Ölziehen: Über das Ölkauen oder
Ölschlürfen...
Ölziehen oder Ölsaugen (auch Ölkauen oder –schlürfen genannt) hilft entgiften und damit bei der Regulation des
Energiehaushaltes des Körpers. Krankheitserreger können auf diese Weise den Organismus schneller verlassen.
Morgens, direkt nach dem Aufstehen, wird etwa ein Esslöffel Öl fünf bis zehn Minuten im Mund hin und
her bewegt, gekaut und durch die Zähne gezogen, bis es sich mit dem Speichel zu einer milchigen Lösung vermischt
hat. Das Öl enthält antibakterielle Komponenten, hält die Schleimhäute geschmeidig und macht sie unempfindlicher
für Verletzungen.
Hat man das Öl ausgespuckt, folgt eine gründliche Mundspülung. Die Zähne werden (nur mit warmem Wasser) geputzt.
Das Ganze kann im Laufe des Tages ein bis dreimal (Letzteres bei chronischen Leiden) wiederholt werden.
Alternativ reibt man ein paar Tropfen in die Nasenöffnung und zieht diese einatmend hoch. Wer möchte, kann dem
Öl ein paar Tropfen Zitronensaft beimischen.
Der intensive Saugreflex soll dafür sorgen, dass das Blut drei- bis viermal so schnell wie gewohnt die Drüsen
durchfließt. Wie eine Art Magnet zieht das Öl gelöste Toxine, Mikroben und Säuren an und schließlich ein.
Umweltgifte wie Quecksilber aus Amalgamfüllungen verlassen den Mundraum, die Zahnsteinneubildung soll
verhindert werden.
Nasengänge, Nebenhöhlen und Ohrgänge reinigen sich im Zuge der Prozedur gut selbst, das mechanische Hin- und
Herbewegen regt den Stoffwechsel des Rachenlymphgewebes an.
Ölsaugen in der Ayurvedischen Medizin
Gereiftes (zuvor auf 110 Grad erhitztes) Sesamöl soll Giftstoffe besonders gut aufnehmen. Nach dem
Ayurveda-Prinzip führt eine Ansammlung von „Ama“, allen Arten von Giftstoffen, z. B. aus unverdauter Nahrung,
Fäulnisprozessen und Speiseresten im Mundraum zu Bakterien-, Pilz- und Virenbefall sowie Ablagerungen in den Zellen
und damit über kurz oder lang zu Erkrankungen.
„Unverdaute“ Emotionen und Erfahrungen vergiften das geistig-körperliche Milieu ebenfalls. Gereinigtes,
gereiftes Sesamöl (kein Sonnenblumenöl) wird hier für wenige Minuten angewendet.
Die Ölziehkur nach Karach
In den 1980er Jahren vermittelte der russische Wissenschaftler Fedor Karach im Rahmen eines Vortrags vor der
Ukrainischen Wissenschaftlichen Gesellschaft die Vorteile seiner Ölziehkur: Ein gesundes und vor allem langes
Leben. Karach war überzeugt, dass Giftstoffe den Körper daran hinderten, auch nur annähernd 100 Jahre alt zu
werden, - eine Auffassung, die er mit den die traditionelle russische Volksmedizin praktizierenden sibirischen
Schamanen teilt. Zu Beginn der 1990er Jahre erreichte Karachs Heilverfahren schließlich auch Westeuropa.
Auch eine Entdeckung der russischen Volksmedizin, die sich der Entgiftung und Entschlackung über
Milchsäurebakterien verschrieben hat: Kwasz, ein aus Kartoffeln oder Brot (Brottrunk) hergestelltes Getränk.
Karach versprach sich neben entgiftenden Effekten auch Linderung bei:
- Arthrose und Arthritis,
- Herzkrankheiten, Lungenkrankheiten, Lebererkrankungen, Nierenkrankheiten und Blasenbeschwerden,
- Darmerkrankungen,
- Hautproblemen wie Schuppenflechte und Akne,
- Beschwerden im Kopfbereich wie Erkältungen mit Schnupfen, Husten oder Mandelentzündungen, Migräne,
Zahnschmerzen und Parodontose, Augenleiden und
Ohrenschmerzen,
- Schleimhautproblemen (auch des Darms),
- Überreizung, Schlaflosigkeit, Depressionen und Chronischem Müdigkeitssyndrom,
- prämenstruellem Syndrom und Menopause-Beschwerden.
Nicht zuletzt soll eine solche Kur schön machen: Sämtliche Muskeln werden trainiert, das Gewebe hinreichend mit
zellerneuernden Stoffen versorgt.
Das hört sich natürlich nach eine Universalheilmittel an -- was es nach meiner Erfahrung aber nicht ist.
Dennoch: Allgemein gelten Ölziehkuren als entgiftend, entsäuernd und die Immunabwehr stärkend - also ein
ideales Mittel, um die Selbstheilungskräfte des Organismus neu zu aktivieren und auch die Anfälligkeit für grippale
Effekte zu vermindern: Das Hin- und Herbewegen des Öls im Mund regt die Speicheldrüsen zu vermehrter Produktion an,
etwa von Lysozym, imstande, die Hülle von Bakterien aufzulösen. Und HNO-Ärzte bestätigen: Eine feuchte Schleimhaut
ist für Krankheitskeime weniger anfällig.
Welches Öl?
Verwenden Sie nur kaltgepresstes Sesam- oder Sonnenblumenöl aus kontrolliert biologischer Erzeugung. Kaufen Sie
lieber kleinere Portionen Öl in dunklen Glasflaschen: Einmal angebrochen, altert es schnell.
Verschließen Sie das Gefäß gut und lagern Sie es an einem dunklen und kühlen Ort, bevorzugt im Kühlschrank.
Neben den genannten Ölen eignen sich auch Oliven-, Schwarzkümmel- und Kernöle, etwa von Trauben, Schwarzer
Johannisbeere oder Sanddorn.
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