Belladonna

Mittelherkunft und arzneiliche Wirkung von Belladonna Atropa

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Belladonna oder Belladonna Atropa, auch Tollkirsche oder Wolfsbeere genannt, gehört zur Familie der Nachschattengewächse (Solanaceae). Die dunklen Beeren enthalten das starke Gift Hyoscyamin (bekannter als Atropin), die Blätter sind von schwächerer Giftigkeit. Bestandteile der Wurzel werden zur Herstellung eines (in Europa bisher nicht zugelassenen) Parkinson-Medikaments genutzt.

Belladonna ist u. a. in Skandinavien, West- und Südeuropa, auf dem Balkan und in Nordafrika zu finden. Sträucher wachsen bevorzugt an Waldrändern auf Kalkböden und vertragen auch Klimabedingungen in luftigen Höhen von bis zu 1700 Metern.

Der Name Belladonna (schöne Frau) geht auf den pupillenerweiternden Effekt seines Wirkstoffes Atropin zurück, der bei heutigen Augenuntersuchungen ebenfalls zum Einsatz kommt.

Der Kern des Mittels in der Homöopathie

Belladonna-Fieber setzt unvermittelt, zumeist gegen Nachmittag, ein und steigt schnell auf höhere Grade. Kranke zeigen sich licht- und generell außenreizempfindlich, gebärden sich aber reizbar und impulsiv. Die Sinne sind ungewöhnlich geschärft.

Während der Körper des Patienten glüht, bleiben Füße wie Hände kalt. Das Gesicht ist hochrot, der Blick glasig, bei erweiterten Pupillen. An Flüssigkeitszufuhr besteht dennoch kaum Interesse. Auftretende Fieberkrämpfe können mittels Belladonna sehr gut behandelt werden. Dennoch: Nicht alle hohen Fieber sind reine Belladonna-Fieber.

Die allermeisten kleinen Patienten zeigen diese Fieberform, denn auf diese Weise gelingt es dem Organismus am effizientesten, Erreger abzutöten. Des Weiteren berichten Eltern, ihr Kind habe im Anschluss an die fiebrige Erkrankung neue psychische wie physische Entwicklungen gezeigt, sprich Fähigkeiten erlangt, über die diese zuvor nicht verfügten. Im gewissen Rahmen steht Fieber daher in dem Ruf, heilsam zu sein.

Auch neuralgische, in Intervallen abflauende und einsetzende Schmerzen gehören zu den Leitsymptomen von Belladonna. Die Symptome von Aconitum sind vergleichbar; allerdings gestaltet sich der Krankheitsverlauf hier heftiger.

Belladonna und seine Funktionskreise

Belladonna ist eines der bekanntesten Mittel in der Homöopathie und verfügt über ein breites Wirkungsspektrum, geeignet, nahezu alle entzündlichen Prozesse zu beeinflussen.

Auch bei Überhitzung durch Sonneneinwirkung, Tollwut und Scharlach entfaltet diese Substanz ihre Wirkung. Bereits in der Antike nutzte man Belladonna als Schmerzmittel; im 19. Jahrhundert wurden Gelbsucht, Epilepsie und Keuchhusten mit der Tollkirsche zu behandeln versucht. Wie allen Nachtschattengewächse werden auch Belladonna noch heute zuweilen mystische Eigenschaften zugeordnet.

Heutzutage leistet Belladonna bei (fiebrigen) Erkältungserkrankungen, pulsierenden (Kopfschmerzen) Schmerzen, Halsentzündungen und Problemen des Zahnens bei Kleinkindern gute Dienste.

Als zusätzliche Symptome treten auf:

Beschwerden werden verschlimmert durch (Sonnen-)Hitze, Zugluft, Licht, Geräusche und Erschütterungen. Auch Berührungen sowie die Gesellschaft anderer werden schlecht vertragen. Ausstrecken, leichtes Bettzeug sowie Bettruhe verbessert die Situation.

Psychische Symptome

Belladonna ist besonders wirksam bei aufgeweckten Patienten von gewinnendem Auftreten, die an robuste Gesundheit gewöhnt sind. Erkranken diese, fallen Abwehrreaktionen umso heftiger aus, - die hocherregten Patienten zeigen sich extrem reizbar, zuweilen halluzinierend.

Menschen, die Magischem besonders zugänglich sind, wie es vor allem bei Kindern der Fall ist, profitieren von der besondere Wirkqualität Belladonnas auf die Psyche.

Dieser Beitrag wurde letztmalig am 24.07.2012 aktualisiert

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