Hypnosetherapie - Möglichkeiten und
Grenzen
Die Hypnosetherapie behandelt Angstzustände, Zwänge, Schlafstörungen und Patienten, die an chronischen Schmerzen
leiden.
Aber auch Menschen, die sich das Rauchen abgewöhnen, ihr Gewicht reduzieren oder Konflikte ihres persönlichen
Alltags besser bewältigen lernen sowie ihr Selbstvertrauen stärken möchten, unterziehen sich Hypnosetherapien - mit
oftmals erstaunlichen Ergebnissen.
Bei der Therapie leichter bis mittelschwerer Depressionen und sexuellen Dysfunktionen erzielt Hypnose gute
Erfolge. Auch in der Geburtshilfe, bei Operationen oder Zahnbehandlungen wird Hypnose immer häufiger
eingesetzt.
Die Hypnose stellt nicht nur eine effektive, sondern überdies nebenwirkungsfreie psychotherapeutische
Behandlungsform dar. Und: Sie wirkt bei fast jedem, denn jeder, der schlafen und träumen kann, ist auch einer
Hypnose zugänglich.
Was ist Hypnose?
Im Zustand der Hypnose (von gr. Hypnos, Schlaf) besteht seitens des Hypnotisierten eine erhöhter Sensibilität
und geschärfte Wahrnehmung gegenüber Außenreizen. Ist die Hypnose mittels unterschiedlichster Suggestionsverfahren
hergestellt, stehen Hypnotiseur und Patient während der jeweiligen Therapiesitzungen in unmittelbarem Kontakt. Mit
"Geistheilung" hat die Hypnose aber übrigens überhaupt nichts gemeinsam.
Bereits in der Antike wurde die Hypnose angewendet. Das ägyptische Papyrus Eber aus dem Jahr 1500 v. Chr. gilt
als das älteste Dokument einer hypnotischen, rituellen Induktionsanweisung. Hypnose sollte nicht nur heilen, man
versprach sich auch Orakel-Aussagen über zukünftige Ereignisse auf diesem Weg. Im Jahr 291 erreichte der Kult des
Asklepios schließlich das Römische Reich, wo man ihn als Äskulap verehrte. Bis heute symbolisiert sein Stab den
Mediziner-Stand.
Im 19. Jahrhundert schließlich begannen auch westliche Mediziner und Wissenschaftler, sich zunehmend für die
Hypnose zu interessieren. 1914 begründeten Braid und Bernheim die moderne medizinische Hypnosetherapie.
Leider werfen Showhypnose, Kirmes-Scharlatanerie und dubiose Wunderheilung noch immer ihren negativen
Schlagschatten auf die Hypnose als seriöse Therapieform. Hypnose fasziniert und ängstigt gleichermaßen.
Doch diese Ängste vor einem Ausgeliefertsein sind unbegründet: Seriöse Hypnose basiert auf absoluter
Freiwilligkeit. Insofern ist generell nicht möglich, einen Menschen unter Heilhypnose zu Dingen zu verleiten, die
er im Wachzustand niemals tun würde. Jeder Sitzung geht ein detailliertes Gespräch zu deren Ablauf voraus.
Dabei ist nicht nur der Therapeut selbst, sondern auch der Hypnotisierte kontrolliert imstande, die Trance zu
jedem Zeitpunkt abzubrechen. Kann sich ein Patient gar nicht erst auf die Worte des Therapeuten einlassen, wird ein
hypnotischer Zustand ohnehin nicht erreicht.
In einem Zustand zwischen Wachen und Schlafen erfährt der Hypnotisierte eine tiefe körperliche Entspannung, bar
jeden Zeitgefühls. Viele Patienten beschreiben diesen Zustand wegen seiner Eigenschaft, einen Distanz zwischen sie
selbst und ihren Alltag zu legen, als sehr angenehm und erholsam. Der Patient konzentriert sich auf die Stimme des
Therapeuten, Umweltwahrnehmungen sind ausgeblendet.
Ziel physischer (etwa mit Wirkung auf Blutdruck, vegetatives Nervensystem und Stoffwechsel) und psychischer
Entspannung ist die Öffnung des so genannten Tores zum Unterbewusstsein, - die Voraussetzung für eine
Empfänglichkeit für die therapeutisch angelegten Suggestionen.
Worte können verletzen, aber auch heilen, beruhigen und trösten. Worte, die entsprechende positive Wirkungen
entfalten, werden in der Hypnosetherapie als Suggestionen bezeichnet, die im Zustand der Hypnose ungehindert das
Unterbewusstsein erreichen. Mit dem Mittel der regelmäßigen Suggestion werden negative Wertungen so durch positive
nachhaltig ersetzt. So erleben viele Raucher nach jahrelanger Suchterfahrung und Ausgeliefertsein an ihre
persönlichen Gewohnheiten im Rahmen einer Hypnosetherapie eine völlige Neubewertung ihrer Bedürfnisse.
Voraussetzungen einer Hypnosetherapie: Eine genaue Diagnostik und Beratung über den Umfang der
Behandlung. Auch Aussagen über Behandlungskosten können erst nach gründlicher Erstuntersuchung gemacht werden.
Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen diese Heilbehandlungskosten nur in gut begründeten Einzelfällen. Das
Finanzamt allerdings erkennt diese Kosten als außergewöhnliche Belastungen an.
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