Zum Thema Trinkwasser gibt es sehr unterschiedliche Aussagen. Z.B. die Mineralwasser-Produzenten betonen, dass das Wasser "das am strengsten kontrollierte Lebensmittel überhaupt" sei. Aus meiner Sicht ein weit verbreiteter Mythos, der mehr einer werblichen Botschaft als einer sachlichen Einschätzung entspricht.
Klar ist für mich, dass das Trinkwasser nicht völlig frei von belastenden Stoffen ist. Viele Filteranlagen sind mittlerweile veraltet, und sowohl die gesetzlich festgelegten Grenzwerte als auch die Auswahl der überprüften Substanzen erscheinen mitunter eher industriefreundlich als konsequent gesundheitsorientiert. Das Trinkwasser kann somit mit einem oder mehreren dieser Stoffe belastet sein:
* Weichmacher: Phthalate, Bisphenol A und verwandte hormonähnliche Stoffe aus Kunststoffen.
* Nitrat/Nitrit: Nitrat aus Düngern und Gülle, Nitrit als Zwischenprodukt oder aus Desinfektionsprozessen.
* Schwermetalle: Blei (alte Leitungen), Kupfer (Hausinstallation), Cadmium, Quecksilber, Chrom, Nickel, Uran als Schwermetall und Radionuklid.
* Pestizide/Herbizide: Glyphosat, Atrazin und weitere Pflanzenschutzmittel samt Abbauprodukten.
* Medikamentenrückstände: Schmerzmittel, Psychopharmaka, Blutdrucksenker, Antibiotika, Hormone (z.B. Ethinylestradiol aus der Antibabypille).
* Hormone und hormonaktive Stoffe: natürliche Hormone, synthetische Sexualhormone, hormonähnliche Industriechemikalien.
* Mikroplastik/Nanoplastik: Partikel aus dem Abrieb von Kunststoffen, Fasern aus Textilien, Fragmente aus Verpackungen.
* „Ewige“ Chemikalien: PFAS/PFC (z.B. PFOS, PFOA), PCBs, langlebige Flammschutzmittel und andere persistent-organische Schadstoffe.
* Asbest: Asbestfasern aus alten Zementrohren, sofern noch im Netz vorhanden.