Melatonin: Wichtig für Ihr Immunsystem und einen geregelten Tag- und Nachtrhythmus

Erfahrungen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Sicher ist es Ihnen schon aufgefallen: Übermüdete Menschen sind anfälliger für Krankheiten. Die Erklärung: Bei zu wenig Schlaf ist die natürliche Produktion von Melatonin gestört. Dadurch leidet die Schlagkraft des Immunsystems.

Das Hormon Melatonin entsteht bei Dunkelheit in der Zirbeldrüse des Gehirns und macht uns müde.

Bei Tageslicht wird die Melatoninproduktion eingestellt und wir werden wieder munter.

Erst vor kurzem wurde entdeckt, das Melatonin noch wichtigere Aufgaben hat: Es kontrolliert die Funktion des körpereigenen Abwehr. Die Zentralorgane des Immunsystems – der Thymus (Bries) und die Milz – haben an ihrer Oberfläche Rezeptoren („Andockstellen“) für Melatonin.

Ist im Blut ausreichend Melatonin vorhanden, bindet es sich an die Rezeptoren und steigert so die Leistung dieser Immunorgane.

Sorgen Sie deshalb für einen geregelten Tag- und Nachtrhythmus – nur dann kann Ihre Zirbeldrüse ausreichende Mengen an Melatonin produzieren.

Melatonin ist populär als "Jung-Hormon" und als Mittel um dem Jetlag entgegen zu wirken.

Schlafen Sie bei Dunkelheit und schalten Sie die Elektrogeräte im Schlafzimmer ab, denn elektromagnetische Felder („Elektrosmog“) stören die Zirbeldrüse bei ihrer Tätigkeit.

Halten Sie sich tagsüber viel im Freien auf, denn das natürliche Tageslicht ist für die Zirbeldrüse wichtig. Nur dann kann sie sich richtig erholen, um in der kommenden Nacht intensiv zu arbeiten.

Soll ich Melatonin einnehmen?

Nehmen Sie kein künstliches Melatonin ein – für Ihr Immunsystem ist der natürliche Rhythmus der körpereigenen Melatoninproduktion wichtiger.

Hormone sollten Sie sowieso nicht auf eigene Faust einnehmen, sondern dies mit einem Arzt besprechen, der sich mit der Therapie von Melatonin auskennt.

Die wirksame Dosis beginnt ab 5 mg abendlich eingenommen und kann zu Anfang der Therapie auch 10 mg betragen. Eine Reduktion kann danach schrittweise erfolgen, wenn dies die festgestellte Wirkung erlaubt. Sie können dabei auch eine Liposomen-Creme nutzen, die Melatonin enthält. Die Haut nimmt den Wirkstoff optimal auf.

Ob Ihre Beschwerden tatsächlich mit Melatoninmangel zusammenhängen, lässt sich nur durch eine Labor-Analyse feststellen. Ich rate da u.a. zu Speichelproben, die (auch) mitten in der Nacht entnommen werden. Dies sollte in völliger Dunkelheit geschehen, damit die Melatonin-Synthese nicht beeinflusst wird. Zu Fehleinschätzungen führen auch Melatoninmessungen über den Morgenurin und das Morgenblut. Auch hier sind die Ergebnisse durch den bereits stattgefundenen Lichteinfall verändert.

Dieser Beitrag wurde letztmalig am 8.2.2019 aktualisiert