Traditionelle Chinesische Medizin (TCM): Grundlegendes und Details zur TCM Ernährungslehre

  • Da mehrfach die Bitte nach einem Grundsatzartikel zum Thema TCM an mich herangetragen wurde, hier nun einige grundlegende Informationen rund um die Traditionelle Chinesische Medizin. Jedoch ist die TCM ein sehr komplexes und breitgestreutes Gebiet, und ich kann hier nicht jeden Teilbereich in all der Tiefe behandeln, die ich mir wünschen würde. Ich hoffe allerdings, mit den nachfolgenden Informationen eine gutes Basis für ein gewisses Grundverständnis bieten zu können.



    „Gesundheitspflege bedeutet, nicht erst einen Brunnen zu graben, wenn man durstig ist.“


    Dieses historische Zitat stammt aus dem „HuangDi Neijing – Der Innere Klassiker des Gelben Kaisers“, einem der grundlegenden klassischen medizinischen Werke, das etwa im 3. Jahrtausend v. Chr. entstand. Es fasst das Wesen der Chinesischen Gesundheitslehre sehr treffend zusammen und zeigt auf, dass der Fokus auf die Erhaltung der Gesundheit statt auf die „Vertreibung“ von Krankheit gelegt wird, und auch für uns im Westen wird dieser Ansatz der Gesundheitspflege und Gesundheitsförderung ja immer wichtiger.


    Um den Rahmen nicht zu sprengen, sei über die historische Entwicklung der Chinesische Medizin nur so viel erwähnt, dass div. Kaiser und Leibärzte wie oben erwähnt bereits vor Jahrtausenden begonnen haben, ihre Beobachtungen rund um Körperfunktionen, Heilpflanzen u.v.m. und ihre Schlussfolgerungen daraus schriftlich festzuhalten. Auf Grundlage dieser historisch-medizinischen Leitwerke hat sich im Laufe der Zeit die heute Traditionelle Chinesische Medizin, kurz TCM, genannte Gesundheitslehre entwickelt. Diese umfasst diagnostische Verfahren, Erklärungsmodelle und diverse Heiltechniken/therapeutische Verfahren.


    TCM bedient sich einer ganzheitlichen Betrachtungsweise und sieht den Menschen als körperlich-seelisch-geistige Einheit und eingebettet in äußere Gegebenheiten, die von der Natur bestimmt sind. Das erklärte Ziel der Gesundheitspflege nach den Regeln der Traditionellen Chinesischen Medizin ist das Erreichen eines hohen Alters bei guter Gesundheit.


    Als diagnostische Verfahren kommen neben den ausführlichen Gesprächen, in denen auch psychosoziale Aspekte, Lebensumstände, Gewohnheiten, Vorlieben erkundet werden, vor allem Zungendiagnose, Pulsdiagnose und Antlitzdiagnose zum Einsatz.


    Zu den Heiltechniken zählen – neben der weiter unten genauer beschriebenen Ernährungslehre – auch folgende Therapeutische Säulen der TCM:

    • Tuina: Chinesische Heilmassage
    • QiGong und Taiji: sanfte Atem- und Bewegungsabläufe, in deren Mittelpunkt die Atmung steht
    • Akupunktur und Moxibustion: Stimulation bestimmter Punkte mittels Nadeln bzw. Wärme
    • Kräutertherapie: Einsatz von Kräutern sowohl innerlich als auch äußerlich
    • GuaSha und Schröpfen: Streichen/Schaben entlang eines Meridians mit einem Stück Jade oder Horn bzw. der Einsatz von Schröpfgläsern


    Alle diese Heiltechniken kommen sehr gezielt bei bestimmten Problematiken zum Einsatz und bezwecken Stärkung des Qi, Ab-/Ausleitung von Ungewolltem, Behebung von Mängel, Kräftigung von Vorhandenem etc.


    Zu jedem einzelnen Punkt ließen sich ganze Bücher verfassen – in diesem Grundsatzartikel fasse ich jedoch nur Grundlegendes zu den Erklärungsmodellen und zur TCM Ernährungslehre zusammen.


    Grundelemente der TCM

    Drei der grundlegendsten Elemente der TCM sind

    • Yin und Yang
    • die Leitbahnen (Meridiansystem)
    • die fünf Elemente bzw. fünf Wandlungsphasen


    Darüber hinaus gibt es noch eine Fülle an weiteren Begriffen, Systemen, Konzepten, die in der TCM und vor allem in der Befundung von Disharmonien nach TCM von wesentlicher Bedeutung sind.

    Besonders wichtig ist u.a. der Begriff Qi, der sich grob mit Lebensenergie übersetzen lässt, wobei es in der TCM verschiedene Arten von Energien und Essenzen gibt, deren Details für grundlegendes Verständnis der TCM jedoch nicht so wichtig sind.


    Wichtig dafür sind auch folgende zwei Begriffe:

    • Qi = Lebensenergie
    • Substrate/Körperflüssigkeiten = materielle Manifestationen von Qi, in weiterer Folge der Einfachheit halber unter den Bezeichnungen Blut/Säfte zusammengefasst


    Auch, wenn es tatsächlich noch weitere Unterteilungen der Substrate gibt, so genügt es zu wissen, dass Blut/Säfte als Kühl- und Schmiersystem unseres Körpers fungieren und wichtig für die Nährung des gesamten Körpers sind.

    Bitte das hier Geschriebene und Gelesene mit Hausverstand betrachten: Alle angeführten Informationen können klarerweise nicht immer und unter allen Umständen Allgemeingültigkeit haben, vielmehr müssen auch individuelle Gegebenheiten (Krankheiten u.ä.) berücksichtigt werden. Es macht grundsätzlich Sinn, auch Querverweisen und Quellenangaben zu folgen und Informationen querzuchecken, denn oftmals handelt es sich hier im Forum um persönliche Meinungen, nicht um Fakten.

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  • 1. Yin und Yang


    Das Schriftzeichen Yin bedeutet übersetzt „Schattenseite des Hügels“.

    Yin stellt das übergeordnete weibliche Prinzip dar.


    Das Schriftzeichen Yang bedeutet übersetzt „Sonnenbeschienene Seite des Hügels“. Yang stellt das übergeordnete männliche Prinzip dar.

    Yin und Yang ergänzen sich, eines bedingt das andere, beide sind gleich wichtig:


    YIN YANG
    passiv aktiv
    kalt warm
    zusammenziehen ausdehnen
    absinken aufsteigen
    beschützt werden beschützen
    aufnehmen eindringen
    Frau Mann
    Nacht Tag
    Erde Himmel
    Schatten Sonne



    Eine Sache alleine ist in sich ausgeglichen, also Yin und Yang, niemals absolut Yin oder Yang.

    Eine Sache kann aber im Vergleich zu anderen Dingen Yin oder Yang sein, dazu muss man Dinge aber paarweise angeben:


    YIN YANG Kommentar
    Maus Elefant
    Floh Maus Die Maus ist also verhältnismäßig Yin zum Elefant, aber Yang zur Maus.
    trocken feucht
    feucht nass Feucht ist also verhältnismäßig Yang zu trocken, aber Yin zu nass.




    In dem einen ist auch immer das Gegenteil; im größten Dunkel ist auch immer das Potenzial von Licht.



    Yin und Yang sind wesentlich im menschlichen Körper:


    Yin hat u.a. die Aufgabe, unser energetisches System zu kühlen und zu befeuchten. Archetypisch verfügen Frauen über mehr Yin als Männer.


    Yang hat u.a. die Aufgabe, unser energetisches System zu wärmen und aktiv zu halten. Archetypisch verfügen Männer über mehr Yang als Frauen.


    Das Yin unseres Körpers wird besonders verletzt durch spätes Schlafengehen, Stress, Zeitdruck, Bildschirmarbeit, Alkohol, Rauchen, Drogen, ungünstige Mahlzeiten.

    Der Schlaf vor Mitternacht ist besonders wichtig, da sich der Körper zu dieser Zeit besonders gut erholen kann.


    Das Yang unseres Körpers wird besonders verletzt durch zu langes Arbeiten, zu wenig Ruhepausen, durch häufig kalte Mahlzeiten und Getränke und häufig rohes Gemüse und Obst.

    Regelmäßige Bewegung ohne Überlastung aktiviert unser Yang.


    Die Speicherorgane / Yin-Organe (auch Zang-Organe genannt) dienen der Bildung, Speicherung, Transformation in körpereigene Substanzen, die durch den Körper zirkulieren und ihn nähren.


    Die Hohlorgane / Yang-Organe (auch Fu-Organe genannt) sorgen für die Aufnahme von Speisen und Getränken, der Umwandlung in körpereigene Substanzen, der Weiterleitung, Resorption und Ausscheidung.


    Speicher (Zang) Organe Hohl (Fu) Organe
    YIN YANG
    Leber Gallenblase
    Milz Magen
    Herz, Herzbeutel Dünndarm, Dreifacherwärmer
    Lunge Dickdarm
    Nieren Blase


    Jedes Zang-Fu-Organ hat eine zweistündige Hochzeit, zu der es besonders gut arbeitet (hoch im Sinne von „Gegenteil von tief“) – in der Auflistung der fünf Wandlungsphasen ist u.a. auch die jeweilige Hochzeit je Zang-Fu-Organ angeführt.

    12 Stunden später ist die Zeit, in der dieser Funktionskreis am schwächsten ist.

    So arbeitet z.B. der Funktionskreis Milz von 9-11 Uhr am besten und ist von 21-23 Uhr am schwächsten.

    Dieses Prinzip kennen wir unter der Bezeichnung Organuhr.


    Die Zang-Fu-Organe der TCM lassen sich nicht direkt mit den anatomischen Organen, wie wir sie in der westlichen Medizin kennen, „übersetzen“. Anders als in der Anatomie sind die Zang-Fu-Organe der TCM funktionelle Einheiten und beinhalten auch Körperfunktionen, Gewebe, Sinnesorgane, Emotionen und psychischen Aktivitäten – man spricht daher von Funktionskreisen, weil sie viel mehr umfassen als lediglich das anatomische Organ.


    Auch, wenn Zang-Fu-Organe die gleichen Namen wie die Organe der modernen menschlichen Anatomie haben (Herz, Milz, Magen etc.), so ist ihre Bedeutung in der Funktionsweise und den Erkrankungen/Disharmonien doch ganz anders.


    Die Funktionen der Zang-Fu-Organe nach TCM decken sich nicht direkt mit den Funktionen der gleichnamigen Organe der westlichen Medizin: Ein Zang- oder Fu-Organ der TCM kann Funktionen haben, die in der westlichen Medizin auf mehrere Organe aufgeteilt sind oder gar keinem Organ zugeordnet sind. Und Funktionen, die einem Organ der westlichen Medizin zugeordnet sind, können laut TCM von mehreren Funktionskreisen, also Zang- oder Fu-Organen, übernommen werden.


    Diese Unterschiede entstehen dadurch, dass das System der Zang-Fu-Organe mehr umfasst als unsere westliche Anatomie. Es ist gewissermaßen ein anatomisches System, darüber hinaus aber auch ein Konzept der Physiologie und der Pathologie. Weiters spielen auch psychosoziale Faktoren eine wesentliche Rolle, die in der TCM untrennbar mit dem Menschen und den Funktionskreisen verbunden sind und Auswirkungen haben.


    Die Funktionskreise sind dann auch noch in des System der Fünf Elemente eingebettet – dazu unten mehr.


    Wichtig ist zu wissen, dass die Namen der Funktionskreise, obwohl sie die gleichen Namen haben wie wir sie aus der modernen menschlichen Anatomie kennen (Magen, Milz etc.), weit darüber hinausgehen und zum Teil auch andere Funktionen umfassen.


    Das bedeutet in weiterer Folge zum Beispiel auch: Verliert man das anatomische Organ Milz, ist der Funktionskreis Milz (Zang-Organ) immer noch vorhanden – wenn auch geschwächt.



    Yin / Yang: Disharmonien


    Sowohl bei Yin als auch bei Yang kann es Mangel oder Fülle geben. Die Bezeichnungen sind sehr sprechend: Bei Mangel ist zu wenig vorhanden, bei Fülle zu viel.


    Yin-Mangel bedeutet, es ist zu wenig Yin zum Kühlen bzw. Befeuchten vorhanden.

    Yin-Fülle bedeutet zu viel/pathologische Feuchtigkeit bzw. Verschleimung/Verschlackung.


    Yang-Mangel bedeutet, es ist zu wenig Yang zum Wärmen bzw. Verdampfen pathologischer Feuchtigkeit vorhanden.

    Yang Fülle bedeutet zu viel Yang, das Hitze verursacht, aufsteigt oder hochschießt.


    Gesundheit besteht dann, wenn Yin und Yang im Gleichgewicht in unserem System sind.

    Jegliche Dysbalance zwischen Yin und Yang soll schnellstmöglich behoben werden, um zu verhindern, dass sich daraus weitere Dysbalancen entwickeln.

    Bitte das hier Geschriebene und Gelesene mit Hausverstand betrachten: Alle angeführten Informationen können klarerweise nicht immer und unter allen Umständen Allgemeingültigkeit haben, vielmehr müssen auch individuelle Gegebenheiten (Krankheiten u.ä.) berücksichtigt werden. Es macht grundsätzlich Sinn, auch Querverweisen und Quellenangaben zu folgen und Informationen querzuchecken, denn oftmals handelt es sich hier im Forum um persönliche Meinungen, nicht um Fakten.

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  • 2. Leitbahnen / Meridiansystem


    Sehr kurz zusammengefasst:


    Leitbahnen sind Kanäle, in denen Qi, die Lebensenergie, durch den Körper fließt.


    Es gibt Haupt- und Nebenleitbahnen. Die Hauptleitbahnen sind mit je einem Zang- bzw. Fu-Organ verbunden und verlaufen relativ tief im Körperinneren, paarweise jeweils links und rechts der Körpermitte, an der Vorder- und Rückseite, sowie der Körperinnen- und -außenseite. Die Verbindungskanäle zwischen den Hauptleitbahnen heißen Nebenleitbahnen und verlaufen oberflächlicher als die Hauptleitbahnen. Die Nebenleitbahnen stehen in direkter Verbindung mit den Akupunkturpunkten.


    Akupunkturpunkte sind somit direkte Zugangspunkte zur Regulierung von Funktionskreisen.

    Bitte das hier Geschriebene und Gelesene mit Hausverstand betrachten: Alle angeführten Informationen können klarerweise nicht immer und unter allen Umständen Allgemeingültigkeit haben, vielmehr müssen auch individuelle Gegebenheiten (Krankheiten u.ä.) berücksichtigt werden. Es macht grundsätzlich Sinn, auch Querverweisen und Quellenangaben zu folgen und Informationen querzuchecken, denn oftmals handelt es sich hier im Forum um persönliche Meinungen, nicht um Fakten.

  • 3. Fünf Elemente / Fünf Wandlungsphasen und ihre Interaktionszyklen


    Die fünf Elemente – Holz, Feuer, Erde, Metall, Wasser – bilden die Basis, die fünf Wandlungsphasen entsprechen der energetischen Transformation der fünf Elemente. Yin und Yang finden darin – im Großen wie im Kleinen – ihre Manifestation.


    Die fünf Wandlungszeiten ergeben sich aus den vier Jahreszeiten und den Dojo-Zeiten, die die fünfte Jahreszeit bilden.


    Sämtliche Vorgänge in der Natur, und somit auch der Mensch, sind diesen Wandlungsphasen unterworfen.


    Jeder Wandlungsphase sind diverse Eigenschaften, Aspekte, Faktoren (wie z.B. Wirkrichtung, Jahreszeit/Tageszeit/Lebensabschnitt, Farbe, Geschmack), Persönlichkeitsmerkmale u.v.m. und auch die zuvor erwähnten Zang-Fu-Organe zugeordnet.


    Fünf Elemente und ihre historischen Zuordnungen


    Holz

    Wirkrichtung

    aufsteigend

    Jahreszeit

    Frühling

    Farbe

    Grün

    Geschmack

    Sauer

    Tageszeit

    Morgen

    Himmelsrichtung

    Osten

    Klimatischer Faktor

    Wind

    Lebensabschnitt

    Kindheit

    Zang-Organ (Yin)

    Leber / Hochzeit: 1-3 Uhr

    Fu-Organ (Yang)

    Gallenblase / 23-1 Uhr

    Sinnesorgan

    Augen (General hat Überblick)

    Sinn

    Sehen

    Körperflüssigkeit

    Tränenflüssigkeit

    Körperbestandteil

    Sehnen, Bänder, Nägel

    Schädigung durch

    zu viel Gehen/Laufen

    Geruch bei Harmonie

    frischer Körpergeruch

    Geruch bei Disharmonie

    Ranzig (Leber/Gallenblase: Fettverdauung)

    Geräusch

    Schreien

    Geistig-seelischer Aspekt

    Wanderseele HUN

    Positive Aspekte
    (Typische Tugenden / Sozialverhalten)

    Kreativität, Geduld, Toleranz, Flexibilität im Denken und Handeln, Güte, Ideenreichtum, Zivilcourage, gutes Urteilsvermögen, Entscheidungsfähigkeit, Geradlinigkeit, Aufrichtigkeit, zu einer Sache stehen

    Negative Aspekte
    (Emotionaler Aspekt)

    Wut, Zorn, Aggression, Intoleranz, Frust, Kränkung, Ungeduld, Starrsinnigkeit, Sturheit, Machtbesessenheit, Phantasielosigkeit, Feigheit, Rücksichtslosigkeit, Ellenbogentechnik, Entscheidungsschwäche, Opportunismus, "sich mit dem Wind drehen"

    Typisches Gemüse

    Lauch, Sprossen

    Typisches Getreide

    Dinkel, Weizen (Bulgur, Couscous), Grünkern

    Typische Frucht/Obst

    Beeren, Zwetschken

    Typisches Fleisch / Tier

    Geflügel, besonders Huhn

    Feuer

    Wirkrichtung

    oben, in allen Richtungen

    Jahreszeit

    Sommer

    Farbe

    Rot

    Geschmack

    Bitter

    Tageszeit

    Mittag

    Himmelsrichtung

    Süden

    Klimatischer Faktor

    Hitze

    Lebensabschnitt

    Pubertät

    Zang-Organ (Yin)

    Herz (11-13h), Herzbeutel (19-21h)

    Fu-Organ (Yang)

    Dünndarm (13-15h), Dreifacherwärmer (21-23h)

    Sinnesorgan

    Zunge

    Sinn

    Sprechen, Sinnvermittlung

    Körperflüssigkeit

    Schweiß

    Körperbestandteil

    Herz + Blutgefäße

    Schädigung durch

    Stress (zu viele Termine und emotional)

    Geruch bei Disharmonie

    Verbrannt

    Geräusch

    Lachen

    Geistig-seelischer Aspekt

    SHEN

    Positive Aspekte
    (Typische Tugenden / Sozialverhalten)

    Freude, Liebe, Fröhlichkeit, Enthusiasmus, Friedfertigkeit, "mit dem Herzen sehen", Neugierde, Inspiration, gute Mitteilungsfähigkeit, Warmherzigkeit, Esprit, Lebensfreude, Charisma, Humor, Ehrlichkeit, Aufrichtigkeit, Güte, Skrupel, Erkennen & Unterscheiden von zu uns Passendem & Nicht-Passendem, geistige Klarheit, Ethik, Sittlichkeit

    Negative Aspekte
    (Emotionaler Aspekt)

    Misstrauen, Begierde, Hysterie, Traurigkeit, Lethargie, Abgestumpftheit, sich nicht verständlich mitteilen können, Humorlosigkeit, Unreflektiertheit

    Typisches Gemüse

    Wasserspinat (blutbildend)

    Typisches Getreide

    Rispenhirse (Körner-Würstel für Wellensittiche)

    Typische Frucht/Obst

    Aprikose

    Typisches Fleisch / Tier

    Schaf, Ziege

    Erde

    Wirkrichtung

    harmonisierend in alle Richtungen

    Jahreszeit

    Spätsommer

    Farbe

    Gelb (ins Orange/Ocker gehend)

    Geschmack

    Süß

    Tageszeit

    Nachmittag

    Himmelsrichtung

    Südwesten

    Klimatischer Faktor

    Feuchtigkeit

    Lebensabschnitt

    frühes Erwachsenenalter (in Gesellschaft/Beruf etabliert, Kinder in Planung)

    Zang-Organ (Yin)

    Milz / Hochzeit: 9-11 Uhr

    Fu-Organ (Yang)

    Magen / Hochzeit: 7-9 Uhr

    Sinnesorgan

    öffnet sich im Mund

    Sinn

    Geschmackssinn

    Körperflüssigkeit

    Speichel

    Körperbestandteil

    Bindegewebe, Muskulatur

    Schädigung durch

    zu viel Sitzen, Grübeln (problemorientiert)

    Geruch bei Harmonie

    süßlich-duftend (nach frischer Erde)

    Geruch bei Disharmonie

    feucht-modrig ("Erdkeller")

    Geräusch

    Singen

    Geistig-seelischer Aspekt

    YI, geistig/spirituelles Bewusstsein
    (Bodenständigkeit, nicht aus der Ruhe bringen lassen)

    Positive Aspekte
    (Typische Tugenden / Sozialverhalten)

    Unterscheidung von Wichtigem & Unwichtigem, Fürsorglichkeit, Selbstvertrauen, Empathie, Nächstenliebe, gutes Bauchgefühl, lösungsorientiertes Denken, rationales Denken, Konzentration auf das Wesentliche, Vernunft, Hilfsbereitschaft

    Negative Aspekte
    (Emotionaler Aspekt)

    Grübeln, unproduktives Denken, problemorientiertes Denken, Overprotecting, Helfer-Syndrom, Suchtverhalten, Anorexie, Bulimie, Unachtsamkeit im Umgang mit sich selbst & anderen, Selbstmitleid, Unfähigkeit Hilfe anzunehmen, ständiges Einmischen in andere Angelegenheiten, Fanatismus, Klebrigkeit

    Typisches Gemüse

    Wurzelgemüse, Sonnenblume

    Typisches Getreide

    Mais, Hirse

    Typische Frucht/Obst

    Dattel (normale + rote)

    Typisches Fleisch / Tier

    Rindfleisch

    Metall

    Wirkrichtung

    innen nach außen, oben, dann unten

    Jahreszeit

    Herbst

    Farbe

    Weiß oder Silber

    Geschmack

    Scharf

    Tageszeit

    Nachmittag

    Himmelsrichtung

    Westen

    Klimatischer Faktor

    Trockenheit, Dürre

    Lebensabschnitt

    Zeitpunkt, wenn man beginnt Lebensbilanz zu ziehen (nicht erst Pension)

    Zang-Organ (Yin)

    Lunge / Hochzeit: 3 - 5 Uhr

    Fu-Organ (Yang)

    Dickdarm / Hochzeit: 5 - 7 Uhr

    Sinnesorgan

    Nase, Haut, Atemwege/HNO, Kehlkopf

    Sinn

    Riechen

    Körperflüssigkeit

    Nasensekret, Lungensekret

    Körperbestandteil

    Haut, Körperhaare

    Schädigung durch

    langes Liegen, Trockenheit

    Geruch bei Disharmonie

    unangenehm, metallisch

    Geräusch

    Weinen

    Geistig-seelischer Aspekt

    Körperseele PO

    Positive Aspekte
    (Typische Tugenden / Sozialverhalten)

    Pflichtgefühl, Gerechtigkeitssinn, Sauberkeit, Ordnungssinn, Großzügigkeit, Selbstlosigkeit

    Negative Aspekte
    (Emotionaler Aspekt)

    Trauer

    Typisches Gemüse

    Zwiebel, Kohlrabi, Rettich

    Typisches Getreide

    Reis

    Typische Frucht/Obst

    Pfirsich (Birne, Mandarine, Orange)

    Typisches Fleisch / Tier

    Tiger, Pferd, Panzer-Schuppentier

    Wasser

    Wirkrichtung

    unten, in die Tiefe

    Jahreszeit

    Winter

    Farbe

    Dunkelblau oder Schwarz

    Geschmack

    Salzig

    Tageszeit

    Abend & Nacht

    Himmelsrichtung

    Norden

    Klimatischer Faktor

    Kälte

    Lebensabschnitt

    Alter

    Zang-Organ (Yin)

    Niere / Hochzeit: 17-19 Uhr

    Fu-Organ (Yang)

    Harnblase / Hochzeit: 15-17 Uhr

    Sinnesorgan

    Ohren

    Sinn

    Hören

    Körperflüssigkeit

    Samenflüssigkeit, Spucke, Menstruations-Blut, Urin

    Körperbestandteil

    Knochen(-mark), Gehirn, Zähne, Nerven

    Schädigung durch

    zu viel Stehen

    Geruch bei Disharmonie

    faulig

    Geräusch

    Stöhnen

    Geistig-seelischer Aspekt

    ZHI Willensstärke, Lebenswille

    Positive Aspekte
    (Typische Tugenden / Sozialverhalten)

    Mut, Durchhaltevermögen, Willenskraft, Weisheit, Tollkühnheit, Übermut, Lebenswille, den Dingen auf den Grund gehen, philosophische Überlegungen

    Negative Aspekte
    (Emotionaler Aspekt)

    Angst, Machtsucht, Machogehabe, Sex zur Selbstbestätigung, Ängstlichkeit, Schüchternheit, diktatorisches Verhalten, Oberflächlichkeit, fehlende Ausdauer bei Projekten

    Typisches Gemüse

    Bohnenkraut

    Typisches Getreide

    Bohne (Saubohne) trocknet

    Typische Frucht/Obst

    Maroni trocknet

    Typisches Fleisch / Tier

    Schwein befeuchtet

    Bitte das hier Geschriebene und Gelesene mit Hausverstand betrachten: Alle angeführten Informationen können klarerweise nicht immer und unter allen Umständen Allgemeingültigkeit haben, vielmehr müssen auch individuelle Gegebenheiten (Krankheiten u.ä.) berücksichtigt werden. Es macht grundsätzlich Sinn, auch Querverweisen und Quellenangaben zu folgen und Informationen querzuchecken, denn oftmals handelt es sich hier im Forum um persönliche Meinungen, nicht um Fakten.

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  • Die Wandlungsphasen beeinflussen einander in Interaktionszyklen:

    • Fütterungs- oder Hervorbringungszyklus
    • Erschöpfungszyklus
    • Kontrollzyklus
    • Verachtungs- oder Verletzungszyklus


    Weiters gibt es noch den Bruder-Schwester-Zyklus, einen Selbstheilungszyklus, bei dem Thermik und Geschmack als ausgleichende Schwester (Yin) oder Bruder (Yang) eingesetzt werden, um Disharmonien in einer Wandlungsphase auszugleichen.

    „Bruder und Schwester unterstützen einander.“


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  • Ernährungslehre nach TCM


    Die Ernährungslehre nach TCM basiert grundlegend auf den zuvor beschriebenen Konzepten und dem daraus resultierenden Verständnis von Gleichgewicht/Harmonie (= Gesundheit) bzw. dem Erkennen von Disharmonien und deren Ausgleich.


    Über die zuvor erwähnten diagnostischen Methoden (Zungen-/Puls-/Antlitzdiagnose und ausführliches Gespräch) können Disharmonien festgestellt werden. Diese Disharmonien können einen Funktionskreis betreffen (oder meist mehre) und/oder grundlegende Bereiche wie Yin und Yang, Qi, Blut/Säfte.


    Wie zuvor schon bei Yin und Yang erwähnt, kann es auch Qi-Mangel, Blut-Mangel und Säfte-Mangel geben. Weiters gibt es noch Stagnationen (wenn etwas gestaut ist statt frei zu fließen) und Problematiken mit Hitze, Kälte, Wind, Feuchtigkeit – alles das in verschiedensten Kombinationen wie z.B. FeuchteKälte, FeuchteHitze u.v.m.


    Nachdem im ausführlichen Patientengespräch Symptome und viele, viele Details u.a. über die Ernährungsgewohnheiten gesammelt und gestützt auf die diagnostischen Methoden die Disharmonien festgestellt wurden, wird ein individuelles therapeutisches Konzept inkl. Ernährungskonzept erstellt.


    Das therapeutische Konzept bezieht sich dabei nicht ausschließlich auf Ernährung, sondern berücksichtigt auch psychosoziale Faktoren, woraus auch Vorschläge in anderen Lebensbereichen resultieren wie Stress-/Zeit-Management, Ärger-Management, Bewegung/Sport u.v.m.

    Es ist wichtig, dem Klienten sehr gut zuzuhören und sich ein umfassendes Bild seiner Lebenssituation aber auch seiner Gewohnheiten (über Ernährungsgewohnheiten hinaus) zu machen. So wird man einem Klient mit einer ausgeprägten Feuchtigkeitsproblematik, der seinen Urlaub am liebsten in der Therme verbringt, u.a. dringend ans Herz legen, Dampfbad tunlichst zu vermeiden und stattdessen besser in die Sauna zu gehen.


    Wenn man die Grundlagen der Disharmonien und den Zusammenhang zwischen den Funktionskreisen und deren Interaktionszyklen einmal wirklich verstanden hat, sind das Konzept der Ernährungslehre nach TCM und die Möglichkeiten zur Behebung von Disharmonien im Grunde extrem logisch und nachvollziehbar. Es gibt allerdings extrem viele Disharmonien: 5 Elemente mit je 2 Zang-Fu-Organen/Funktionskreisen, die die verschiedensten Disharmonien wie o.a. Hitze/Kälte/Stagnationen etc. haben können, das ergibt schon mal zig Disharmonien. Dazu kommt, dass es kaum jemanden gibt, der nur eine einzige Disharmonie hat – es gibt also noch unzählige Kombinationen, bei denen man die grundlegende Ursache finden/wissen muss, um das richtige Konzept zu erstellen, ohne andere vorhandene Disharmonien zu verschlechtern.


    Es ist also wichtig, einen gut ausgebildeten TCM-Therapeuten zu wählen.


    Zumindest in Österreich dauert die Ausbildung in TCM-Ernährungslehre 2 Jahre und umfasst neben TCM-Ernährungslehre selbst auch Zungen-/Puls-/Antlitzdiagnose, wie es auch ein TCM-Arzt lernt, und Kräuterkunde. Im Gegensatz zu TCM-Ärzten dürfen TCM-Ernährungsberater aber nicht Akupunktur anbieten.


    Grundsätzlich empfiehlt es sich – bei nicht-akuten! – Beschwerden, zuerst nach TCM-Ernährungslehre gegenzusteuern und wenn nötig mit Kräutern, die ebenfalls der TCM-Ernährungsberater zusammenstellen/empfehlen kann. Damit lassen sich nämlich überraschend viele Disharmonien beheben – oft sogar Krankheiten, bei denen die westliche Medizin wenig oder gar nichts ausrichten kann oder Chemiekeulen einsetzt, die der Klient nicht nehmen möchte.


    In manchen Fällen ist zusätzlich das Hinzuziehen eines TCM-Arztes sinnvoll, der manche Disharmonien noch schneller ausgleichen kann als man es mit einer Ernährungsumstellung kann. In den meisten Fällen ist es aber zielführend, den Klienten zuerst die Erfahrung machen zu lassen, wieviel er selbst zur Verbesserung seiner Symptome beitragen kann (durch Ernährung und ggf. Änderung gewisser Gewohnheiten), dass er also seine Gesundheit selbst in der Hand hat.


    Das ist in meinen Augen der wesentliche Vorteil von Ernährung nach TCM-Ernährungslehre: Man kann dadurch Problematiken erkennen – oft deutlich früher und umfassender als mit Methoden der westlichen Medizin – und lernt, seinem Körper das Passende zuzuführen und seine Gesundheit auch proaktiv in die eigene Hand zu nehmen.


    Ist nicht jedermanns Sache, es gibt aber erfreulicherweise immer mehr Menschen, die genau das wollen.

    Bitte das hier Geschriebene und Gelesene mit Hausverstand betrachten: Alle angeführten Informationen können klarerweise nicht immer und unter allen Umständen Allgemeingültigkeit haben, vielmehr müssen auch individuelle Gegebenheiten (Krankheiten u.ä.) berücksichtigt werden. Es macht grundsätzlich Sinn, auch Querverweisen und Quellenangaben zu folgen und Informationen querzuchecken, denn oftmals handelt es sich hier im Forum um persönliche Meinungen, nicht um Fakten.

  • Wirkungsweise statt Inhaltsstoffe


    Im Gegensatz zur westlichen Diätetik richtet sich die TCM-Ernährungslehre nicht nach Inhaltsstoffen von Lebensmitteln, sondern orientiert sich an deren Wirkweise. Es ist also unerheblich, wieviel Eiweiß, Kohlehydrate, Fett, Ballaststoffe, Vitamine oder Mineralstoffe ein Lebensmittel hat – vielmehr geht es rein um die jeweilige Wirkungsweise:

    • Temperaturverhalten = Thermik und deren Wirkrichtungen
    • Wirkungen der fünf Geschmäcker und deren Wirkrichtungen
    • Kochmethoden und deren Wirkungen


    Darüber hinaus wird auch das Kochgeschirr berücksichtigt, und es wird auch ganz großen Wert gelegt auf eine unterstützende Ess- und Tischkultur (siehe unten „Allgemeine Empfehlungen nach TCM-Ernährungslehre“)


    Oft findet man Lebensmittelisten, in denen Lebensmittel nach ihrer Thermik unterteilt aufgelistet sind. Dies berücksichtigt jedoch nur einen kleinen Teil der Wirkungsweisen von Lebensmittel und trägt den übrigen Wirkungsweisen, die mindestens ebenso wichtig sind wie die Thermik, keinerlei Rechnung. Deswegen sind solche Lebensmittel mit absoluter Vorsicht zu genießen, denn es hilft nicht zu wissen, dass ein Lebensmittel z.B. eine warme Thermik hat, ohne gleichzeitig auch zu berücksichtigen, ob es dabei trocknend oder befeuchtend und senkend oder hebend etc. wirkt.


    Temperaturverhalten = Thermik und deren Wirkrichtungen

    • Heiße Thermik wirkt stark nach oben, vertreibt Kälte, stärkt Yang
    • Warme Thermik wirkt nach oben, stärkt Yang und Qi
    • Neutrale Thermik gleicht thermisches Ungleichgewicht aus, harmonisiert
    • Kühle Thermik wirkt nach unten stärkt u.a. Yin und Blut
    • Kalte Thermik wirkt stark nach unten, senkt aufgestiegenes Yang, vertreibt Hitze


    Wirkungen der fünf Geschmäcker und deren Wirkrichtungen


    Wandlungsphase Holz: Saurer Geschmack

    • adstringierend (zusammenziehend), leitet nach innen
    • bewahrt die Säfte, hält Qi, nährt das Blut
    • z.B.: Beeren


    Wandlungsphase Feuer: Bitterer Geschmack

    • Bitter-Kalt leitet nach unten, Verwendung zum Ausleiten von Hitze
    • Trocknet (bei jeder Thermik)
    • z.B.: bittere Blattsalate, Kaffee


    Wandlungsphase Erde: Süßer Geschmack

    • entspannt, harmonisiert in alle Richtungen
    • stärkt Qi
    • z.B. Wurzelgemüse, Rind


    Wandlungsphase Metall: Scharfer Geschmack

    • von innen nach außen, nach oben, dann nach unten
    • bewegt Qi und Blut, löst Stagnation, befreit und öffnet Oberfläche
    • z.B. Sprossen, Ingwer *)


    Wandlungsphase Wasser: Salziger Geschmack

    • in die Tiefe, bis zum Knochen
    • weicht auf, trocknet
    • z.B. Fisch **), Hülsenfrüchte


    *) Ingwer ist thermisch sehr heiß und hat somit gesamt gesehen eine andere Wirkung als die viel kühleren Sprossen.

    **) Meeresfische sind thermisch viel wärmer als Süßwasserfische, weswegen bei Hitzeproblematiken wie z.B. MagenHitze/MagenFeuer (Sodbrennen) zwar Süßwasserfische gegessen werden können, jedoch keine Meeresfische.


    Es genügt also keinesfalls, die Thermik oder den Geschmack (= Zuordnung zu einem Element) eines Lebensmittels, Gewürzes oder Getränks zu berücksichtigen. Vielmehr ist die Berücksichtigung aller Wirkweisen wichtig – ebenso wie die Wahl der richtigen Kochmethode.



    Kochmethoden und deren Wirkungen

    • Qi-stärkend: langes Kochen – z.B. Eintöpfe, Kraftsuppen mit Fleisch
    • Yang stärkend: anbraten, grillen, im Backrohr braten, mit Alkohol kochen, Kochen mit Gas oder am Lagerfeuer
    • Säfte aufbauend: klare und saftige Zubereitung wie z.B. klare Suppen, Kompotte, aber auch pürierte, nicht zu dicke Gemüsesuppen; dünsten, blanchieren
    • Yin aufbauend: saftig-musig wie z.B. cremige, dicke Suppen, unter Verwendung von Ölen, Fetten oder öligen Nahrungsmitteln wie Nüssen oder Avocado



    Umsetzungsbeispiel:

    Jemand mit einer Yang-Fülle-Problematik sollte also z.B. Zwiebel/Knoblauch und gegrilltes Rinder-Steak oder gegrillten Lachs meiden.


    Weitere Details bzw. konkrete Ernährungstipps bei MagenHitze/MagenFeuer siehe Thread "ständiges Sodbrennen durch falsche Ernährung"

    Bitte das hier Geschriebene und Gelesene mit Hausverstand betrachten: Alle angeführten Informationen können klarerweise nicht immer und unter allen Umständen Allgemeingültigkeit haben, vielmehr müssen auch individuelle Gegebenheiten (Krankheiten u.ä.) berücksichtigt werden. Es macht grundsätzlich Sinn, auch Querverweisen und Quellenangaben zu folgen und Informationen querzuchecken, denn oftmals handelt es sich hier im Forum um persönliche Meinungen, nicht um Fakten.

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  • Allgemeine Empfehlungen nach TCM-Ernährungslehre


    Um einen guten Stoffwechsel zu gewährleisten (= sein Verdauungsfeuer zu schüren), berücksichtigt man auch Folgendes:

    • Kein schnelles Essen aus dem Kühlschrank (wenn schon unbedingt Kaltes/Rohes, dann wenigstens auf Zimmertemperatur)
    • Keine eisgekühlten Speisen oder Getränke (der Körper hat sonst mehr Mühe beim Aufwärmen auf Körpertemperatur, was zumindest den Funktionskreis Erde und das Qi schwächt)
    • Wenig thermisch Kaltes
    • Wenig rohes Obst und Gemüse
    • Selten Milchprodukte (befeuchten stark)
    • Selten weißen Zucker (befeuchtet stark)
    • Keine Mikrowelle
    • Keine Fertiggerichte/industriell verarbeitete Speisen
    • Selten Tiefkühlkost


    WICHTIG:

    • Jahreszeitlich abgestimmte Ernährung (im Winter nicht noch zusätzlich viel Kaltes etc.)
    • Verwendung von saisonal und regional vorhandenem Obst und Gemüse
    • Regelmäßig Suppen, um den Magen anzuwärmen
    • Vermeidung von zu späten, abendlichen Mahlzeiten, um die ruhenden Funktionskreise Magen und Milz nicht zu überfordern und Gärprozesse zu vermeiden

    • Am besten warm frühstücken (am besten vor 9 Uhr, allerspätestens bis 11 Uhr, um die Hochzeit von Magen und Milz zu nutzen und sie besonders zu stärken)


    Grundsätzlich gilt „Frühstücke wie ein König, esse mittags wie ein Bürger, abends wie ein Bettler.“



    Auch die Ess- und Tischkultur ist von großer Bedeutung:

    • Mit Freude kochen, genussvoll essen
    • Entspannte Mahlzeiten = nicht nebenbei essen, Arbeit und Essen nicht vermischen, nicht neben dem Lesen oder Fernsehen essen
    • Keine Streitgespräche während des Essens
    • Ohne Ärger essen – dieser wird sonst im wahrsten Sinne des Wortes hinuntergeschluckt
    • Langsam essen, gut kauen
    • Während des Essens keine Getränke, besser zwischen den Mahlzeiten trinken
    • Für schöne Atmosphäre beim Essen sorgen, den Tisch daher auch im Alltag schön decken

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  • Literaturempfehlungen


    Folgende Bücher (und viele mehr) wurden uns bisher während unseres Diplomlehrganges „TCM-Ernährungslehre“ von unserer Ausbildungsleiterin empfohlen:


    „Das große Buch der chinesischen Medizin: Die Medizin von Yin und Yang in Theorie und Praxis“ von Ted Kaptchuk

    "Die fünf Wandlungsphasen – Das Tor zur chinesischen Medizin" von Klaus-Dieter Platsch

    „Bildatlas der Akupunktur“ von Hans P. Ogal

    „Kraftsuppen nach der Chinesischen Heilkunde“ von Karola Schneider

    „Das Fünf Elemente Kochbuch“ von Barbara Temelie

    „Chinesische Diätetik“ von Engelhardt/Hempen

    „Die Wandlungsphasen der Traditionellen chinesischen Medizin – Wandlungsphase Erde“ von Udo Lorenzen und Andreas Noll


    Die ersten vier Bücher kann ich aus eigener Erfahrung empfehlen.


    Ebenfalls empfehlenswert sollen Bücher von Georg Weidinger sein, einem österreichischen Arzt (westliche Medizin und TCM), der Bücher wie „Der Goldene Weg der Mitte: Erkrankungen mit westlicher und Chinesischer Medizin verstehen und behandeln“ und „Die Heilung der Mitte: Die Kraft der Traditionellen Chinesischen Medizin“ geschrieben hat. Durch seinen Schreibstil sollen seine Bücher besonders gut zu lesen sein.



    Weiterführende Links für Internet-Recherche

    https://de.wikipedia.org/wiki/…nelle_chinesische_Medizin

    https://de.wikipedia.org/wiki/Konfuzius

    https://de.wikipedia.org/wiki/Chinesische_Mythologie

    https://de.wikipedia.org/wiki/Shennong_ben_cao_jing

    https://www.carstens-stiftung.…chinesische-organuhr.html

    http://reikicorner.at/werkstatt/wiki/die-organuhr/

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    Einmal editiert, zuletzt von Aloha.Nui () aus folgendem Grund: Buchempfehlungen ergänzt

  • Ich habe diese Texte nach bestem Wissen und Gewissen und vorwiegend anhand meiner Seminar-Unterlagen und aufbauend auf die Seminarinhalte des Diplomlehrgangs „Chinesische Ernährungslehre“, den ich seit rund einem Jahr besuche, erstellt. Ich bin derzeit noch kein fertig ausgebildeter Ernährungsberater nach TCM.


    Um den Rahmen hier nicht gänzlich zu sprengen, habe ich vieles nicht näher beschrieben oder komplett weggelassen, einiges habe ich der Einfachheit halber stark verkürzt geschildert. Die obigen Texte dienen lediglich dazu, grundlegendes Wissen über die Traditionelle Chinesische Medizin und speziell die Ernährung nach TCM zu erlangen – für ein tieferes Verständnis und die sinnvolle praktische Umsetzung ist jedenfalls weitere Beschäftigung mit dem Thema notwendig.


    Die Texte habe ich selbst geschrieben, die Zeichnungen bzw. Grafiken selbst erstellt. Sobald meine eigene Website online ist, werde ich diesen Text (eventuell in abgewandelter Form) und die Grafiken auch auf meiner Website veröffentlichen.


    Liebe Grüße

    Andrea

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  • Ich habe letzten Montag einen Vortrag von Dr. Florian Ploberger besucht: Medikamenten-Wirkung aus Sicht der TCM. War ausgesprochen interessant!


    Der Vortrag und mein anschließendes Gespräch mit Dr. Ploberger über die Wirkung von Q10 und Weihrauch aus TCM Sicht hat mich zu einem Thema für meine Diplomarbeit inspiriert - und heute habe ich das Okay meiner Ausbildungsleiterin dazu bekommen: NEM aus Sicht der TCM.


    Ich freue mich sehr, denn ich hatte bisher befürchtet, dass sich das gegenseitig ausschließt - tut es aber gar nicht, es ist bloß ungewöhnlich ;-)

    Bitte das hier Geschriebene und Gelesene mit Hausverstand betrachten: Alle angeführten Informationen können klarerweise nicht immer und unter allen Umständen Allgemeingültigkeit haben, vielmehr müssen auch individuelle Gegebenheiten (Krankheiten u.ä.) berücksichtigt werden. Es macht grundsätzlich Sinn, auch Querverweisen und Quellenangaben zu folgen und Informationen querzuchecken, denn oftmals handelt es sich hier im Forum um persönliche Meinungen, nicht um Fakten.

  • Danke Aloha.Nui, für die Arbeit an diesem Thema!

    In Anbetracht Deiner Ausführungen ist eine vegane Rohkost- Ernährung eigentlich dann Kontraproduktiv für viele Europäer....

    vor Allem im Winter!!?

    Wer in meinen Beiträgen (Rechtschreib)fehler findet, darf sie sich gerne behalten!;)

  • In Anbetracht Deiner Ausführungen ist eine vegane Rohkost- Ernährung eigentlich dann Kontraproduktiv für viele Europäer....

    vor Allem im Winter!!?

    Völlig richtig: Rohkost schwächt die sogenannte Mitte (= Funktionskreise Magen und Milz), die der Anfang der Verdauung ist.


    Häufig Rohkost schwächt u.a. MagenQi und MilzQi/MilzYang, was zu weiteren Disharmonien führen kann.


    Gerade bei äußerer Kälte (Winter) ist es besonders wichtig, warm (und saftig) zu essen, um die Mitte zu stärken - zum Beispiel durch Suppen, Eintöpfe.

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  • Ursprüngliche Postings:

    Magen / Darm

    Magen / Darm

    Danke für Deine wunderbare Antwort! Gerne nehme ich von Dir Buchtipps entgegen!:)

    Leider habe ich keine Buchtipps bzgl. Pulsdiagnose und Zungendiagnose mitgebracht: Unsere Ausbildungsleiterin hat hauptsächlich Unterlagen aus ihrer Ausbildung in China herangezogen - und ich muss zugeben, ich kann mir gerade überhaupt nicht vorstellen, wie man Pulsdiagnostik rein aus Büchern lernen kann. Bei der Zungendiagnose ist das sicherlich leichter möglich, aber bei der Pulsdiagnose reicht es nicht, die Fakten zu lesen (oder Videos anzusehen), man muss die unterschiedlichen Pulsqualitäten fühlen.


    Und da beide, die Puls- wie auch die Zungendiagnostik, auf die TCM aufbauen, muss man die TCM-Grundlagen gut verstehen und die Disharmonien aller Funktionskreise kennen, um dann mit den Ergebnissen der Puls- und Zungendiagnostik etwas anfangen zu können.


    Es gibt ein Buch über Pulsdiagnose von Dr. Florian Ploberger, bei dem ich vor ein paar Tagen einen tollen Vortrag gehört habe. Er ist ein Kenner und sehr anerkannt. Das werde ich mir zulegen, aber ich weiß nicht, inwieweit es zum Selbststudium geeignet ist (abgesehen davon, dass man die Pulse wie erwähnt vor allem fühlen muss).

    "Pulsdiagnose in der Chinesischen und Ayurvedischen Medizin" von Florian Ploberger und Verma Vinod


    Zungendiagnostik ist über Bücher sicherlich leichter erlernbar, weil es da tatsächlich "nur" darum geht, die Zungenbilder den Disharmonien nach TCM zuzuordnen - das ist sehr logisch und mit guten Bildern und Erklärungen bestimmt machbar.

    Mich spricht am meisten das Buch "Praxis der chinesischen Zungendiagnostik: Vom Zungenbild zum Behandlungsplan und das Zungenbild im Therapieverlauf" von Oliver Gerlach an - das werde ich mir zulegen. Allerdings interessieren mich halt vor allem die Zungenfotos (die zum Teil echt erschreckend sind =O) und ich weiß ich nicht, wie einfach und gut die Erklärungen sind.


    Wenn dich diese Diagnosetools interessieren, würde ich eher schauen, ob du irgendwo ein passendes Seminar findest - glaube ehrlich gesagt, dass das zielführender ist als Selbststudium.


    Bin jedenfalls sehr beeindruckt und begeistert, was man mittels Zungen- und Pulsdiagnose alles erkennen kann!

    Bitte das hier Geschriebene und Gelesene mit Hausverstand betrachten: Alle angeführten Informationen können klarerweise nicht immer und unter allen Umständen Allgemeingültigkeit haben, vielmehr müssen auch individuelle Gegebenheiten (Krankheiten u.ä.) berücksichtigt werden. Es macht grundsätzlich Sinn, auch Querverweisen und Quellenangaben zu folgen und Informationen querzuchecken, denn oftmals handelt es sich hier im Forum um persönliche Meinungen, nicht um Fakten.

  • Hallo Aloha.Nui,

    warum soll Rohkost schwächen? Die Natur und Evolution des Menschen vor der Anwendung des Feuers kennt nur Rohkost. Und genau deshalb ist auch unsere Verdauung auf die Erschließung von Rohkost angelegt. Jedes Erhitzen von Nahrung zerstört Mikronährstoffe und wichtige sekundäre Pflanzenstoffe. Am empfindlichsten sind wichtige pflanzliche Enzyme, die schon ab 45 Grad Celsius zerstört werden. Sie werden auch durch Einfrosten von Nahrung zerstört.

    Rohkost ist damit die natürlichste Ernährung.

    Allerdings sind die meisten Menschen dermaßen von Rohkost entwöhnt, dass sie nur langsam wieder einsteigen könnten. Aber es wäre durchaus möglich.

    Ich bin der Auffassung, dass Rohkost die Verdauung stärkt und nicht schwächt.

    Liebe Grüße

    Bernd

    „Sage mir, was du isst, und ich sage dir, wer du bist.“ (Jean Anthelme Brillat-Savarin)

  • warum soll Rohkost schwächen?

    Hallo Bernd,


    Die TCM geht zurück auf jahrtausende alte Beobachtungen aus der Natur - die Inhaltsstoffe von Lebensmitteln (Vitamine etc.) spielten damals keine Rolle und werden auch heute in der TCM nicht beachtet. Vielmehr geht es in der TCM ausschließlich um die Wirkung von Lebenmitteln auf die Funktionskreise.

    Die TCM kennt auch keine Anatomie in unserem Sinne, sondern erklärt sich die Zusammenhänge und Abläufe im Körper auf Basis der Funktionskreise mit seinen Zang- und Fu-Organen, die jedes für sich eine Funktion innerhalb des Verdauungskreislaufs haben und alle gemeinsam für die Gewinnung der Nachgeburtlichen Energie zuständig sind.


    Die einzelnen Organe bzw. Funktionskreise (man kann die Zang- und Fu Organe trotz größtenteils gleicher Bezeichnungen wie z.B. Leber oder Magen oder Milz nicht 1:1 mit unseren Organen/unserer Anatomie gleichsetzen) reagieren unterschiedlich gut bzw. schlecht auf die unterschiedlichen Thermiken (wie Kälte, Wärme) und auch Geschmäcker und ihre Wirkungen (wie z.B. sauer, bitter etc.).


    Die Mitte (= Funktionskreise Milz & Magen) bildet den Beginn der Nahrungsaufbereitung und damit dem Gewinn der Essenzen/der Energie aus der Nahrung. Der Magen braucht es warm - wenn er Kaltes oder Rohes verarbeiten muss, verbraucht er viel mehr Kraft/Energie/Qi, um die Nahrung zuerst auf Körpertemperatur zu bringen, damit er sie verbreien und verarbeiten kann. Dieser zusätzliche Energiebedarf schwächt ihn - das kann so weit gehen, dass der Körper aus der Nahrung nicht genug Energie bekommt und dann somit an die Reserven/die Substanz gehen muss, die dann immer weniger wird.


    Nach TCM soll man 3 x täglich warm essen, wobei die Hauptmahlzeit die Morgenmahlzeit sein sollte - siehe Allgemeine Empfehlungen nach TCM-Ernährungslehre.


    Es ist dies ein komplett anderes und für uns durchaus anfangs ungewohntes Erklärungssystem. Aber es funktioniert - kann ich aus eigener Erfahrung aus der Praxis bestätigen. Hat mich selbst echt überrascht, wie tiefgreifenden Einfluss und weitreichende Wirkung Ernährung hat, wo jetzt nach ein paar Wochen strengem Essen nach TCM (persönlich auf meine Disharmonien zugeschnitten) plötzlich Dinge besser werden, an denen ich zum Teil seit Jahren laboriere ...


    Das alles, was ich hier über TCM schreibe, ist einfach eine Zusammenfassung und Beschreibung einer erprobten und mich sehr überzeugenden naturheilkundlichen Methode, besonders bezogen auf Ernährung. Das heißt aber nicht, dass TCM für jede/n das Passende ist. Es gibt noch andere Ernährungskonzepte, und jede/r muss das für sich passende finden.


    Allerdings sind die meisten Menschen dermaßen von Rohkost entwöhnt, dass sie nur langsam wieder einsteigen könnten. Aber es wäre durchaus möglich.

    Ich bin der Auffassung, dass Rohkost die Verdauung stärkt und nicht schwächt.

    Rohkost ist nicht grundsätzlich schlecht, keine Frage. Auch die TCM sagt nicht, dass man nie Rohkost essen soll.


    Aber es kommt einfach ganz stark auf den IST-Zustand, also die aktuellen Disharmonien an, ob man Rohkost verträgt oder nicht. Zum Beispiel bei einem MilzYang-Mangel (= eh schon zu wenig Yang/Hitze im Körper --> zB Verdauungsreste im Stuhl) wird Rohkost kontraproduktiv sein. Solche Menschen sollten wenig Rohkost essen. Bei denen reicht vielleicht schon eine einzige Birne (sehr kalt), um sofort Durchfall zu bekommen.


    Wenn sie ihre Mitte stärken, etwas gegen den MilzYang Mangel tun (zB mit trocken angeröstetem und erst danach gekochten Basmati-Reis), können sie dann später auch Rohkost besser vertragen.


    Liebe Grüße

    Andrea

    Bitte das hier Geschriebene und Gelesene mit Hausverstand betrachten: Alle angeführten Informationen können klarerweise nicht immer und unter allen Umständen Allgemeingültigkeit haben, vielmehr müssen auch individuelle Gegebenheiten (Krankheiten u.ä.) berücksichtigt werden. Es macht grundsätzlich Sinn, auch Querverweisen und Quellenangaben zu folgen und Informationen querzuchecken, denn oftmals handelt es sich hier im Forum um persönliche Meinungen, nicht um Fakten.

    Einmal editiert, zuletzt von Aloha.Nui ()

  • Bei denen reicht vielleicht schon eine einzige Birne (sehr kalt), um sofort Durchfall zu bekommen.


    Wenn sie ihre Mitte stärken, etwas gegen den MilzYang Mangel tun (zB mit trocken angeröstetem und erst danach gekochten Basmati-Reis), können sie dann später auch Rohkost besser vertragen.

    Ergänzung um Missverständnissen vorzubeugen:


    Es handelt sich hierbei lediglich um ein von anderen Disharmonien losgelöstes Beispiel. Keinfalls ist nach TCM zuvor angerösteter und erst danach gekochter Basmatireis ein Allheilmittel gegen Durchfall - vielmehr kann es in bestimmten, mit Kälte assoziierten Fällen helfen.


    In anderen Fällen wiederum kann auf diese Art zubereiteter Reis andere vorhandene Disharmonie mit Trockenheit/Säfte-/Yin-Mangel verstärken.


    Grundsätzlich sind in der TCM alle Lebensmittel und Kräuter immer im Zusammenhang mit dem Gesamtbild zu betrachten, und nicht alle Lebensmittel und Kräuter tun allen Menschen gleich gut.


    Zum Beispiel der sehr beliebte Ingwer, dem viele positive Eigenschaften zugeschrieben werden und der auch hier im Forum schon oft bei unterschiedlichen Problemen als mögliche Lösung erwähnt wurde und wird:


    Ingwer ist sehr heiß und öffnet die Poren. Das ist z.B im Zusammenhang mit Verkühlungen ein beliebter Tipp.

    Allerdings hilft Ingwer nicht allen Leuten, sondern ist für manche im Gegenteil sogar echt problematisch - vor allem für solche Menschen, die ohnehin schon ein Hitzeproblem haben.


    Aber selbst für Menschen mit übermäßig viel Hitze kann Ingwer u.U. genau das Richtige sein - zumindest kurzzeitig.


    Wir hatten am Wochenende eine Klientin, die irgendwo gelesen hat, dass Ingwer so gesund ist, und daraufhin ständig Ingwertee und Ingwerwasser getrunken hat. Mit dem Ergebnis, dass ihr vorher schon vorhandener Yin- und Säfte-Mangel echt ausgeufert ist.


    Sowas ist wirklich nicht empfehlenswert.


    Wir sollten viel mehr auf unseren Körper hören und ihn aufmerksam beobachten, um Veränderungen wahrzunehmen. Achtsamkeit ist ganz wichtig.

    Bitte das hier Geschriebene und Gelesene mit Hausverstand betrachten: Alle angeführten Informationen können klarerweise nicht immer und unter allen Umständen Allgemeingültigkeit haben, vielmehr müssen auch individuelle Gegebenheiten (Krankheiten u.ä.) berücksichtigt werden. Es macht grundsätzlich Sinn, auch Querverweisen und Quellenangaben zu folgen und Informationen querzuchecken, denn oftmals handelt es sich hier im Forum um persönliche Meinungen, nicht um Fakten.