Immunstimulation bei Erkältung, Schnupfen, Abwehrschwäche

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Die meisten Menschen denken, dass die Erreger (Viren oder Bakterien) an Ihrer ständigen Erkältung, Grippe, Husten oder Schnupfen schuld sind.

Lassen Sie mich eine Frage stellen:

Wie kommt es, dass einige Menschen anscheinend überhaupt keine Erkältung etc. bekommen, obwohl diese doch offensichtlich auch mit den gleichen Viren und Bakterien in Berührung kommen?

Die Antwort finden wir im körpereigenen Immunsystem.

Das Immunsystem des Körpers ist ständig damit beschäftigt, potenziell krank machende Zellen oder Keime zu identifizieren und unschädlich zu machen. Menschen, deren Immunsystem diese Funktion nicht oder nur eingeschränkt ausüben kann, sind häufig krank. Ohne eine gute körpereigene Immunabwehr geht gar nichts - und Sie werden aus dem Teufelskreis ständiger Erkältung, Schnupfen, Laufnase, Husten und so weiter nicht herauskommen.

Das Ziel muss es in einer ganzheitlichen und naturheilkundlichen Therapie sein, den geschwächten körpereigenen Abwehrkräften einen Anstoß zu verstärkter Tätigkeit zu geben.

Bei chronischen Erkrankungen, die das Immunsystem belasten und schwächen, und während akuter Infektionen durch Viren oder Bakterien können immunstimulierende Therapien eingesetzt werden:

Das Prinzip, das dahintersteht ist, dass ein bestimmter "Reiz" gesetzt wird.

Die meisten natürlichen Substanzen haben eine Wirkung auf das Immunsystem des Menschen. Welches Mittel in welcher Dosierung zu welchem Zeitpunkt für eine immunstimulierende Therapie eingesetzt werden sollte, hängt vom Einzelfall ab und kann deshalb nur von einem erfahrenen Heilkundigen mit entsprechender Qualifikation ausgewählt und verordnet werden.

Wichtig: Auch die optimal auf den Einzelnen abgestimmten Methoden der Immunstimulation helfen nur wenig oder gar nicht, wenn eine insgesamt ungesunde Lebensweise und Alltagsstress bestehen bleiben. Ich kann diesen Punkt nicht genug betonen! Alle schädlichen Einflussfaktoren, die das Immunsystem negativ belasten, sollten reduziert werden.

Hierzu gehört vor allem:

  • Zucker und alle Produkte worin das enthalten ist
  • Weißmehlprodukte
  • Rauchen
  • zu wenig Schlaf
  • negativer Stress (aller Art)

In zweiter Linie kommen dann alternative und naturheilkundliche Therapien zur Anwendung deren Ziel NICHT die primäre Vernichtung der Bakterien oder Viren zum Ziel hat, sondern die Stimulation der körpereigenen Abwehr, sodass diese dann die Viren und Bakterien erledigt.

Eigenbluthherapie

Frisch entnommenes Venenblut wird dem Patienten entweder unverändert oder in aufbereiteter Form (z.B. mit Sauerstoff, Ozon, Thymusextrakt, Phytotherapeutika, homöopathischen Mitteln versetzt) in einen Muskel zurückgespritzt, wo es einen Bluterguss erzeugt. Um diesen Bluterguss abbauen zu können, muss das Immunsystem aktiviert werden. Das Einsatzgebiet ist vielfältig. Mehr zur Eigenblutherapie finden Sie auch unter dem entsprechenden Punkt.

Eigenharntherapie

Bei der Eigenharntherapie wird frisch ausgeschiedener Urin durch Filtrieren keimfrei gemacht, getrunken (auch gegurgelt) oder in einen Muskel injiziert. Dabei wird das Gewebe mit Stoffen konfrontiert, die in einer solchen Konzentration an diesen Stellen normalerweise nicht vorkommen. Sie lösen eine Gegenreaktion des Körpers aus. Diese Methode wird von einigen meiner Kollegen angewendet - mit gutem Erfolg. Ich habe persönlich keine Erfahrung mit der Eigenharntherapie.

Thymustherapie

Die Thymusdrüse befindet sich hinter dem Brustbein und prägt während der Kindheit die Immunzellen. Beim Erwachsenen spielt sie nur noch eine untergeordnete Rolle. Durch Injektion gelöster tierischer Thymusextrakte versucht man bei der Thymustherapie, der nachlassenden Funktion der Thymusdrüse entgegenzuwirken.

Es werden meist nur homöopathisch aufbereitete Thymuspräparate verwendet. Da die Thymustherapie (vor allem die Präparate) nicht gerade billig ist, setze ich diese nur bei schweren chronischen Erkrankungen ein. In der alternativen und ergänzenden Krebstherapie empfehle ich fast immer die Thymustherapie.

Misteltherapie

Extrakte von Mistelzweigen verschiedener Wirtsbäume werden als Injektion oder als Tropfen verabreicht. Vor allem in der Krebstherapie ist die Misteltherapie bekannt geworden. Bei vielen Krebskranken werden mit der Misteltherapie weniger Schmerz- und Beruhigungsmittel gebraucht und die Nebenwirkungen konventioneller Therapien gemildert. Die Misteltherapie kann das Tumorwachstum nachgewiesenermaßen verlangsamen, indem sie:

  • das gesunde Gewebe stabilisiert
  • das Zusammenspiel der Botenstoffe im Immunsystem verbessert
  • die weißen Blutkörperchen stärkt
  • Allgemeinbefinden und Lebensqualität steigert

Durch die Misteltherapie wird die Erbsubstanz in den Kernen der gesunden Zellen besser geschützt. In den Tumorzellen dagegen setzt die Misteltherapie eine Art Selbstmordprogramm, die so genannte Apoptose in Gang. In Einzelfällen wurde eine Tumorrückbildung beobachtet und dokumentiert.

Fiebertherapie

Durch Wirkstoffe wie Echinacin oder einzelne Bestandteile von Bakterien wird eine Steigerung der Körpertemperatur hervorgerufen. Die Fiebertherapie kommt vor allem bei Tumorpatienten zur Anwendung. Dabei macht man sich die Wirkung des Fiebers als Abwehrreaktion gegen Krebszellen zu Nutze. Die Methode ist nicht zu verwechseln mit der passiven Überwärmungstherapie.

Echinacin-Therapie

Der Extrakt aus dem Roten Sonnenhut (Echinacea) fördert nachweislich die Aktivität körpereigener Abwehrzellen und wird meist in Form von Tabletten, Kapseln oder Tropfen über einen Zeitraum von etwa 3 Wochen zur Vorbeugung gegen Erkältungskrankheiten eingenommen.

Abrotanumtee

Trinkt man täglich mehrere Tassen dieses Tees über einen Zeitraum von 3 Monaten hinweg, werden im Blut spezielle Abwehrzellen (so genannte natürliche Killerzellen) aktiviert. Die Wirksamkeit des Tees wurde an Sportlern getestet; bei ihnen wurde nach einer solchen Teekur eine deutliche Erhöhung der Widerstandskraft gegen Infektionskrankheiten festgestellt. Abrotanum wird auch in der Homöopathie eingesetzt.

Bessere Abwehrkraft durch Sport

Inzwischen wurde durch Untersuchungen nachgewiesen, dass übermäßige körperliche Betätigung dem Immunsystem schaden kann. Es wurde beobachtet, dass unmittelbar nach Wettkämpfen bei Leistungssportlern eine wesentlich erhöhte Krankheitshäufigkeit besteht.

Hochleistungssportler sind nach diesen Erkenntnissen nicht nur vermehrt von einfachen Infekten bedroht, sondern auch von schwereren Erkrankungen. Gegen leistungssportbedingte Schwächung des Abwehrsystems werden Vitamine, Mineralstoffe und immunstimulierende Pflanzenpräparate empfohlen.

In vernünftigem Maß und regelmäßig betriebener Freizeitsport reduziert dagegen erwiesenermaßen die Anfälligkeit für Infektionskrankheiten.

Neben der so genannten unspezifischen, also gegen ganz verschiedene Krankheitserreger gerichteten Abwehrkraft verbessert Ausgleichssport auch die Fähigkeit des Körpers zur Bildung erregerspezifischer Antikörper. Er bildet dann z.B. bei Kontakt mit Grippeerregern vermehrt Antikörper gegen diese und erwirbt dadurch für die Zukunft eine erhöhte Widerstandskraft.

Die Immunstimulation und das Immunsystem haben auch sehr viel mit allgemeiner Müdigkeit und "Schlappheit" zu tun. Lesen Sie auch unbedingt meinen Artikel zu "Müde - Schlapp und Erschöpft?"

Dieser Beitrag wurde letztmalig am 24.07.2012 aktualisiert