt uns in die Knie, aber wir haben die Wahl ob wir wieder aufstehen oder am Boden bleiben !

  • Ich habe mir diesen Thread durchgelesen und mir kamen die Tränen. Wie kann man Menschen nur so behandeln. Auch von mir ein herzliches Beileid.
    Ich finde es toll wie du dich um den ehem. Lebensgefährten kümmerst und ihn nicht im Stich lässt wie offensichtlich der Rest der Welt. Hat er sich sehr gefreut euch zu sehen? Wie hat er auf die Nachricht reagiert? Ich hoffe es hat ihn nicht noch mehr herunter gezogen.

  • Hi


    ja er hat sich gefreut, wobei er im ersten Moment etwas Probleme hatte uns zu erkennen, na ja ist ja doch schon eine Zeit her wo man sich gesehen hat, und durch den Schlaganfall ist er ja auch etwas gehandicapt . Bei meinem letzten Besuch hat er schon fortschritte gemacht, konnte ausser Ja und Nein auch schon wieder die Wochentage aufzählen. Ich denke es wird..

    Das Leben zwingt uns in die Knie, aber wir haben die Wahl ob wir wieder aufstehen oder am Boden bleiben !