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Hippotherapie

Die Hippotherapie stellt einen der Bereiche des therapeutischen Reitens dar.

Dieser Begriff setzt sich zusammen aus den griechischen Wörtern „hippos“ für Pferd und „therapeia“ für Behandlung bzw. Therapie. Dabei werden körperlich und/oder geistig behinderte Menschen krankengymnastisch behandelt.

Die Behandlung wird auf dem Pferd durchgeführt. Vor allem für Patienten mit Schädigungen des zentralen Nervensystems ist die Hippotherapie geeignet und kann die normale Krankengymnastik sinnvoll ergänzen. Die rhythmischen Bewegungen des Pferdes im Schritt übertragen sich auf den Rücken des Patienten, wodurch seine Haltung korrigiert, sein Gleichgewicht und seine Muskulatur trainiert und der Rücken gestärkt werden kann.

Die Hippotherapie wird daher meist zur Linderung und Harmonisierung bei Patienten mit kompletter Querschnittslähmung im Lumbalbereich (unterer Rücken), inkompletten Querschnittslähmungen oder Spastiken eingesetzt. Den Patienten macht diese Therapie meist großen Spaß, da sie es als „Reiten“ erleben und die Bewegungserfahrung größer ist als im Rollstuhl oder an Gehstützen.

Für wen ist Hippotherapie geeignet?

Allerdings ist die Hippotherapie nicht für jeden Patienten geeignet. Sie ist nur für Patienten geeignet, die ihren Kopf ausreichend kontrollieren können und über Sitzstabilität verfügen.

Auch kann für Patienten mit Osteoporose (verringerte Knochendichte) oder einer fixierten Wirbelsäulenfehlhaltung keine solche Therapie verordnet werden. Die Patienten müssen mindestens vier Jahre alt sein, da vorher der Rücken noch nicht ausreichend entwickelt ist.

Bei Allergie gegen Pferdehaare oder starker Ängstlichkeit ist von der Hippotherapie abzuraten. Die Kosten für die Hippotherapie sind nicht unerheblich. Eine 30 minütige Therapieeinheit kann bis zu 30 Euro kosten. Die Hippotherapie kann ärztlich verordnet werden. Dann übernehmen die Krankenkassen die Kosten.

Wie sieht eine "typische" Hippotherapie aus?

Während der Therapie geht der Therapeut neben dem Pferd her und unterstützt den Rücken des Patienten mit einer Hand. Dabei läuft der Pferdeführer hinter dem Pferd.

Der Therapeut kann dem Pferdeführer Anweisung geben, Schwung und Bewegung des Tieres zu variieren. Diese Änderungen wirken sich sofort auf den Patienten, etwa auf seinen Sitz oder seiner Muskelspannung aus. Dadurch kann der Patient besser aufgerichtet oder ins Gleichgewicht gebracht werden.

Das Pferd trägt bei der Therapie einen Gurt, an dem sich der Patient fest halten kann. Manchmal wird der Patient selbst durch einen Gurt gesichert. Das Tempo bei der Therapie ist langsamer bis schneller Schritt. Das Therapiepferd muss sensibel und gut ausgebildet sein, sowie über einen sauberen und taktklaren Schritt verfügen.

Der Rücken des Pferdes sollte nicht zu lang, aber muskulös sein, um das Schiefsitzen des Patienten zu kompensieren. Eine bestimmte Pferderasse gibt es hierfür nicht. Hauptsächlich werden Warmblüter mit einem Stockmaß von bis zu 165 cm eingesetzt.

Kleinere Patienten bekommen für die Therapie auch kleinere Pferde. Wenn möglich sollte jeder Patient immer auf demselben Pferd reiten. In der Ausbildung lernt das Pferd, die Hilfen, die mit der Leine vom Pferdeführer gegeben werden, zu verstehen.

Richtungswechsel und Seitwärtsgänge können von hinten besser als von vorne erreicht werden.

Das Pferd wird während der Ausbildung an Rollstühle und Gehstützen sowie an die oft untypischen Bewegungen und Laute der Patienten gewöhnt. Sie lernen auch, an Rampen oder Liftern zu stehen.

Die Ausbildung zum Therapiepferd dauert bei einer bis zwei Übungseinheiten pro Woche meist drei Monate.

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Rene Graeber

Chefredaktion: R. Gräber, Heilpraktiker und Gesundheitspädagoge (SKA)

Mitglied im Fachverband Deutscher Heilpraktiker


"Wer nicht jeden Tag etwas für seine Gesundheit aufbringt, muß eines Tages sehr viel Zeit für die Krankheit opfern." Sebastian Kneipp 


"Nichts beschleunigt die Genesung so sehr wie regelmäßige Arztrechnungen..." Alec Guiness 


 

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