Blutegel
Die Blutegel-Therapie kann man als Sonderform des kleinen Aderlass betrachten, wobei der Blutegel (Hirudo officinalis)mit seinem Speichel
noch bestimmte heilsame Enzyme in die Wunde abgibt.
Dazu zählen neben dem Hirudin noch ca. zehn weitere Stoffe wie z. B. Calin, Hyaluronidase und Eglin; diese
wirken alle entzündungswidrig und hemmen die Blutgerinnung.
Bei diesen Beschwerden können Blutegel helfen:
- Venenentzündungen
- Krampfadern
- Hämorrhoiden
- akuter Gichtanfall
- Furunkel
- Glaukom (Grüner Star)
- Bluthochdruck
- Wundheilungsstörungen
Für die nahezu schmerzlose Blutegel-Behandlung braucht man viel Zeit, da die nach dem Abfallen der Egel die
auftretende und erwünschte Nachblutung in der Praxis mit speziellen Saugverbänden versorgt wird. Der Blutverlust
durch das ca. 10- bis 40-minütige schmerzfreie Saugen des Egels beträgt ca. 10 ml. Bei der Nachblutung treten 20
bis 100 ml aus. In sehr seltenen Fällen können allergische Reaktionen wie z. B. Juckreiz und Rötungen auftreten.
Infektionen sind sehr selten, da die Egel für die medizinische Anwendung gezüchtet werden und nur einmal verwendet
werden dürfen.
Lassen Sie Blutegel nur von dafür ausgebildeten Therapeuten setzen! Verboten ist diese Therapie bei erhöhter
Blutungsbereitschaft (z. B. bei der Einnahme von blutgerinnungshemenden Medikamenten wie Marcumar oder der Einnahme
von ASS), aber auch bei arteriellen und diabetischen Gefäßschäden.
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