Blutwerte
Großes Blutbild
Bei einem großen Blutbild wird zusätzlich zu den Werten des kleinen Blutbilds die Aufteilung in die
unterschiedlichen Leukozyten betrachtet. Man spricht deshalb
von dem Differenzial-Blutbild.
Gemessen wir die Gesamtzahl der Granulozyten, wobei hier noch einmal zwischen den jungen Stadien (stabkernig)
und den älteren Stadien (segmentkernig) unterschieden wird. Bei einer Entzündung sind mehr stabkernige Neutrophile
zu finden als im Normalfall.
Eine Erhöhung der neutrophilen Granulozyten kann aber auch auf Stress, hohen Blutverlust oder bestimmte
Medikamente zurückgeführt werden. Bei Erkrankungen des Herzens oder der Gefäße ist die Zahl ebenso erhöht wie nach
Verbrennungen, Vergiftungen, vermehrter Zerstörung der Erythrozyten (Hämolyse) oder bei Autoimmunerkrankungen.
Metastasenbildende bösartige Tumoren und eine Entartung Blutbildender Zellen erhöhen ebenfalls die Zahl dieser
weißen Blutkörperchen.
Eine starke Verminderung der Neutrophilenzahl führt zu einer erhöhten Anfälligkeit gegen Infektionen. Die
geringe Anzahl der Neutrophilen im Blut kann durch Infektionen – vor allem durch Viren und Einzeller, selten auch
durch Bakterien – hervorgerufen werden. Knochenmarksschäden und bestimmte Autoimmunerkrankungen können ebenfalls in
Betracht gezogen werden. Werden die Neutrophilen in verminderter Zahl gebildet, ist auch ein Vitamin-B12-Mangel
möglich. Bei Myelodysplasien kommt es zu Wachstums- und Reifungsstörungen aller Blutzellen.
Eosinophile sind vor allem durch Wurmbefall, aber auch bei einer Allergie vermehrt im Blut zu finden. Bei verschiedenen
Autoimmunkrankheiten und Hauterkrankungen ist der
Messwert ebenfalls erhöht. Einige Medikamente verstärken die Bildung der Eosinophilen ebenso wie bösartige Tumoren
(Krebs) dies tun. Während der Genesung nach einer Infektion
kann man ebenfalls vermehrt Eosinophile im Blut feststellen.
Bei einigen bösartigen Entartungen der Blutbildenden Zellen treten basophile Granulozyten vermehrt auf.
Die Monozyten sind vor allem während der Genesungsphase nach akuten Infektionen vermehrt im Blut anzutreffen.
Bösartige Tumoren und Autoimmunerkrankungen erhöhen die Zahl der Monozyten ebenso wie die Infektion durch
verschiedenste Viren, Bakterien und Parasiten.
Auch die Zahl der Lymphozyten wird im großen Blutbild untersucht.
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