Speichelsteine: Symptome – Therapie – Prognose

Neben Galle oder Niere sind auch die Speicheldrüsen des Menschen in der Lage Steine zu bilden. Nahezu anderthalb Prozent der Bevölkerung leiden unter den verschiedenen Speichelsteinen (Sialolithe), die bis vor ein paar Jahren immer eine Indikation zur OP darstellten.

Zu den Speicheldrüsen zählen die kleinen Ausführungsorgane im Bereich der Wangen, der Zunge sowie des harten und des weichen Gaumens. Die großen Speicheldrüsen sind jeweils paarig angelegt und liegen am Ohr (Glandula parotis), im Unterkiefer (Glandula submandibularis) und im Unterzungenbereich (Glandula sublingualis). Sie sind für über 90 Prozent der täglichen Speichelproduktion von ein bis zwei Litern verantwortlich.

Die Sialolithiasis beschreibt die Erkrankung durch Speichelsteine, die sich vornehmlich bei Menschen mittleren Alters (zwischen 30 und 50 Jahren) zeigt.

Hierbei bilden sich in den Drüsen verschieden große Konkremente, die die Ausführungsgänge verlegen und so unter anderem auch zu Entzündungen der Drüse führen können. Sehr selten sind die kleinen Drüsen betroffen.

Zu über 80 Prozent entwickeln sich die Steine in den Unterkieferspeicheldrüsen, in zehn bis 20 Prozent sind die Ohrspeicheldrüsen betroffen, in bis zu zehn Prozent die Unterzungenspeicheldrüsen. Je nach Größe der Steine unterscheidet man Mikrolithen (mikroskopisch erkennbar) sowie Makrolithen, die mehrere Millimeter (bis zu zwei Zentimeter) aufweisen können.

Unter physiologischen Bedingungen besteht der Speichel zu über 99 Prozent aus Wasser, daneben Eiweiße, Magnesium, Kohlenhydrate, Calciumcarbonat und Calciumphosphat. Bei der Störung kommt es zu einer Anreicherung der Salze, die kristalline Strukturen bilden.

Die Ursachen für die Entstehung liegen unter anderem in anatomischen Anomalien (z.B. angeborene Erweiterung der Ausführungsgänge), entzündlichen Prozessen der Speicheldrüsen, Fremdkörper in den Gängen oder Funktionsstörungen der Drüsen. Eine reduzierte Flüssigkeitsaufnahme verdickt den Speichel, macht ihn zäh und fördert die Steinbildung.

Daneben begünstigen Stoffwechselerkrankungen (z.B. Diabetes mellitus), Erkrankungen mit zäher Speichelbildung (unter anderem MukoviszidoseMumps), Störungen im Bereich des Verdauungstraktes, Bestrahlungen am Schädel, das Sjögren-Syndrom (spezielle Form der Tränendrüsenentzündung), die Hyperkalzämie (Kalziumüberschuss im Blut) sowie die Einnahme bestimmter Medikamente (z.B. Antidepressiva, Antiallergika) die Sialolithiasis.

Steine der Speicheldrüsen müssen nicht immer zu Beschwerden führen. Diese machen sich meist erst bemerkbar, wenn es durch Verlegung eines Ganges oder die Größenzunahme zu einer Infektion mit Erregern (Bakterien, Viren) kommt. Eine ungenügende Zahnhygiene begünstigt die Einwanderung aus dem Mundraum.

Zu Beginn kommt es vor allem bei der Nahrungsaufnahme zu Beschwerden. Der angeregte Speichelfluss in den Drüsen kann nicht ablaufen, staut sich und führt zur Schwellung oder Verhärtung. Hierdurch entstehen Schmerzen beim Kauen oder Öffnen des Mundes.

Nach dem Essen lassen die Beschwerden meist nach. Der Mund ist häufig trocken (Xerostomie). Der Befall mit einem Erreger ist durch die klassischen Entzündungszeichen (Rötung, Überwärmung, Schwellung) sicht- und fühlbar.

Zusätzlich können sich allgemeine Krankheitszeichen wie Fieber und Abgeschlagenheit entwickeln. Eiteransammlungen entleeren sich zum Teil spontan in den Mund und führen zu einem bitteren, ungewöhnlichen Geschmack. Je nach Größe und Lage der Speichelsteine lassen sich diese ertasten.

Daneben können Steine ab einer Größe von anderthalb Millimetern sonographisch, ab ca. zwei Millimeter durch eine Röntgenaufnahme dargestellt werden. Die Sialographie ist eine Röntgenaufnahme mit Kontrastmittel, welches in radioaktiver Form auch bei der Szintigraphie eingesetzt wird.

Therapie

Zur Therapie stehen konservative und operative Maßnahmen zur Verfügung. Eine vermehrte Flüssigkeitsaufnahme kann die Speichelkonsistenz verändern (flüssiger machen). Das Kauen von Kaugummis kann zu einer Lösung des Steins führen, saure Nahrungsmittel (Zitrone, saure Bonbons) regen den vermehrten Speichelfluss an.

Auch Massagen der Drüsenbereiche bewirken zum Teil einen Steinabgang. Bakterielle Infektionen werden antibiotisch behandelt. Durch geeignete Sonden lassen sich die Ausführungsgänge weiten, so dass der Stein sich leichter löst.

Mithilfe eines Lasers können Steine zertrümmert werden, diese lassen sich über ein feines Endoskop entfernen oder gehen von selbst ab. Bei tief sitzenden Steinen wird die extrakorporale Stoßwellenlithotripsie (Ultraschallverfahren) angewendet.

Eine Operation (Entfernung des Steins über eine Eröffnung der Drüse, zum Teil auch mit vollständiger Entfernung des Organs) wird immer dann notwendig, wenn keine andere Therapie Erfolg zeigt. Insgesamt lassen sich Speichelsteine gut behandeln. Sie weisen jedoch eine hohe Rezidivrate auf, die nur durch die endgültige Entfernung der betroffenen Drüse vollständig ausgeschlossen werden kann.

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Beitragsbild: pixabay.com – lion6255

Dieser Beitrag wurde letztmalig am 12.06.2012 aktualisiert.