Bakterielle Infektionen: Symptome, Anzeichen,
Behandlung
von: René Gräber, Heilpraktiker und Gesundheitspädagoge
Bakterien sind vielfach unschädlich für den menschlichen Organismus. Sie gelten aber auch als Auslöser
unterschiedlicher Erkrankungen und Störungen. Dabei spielen vor allem die Immunabwehr, bereits bestehende
Krankheiten, das Alter (besonders anfällig sind Neugeborene, Kleinkinder sowie alte, gebrechliche Menschen) und der
Ort des Befalls eine große Rolle für die jeweilige Ausprägung.
Bakterien kommen überall vor, auch im und am Menschen. Es handelt sich um zwischen 0,3 und 5 μm große Erreger,
die die Form von Kokken (Kugeln), Stäbchen oder Spirillen (Spiralen) haben und durch aktive oder passive Prozesse
(= Infektion) in den Menschen eindringen können.
Die meisten Bakterien finden sich auf der Haut und im Darm. Ein Überangebot dieser Erreger kann Krankheiten und
Hautläsionen verursachen. Dabei zeigen sich bakterielle Infektionen zunächst lokal begrenzt, führen im Verlauf aber
zu einer ausgedehnten Besiedelung des Organismus. Die Inkubationszeit ist sehr variabel und kann zwischen Stunden,
Tagen und mehreren Wochen liegen.
Zu den häufigsten auslösenden Bakterien zählen die verschiedenen Subtypen der Streptokokken und der Staphylokokken.
Streptokokken verursachen unter anderem Pneumonien, eine Sinusitis (Nasennebenhöhlenentzündung),
die Mittelohrentzündung, eine
Speicheldrüsenentzündung, die Tonsillitis (Mandelentzündung), entzündliche
Prozesse in der Mundhöhle (z.B. Karies), eine Endokarditis (Herzinnenhautentzündung), Scharlach und eine Sepsis
(Blutvergiftung).
Auf der Haut kommt es zu der Ausbildung eines Erysipels (Wundrose), einer Phlegmone (eitrige Bindegewebsentzündung)
oder einer Fasziitis (Faszienentzündung, zum Teil auch nekrotisierend).
Das durch Staphylokokken verursachte Erkrankungsspektrum ähnelt dem der
Streptokokken. Hier zeigen sich zusätzlich entzündliche Prozesse am Knochen und im Markraum, Furunkel
(Haarbalgentzündung), Karbunkel (eitrige Entzündung der Haarfollikel), Impetigo (Grindflechte, hoch infektiöse
Hauterkrankung) sowie eitrige Entzündungen der verschiedenen Hautschichten.
Weiterhin finden sich in der Natur Enterokokken (Verursacher nosokomialer Infektionen), Salmonellen (z.B. Auslöser
einer Enteritis), Legionellen (Legionärskrankheit), Shigellen (Shigellose = Bakterien-Ruhr), Corynebakterien (z.B.
Diphtherie), Campylobacter (Durchfallerkrankungen), Chlamydien (Verursacher von Genitalerkrankungen), Clostridien
(unter anderem als Gasbranderreger bekannt), Klebsellien (normal in der Darmflora, verursachen aber auch
nosokomiale Pneumonien), Borrelien (Borreliose, durch Zeckenbiss übertragene,
lebensbedrohliche Infektion), Brucellen (Verursacher der Brucellose, die hämatogen und lymphogen Gewebe und Organe
schädigt und zu Granulomen führt) sowie noch viele weitere, zum Teil seltene Arten.
In Krankenhäusern kommt es vor allem zu einer Ausbreitung nosokomialer Infekte. Hierbei handelt es sich um
allein in Kliniken auftretende Erkrankungen (= Infektion hospitalisierter Menschen), die durch verschiedene
Bakterien verursacht werden und eine große Gefahr für dort behandelte Menschen darstellen. Die Bakterien nutzen die
verschiedenen Einrichtungen in den Kliniken, um sich rasch ausbreiten zu können. Dazu zählen Toiletten,
Waschbecken, Beatmungsgeräte, Schlauchsysteme und invasive Maßnahmen wie z.B. das Legen eines Katheters oder einer
Venenverweilkanüle. Daher sind hohe hygienische Auflagen und die strikte Umsetzung dieser von hoher Bedeutung.
Diagnose
Zur Diagnose werden neben der allgemeinen Inspektion vor allem die Untersuchungen des Blutes, der verschiedenen
Sekrete und der Ausscheidungsprodukte genutzt. Hier lässt sich relativ rasch ein Bakterium ermitteln. Um
antibiotisch wirksam behandeln zu können, muss dieses Bakterium genau differenziert werden. Hierzu erfolgt die
Bebrütung auf einem geeigneten Nährboden im Wärmeschrank, wodurch sich charakteristische Zellhaufen oder andere
Zellvereinigungen, unterschiedliche Farben und zum Teil auch typische Gerüche entwickeln. In vielen Fällen gilt
Penizillin als Antibiotikum der Wahl. Durch zunehmende Resistenzen geht man mittlerweile vermehrt dazu über,
Breitbandantibiotika zu verabreichen. Bei einer Methicillinresistenz werden Ersatzstoffe genutzt wie z.B.
Vancomycin, welches noch weitestgehend wirksam ist. Aber auch hier sind Resistenzen mittlerweile beschrieben.
In vielen Fällen können die Infektionen mit der geeigneten Behandlung innerhalb weniger Tage therapiert werden.
Das Bakterium ist dabei jedoch im Organismus meist noch über einen längeren Zeitraum vorhanden und wird nach und
nach ausgeschieden oder durch eine gesteigerte Immunantwort vernichtet. Ein Prozess, der sich über mehrere Wochen
hinziehen kann.

Dieser Beitrag wurde letztmalig am 19.07.2012 aktualisiert
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