Venenthrombose: Entstehung, Symptome, Therapie

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Unter einer Thrombose versteht man den Verschluss eines blutführenden Gefäßes durch einen Thrombus (Gerinnsel).

Dabei sind vor allem die tiefen Venen im Bereich des Beckens und der Beine betroffen, in seltenen Fällen kommt es auch am Arm zu einer Thrombose. Die Inzidenz tiefer Venenthrombosen liegt bei ca. 0,02 von 100.000 Menschen, wobei Frauen ca. 1,5 Mal häufiger erkranken als Männer. In der Bundesrepublik werden jährlich fast 70.000 Betroffene behandelt, die Zahl ist zunehmend. Das durchschnittliche Erkrankungsalter liegt zwischen dem 50. und dem 60. Lebensjahr, wobei das Risiko einer Venenthrombose mit zunehmendem Alter ansteigt.

Entstehung

Thromben in oberflächlichen Venen sind eher harmlos, sie sind jedoch äußerst schmerzhaft, verursachen Varizen oder auch Entzündungen (Thrombophlebitiden) und entwickeln in seltenen Fällen auch eine Thrombose.

Das tiefe Venensystem bietet große Gefäße mit einem hohen Blutvolumen. Ein hier auftretendes Gerinnsel kann (unter anderem durch den Weg zum Herzen hin) zu lebensbedrohlichen Komplikationen führen und sollte daher frühzeitig behandelt werden.

Thrombosen tieferer Venen entstehen vor allem durch eine reduzierte Fließgeschwindigkeit des Blutes sowie ein vermehrt zur Gerinnung neigendes Blut („eingedickt“). Zusätzlich fördert eine veränderte Gefäßstruktur, z.B. durch Schädigung der Zellwand, die Entstehung. Diese drei Faktoren werden unter dem Begriff Virchowsche Trias zusammengefasst.

Begünstigend auf die Entstehung wirken daneben unter anderem mangelnde Bewegung oder Bettlägerigkeit (z.B. durch Immobilität), Blutgerinnungsstörungen, Bluterkrankungen, Verletzungen, Infektionskrankheiten, Medikamente, ein hohes Alter, Übergewicht, Varikose (Krampfaderleiden), Hormonstörungen (z.B. während einer Schwangerschaft, durch Hormonpräparate), sitzende Tätigkeiten mit einengender Kleidung, Diabetes mellitus, Thrombophlebitiden, Herzinsuffizienz, arteriosklerotische Veränderungen (Kalkablagerungen im Gefäß) sowie der Konsum von Nikotin.

Symptome

Die Symptomatik ist nicht eindeutig. Es kann zu belastungs-abhängigen Schmerzen im Bereich der Beine (vor allem der Waden) kommen, die sich durch Hochlagern der Extremität bessern. Daneben kann der Verlauf auch schmerzfrei sein. Das Auftreten verschiedener Anzeichen kann ebenfalls nicht als typisch gewertet werden.

Hierzu zählen das Homans-Zeichen (Wadenschmerz bei Fußbeugung), das Payr-Zeichen (Druckschmerz an der Fußinnenseite) sowie das Meyer-Zeichen (Druckschmerz der Wade).

Es bilden sich Ödeme, der Beinumfang nimmt zu, das Bein ist wärmer als der restliche Körper und fühlt sich sehr schwer an. Durch den zunehmenden Druck zeichnen sich oberflächliche Gefäße stärker ab (ähnlich der Varizen). Zu Komplikationen kann es kommen, wenn sich ein Thrombus löst und zum Herzen wandert. Hierdurch drohen Vorhofflimmern und Herzinfarkt.

Therapie

Auch eine Lungenembolie ist durch Einwandern in die Lungengefäße möglich, ebenso der Schlaganfall. Neben der ausgedehnten Labordiagnostik (Schwerpunkt Gerinnungseiweiße) nutzt der Arzt bildgebende Verfahren der Phlebologie wie z.B. die Duplex-Sonographie oder auch die Phlebographie zur Diagnose. Je nach Lage des Thrombus und je nach Konstitution des Betroffenen erfolgt die Lyse, um den Blutstrom wieder zu normalisieren. Hierzu stehen verschiedene Medikamente (auf Heparinbasis) sowie operative Verfahren (Thrombektomie, Katheteruntersuchung mit gleichzeitiger Entfernung des Thrombus, Gefäßersatzplastik = Bypass) zur Verfügung.

Heparinisiertes Blut gerinnt nur verzögert, wodurch die Fließfähigkeit erhöht wird. Die Gabe von Heparin wird meist als Langzeittherapie über mindestens sechs Monate verordnet. Dabei muss die erhöhte Blutungsneigung bedacht werden, schon kleine Verletzungen können zu einem vermehrten Blutverlust führen. Nach einem Eingriff und auch nach der Lyse sollten die Betroffenen für einen längeren Zeitraum Kompressionsstrümpfe oder fest sitzende Bandagen tragen (Prophylaxe gegen erneutes Auftreten und zur Eindämmung der Schwellung).

Trotz der vielfältigen Methoden ist die Rezidivrate der Venen-thrombose relativ hoch. Bei ca. einem Drittel aller Betroffenen kommt es innerhalb der ersten acht Jahre zu einem erneuten Auftreten eines Gerinnsels sowie zu einer Thrombose.

Dieser Beitrag wurde letztmalig am 12.06.2012 aktualisiert