Der RDW oder EVB Blutwert - Bedeutung und Interpretation

Um verstehen zu können, welche Werte bei einem Blutbild im Labor bestimmt werden, muss man zunächst die in der Labormedizin üblichen Begrifflichkeiten und Zusammenhänge kennen.

von: René Gräber, Heilpraktiker und Gesundheitspädagoge

Das Blutbild

Bei der Bewertung eines Blutbildes (kleines Blutbild oder großes Blutbild) werden nach der Entnahme einer gewissen Blutmenge (in der Regel aus dem Arm des Patienten) im Labor die unterschiedlichen Werte bestimmt.

Per Definition gibt ein Blutbild darüber Aufschluss, wie die zellulären Anteile des Blutes sind. Diese verändern sich bei bestimmten Erkrankungen. Daher gehört die Bestimmung der Blutwerte zu einer Standartuntersuchung beim Arztbesuch.

Der RDW oder EVB - Wert

Der RDW oder EVB Wert im Blut gibt an, in welcher Verteilung und mit welchem Volumen Erythrozyten im Blut vorhanden sind. Erythrozyten sind die roten Blutkörperchen, die in der Regel während der Dauer ihres Lebens ihre Größe nicht verändern. Daher sind die Verteilungsbreite und auch das Volumen und die Größe, wenn Veränderungen vorliegen, Hinweise auf eine Erkrankung.

Im Normalfall liegt die Anzahl der roten Blutkörperchen bei Frauen bei 4,1 bis 5,1 Millionen pro Mikroliter, bei Männern bei 4,2 bis 5,6 Millionen pro Mikroliter.

Welche Erkrankungen können vorliegen, wenn der RDW oder EVB Wert zu hoch oder zu niedrig ist?

Der RDW oder EBV Wert wird bei Symptomen untersucht, die auf eine Anämie (Blutarmut hinweisen können. Diese Symptome können Müdigkeit, Herzrasen, Atembeschwerden oder Atemnot, brüchige Nägel oder verformte Nägel (so genannte Uhrglasnägel), Hautverfärbungen oder eine auffällig verminderte körperliche Belastbarkeit sein. Erkrankungen, die für diese Symptome ursächlich sein können, sind beispielsweise eine Blutarmut, die durch einen Infekt ausgelöst worden ist. Auch kann ein Mangel an Eisen, Folsäure oder dem Vitamin B 12 zu einer Anämie führen, ebenso wie ein Tumor, ein sehr hoher Blutverlust durch Unfälle oder Blutungen im Magen-Darm Bereich, Alkoholismus, eine bestehende Leberzirrhose oder eine Nierenerkrankung. Manche Frauen leiden in der Schwangerschaft oder Stillzeit an einer Anämie mit den oben genannten Symptomen.

Was passiert nach dem eine Abweichung festgestellt wurde?

Wurde mit Hilfe der Bestimmung des RDW oder EVB Wertes im Blut eine Anämie festgestellt, wird der behandelnde Arzt zunächst nach der Ursache für den Mangel an roten Blutkörperchen forschen. Hiernach kann dann eine auf den Betroffenen zugeschnittene Therapie eingeleitet werden.

Selbsthilfe

Liegt eine Anämie vor, die nicht auf eine schwere Erkrankung, sondern auf beispielsweise eine starke Monatsblutung oder Schwangerschaft bei Frauen oder auf einen Unfall zurückzuführen ist, kann man in Eigentherapie Eisenpräparate zu sich nehmen. Hier bietet sich die Gabe von Kräuterblut oder Eisen in Drageeform an.

Jedoch sollte man sich immer vor Einnahme auch solcher frei verkäuflichen Medikamente durch den Hausarzt oder den Apotheker beraten lassen und sie sicher im Arzneimittelschrank verwahren. Denn auch diese Mittel können beispielsweise bei Kindern zu schweren Vergiftungen führen, wenn sie unnötigerweise geschluckt werden.

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Dieser Beitrag wurde letztmalig am 28.08.2012 aktualisiert

René Gräber