Die gewöhnliche Erkältung: Symptome, Anzeichen,
Behandlung
von: René Gräber, Heilpraktiker und Gesundheitspädagoge
Die Ursachen und Formen der gewöhnlichen Erkältung
Die gewöhnliche Erkältung bezeichnet eine katarrhalische Infektion der Atemwege, vor allem der
oberen Luftwege, besonders der Nase, des Rachens, der Nasennebenhöhlen und des Kehlkopfes. Mehr als 30 verschiedene
Virenarten können diese Erkrankung auslösen; diese Viren werden "Rhinoviren" genannt.
Die Ursachen für eine gewöhnliche Erkältung sind bisher noch nicht abschließend geklärt; vermutet werden als
auslösende Ursache die Abkühlung der Körperoberfläche, durch Allergien bedingt Empfindlichkeit und das Einatmen
reizender Dämpfe oder Gase.
Der allgemeine Gesundheits- oder Ernähungszustand oder Veränderungen der oberen Luftwege (zum Beispiel
vergrößerte Gaumen- oder Rachenmandeln) scheinen keinen Einfluss auf die Anfälligkeit zu haben. Manchmal begünstigt
der Virusinfekt an den Schleimhäuten der oberen Luftwege eine rapide Vermehrung der dort ansässigen Bakterien; dann
kann es zu Vereiterungen, wie beispielsweise einer Bronchitis, kommen. Bei den meisten Erwachsenen jedoch beeinflussen die vorhandenen
Bakterien den Verlauf einer gewöhnlichen Erkältung nicht.
Die Symptomatik und der Verlauf
Die Inkubationszeit bei einer gewöhnlichen Erkältung beträgt nur 18 bis 48 Stunden. Charakteristisch ist der
plötzliche Beginn mit einem Kratzen im Hals, gefolgt von Niesen, Schnupfen und einem
allgemeinen Krankheitsgefühl. Fieber (37,5 Grad Celsius - 39 Grad Celsius) kommt im Allgemeinen nur bei Säuglingen und
Kleinkindern vor; Erwachsene fiebern bei einer gewöhnlichen Erkältung normalerweise nicht. Häufig tritt ein
Frösteln auf, jedoch kein ausgeprägter Schüttelfrost. Auch mäßige Kopfschmerzen, sowie eine Beeinträchtigung des Geruch- und Geschmackssinnes sind eine oft
auftretende Begleiterscheinung der Erkrankung.
Der Patient kann auch über unbestimmte Schmerzen im Rücken oder Schmerzen in den Extremitäten klagen. Husten tritt im Anfangsstadium in unterschiedlicher Intensität auf.
Im weiteren Krankheitsverlauf tritt eine Verstopfung der Nasengänge ein, und durch das häufige Schneuzen und Putzen
der Nase kommt es zunächst zu einer Rötung und dann oft zu einem Wundwerden der Nasenflügel und der Oberlippe. Das
Nasensekret wird im weiteren Verlauf der gewöhnlichen Erkältung dicker und schleimig-gelblich.
Eine Erkältung kann sich auf die oberen Luftwege beschränken; oft kommt jedoch noch die Entzündung der Nasennebenhöhlen hinzu.
Diagnose
Einige ernste Erkrankungen, wie beispielsweise Masern oder Diphtherie, weisen anfangs die gleichen Symptome wie eine gewöhnliche Erkältung auf. Eine
endgültige Abgrenzung kann hier nur durch die Beobachtung des weiteren Verlaufes der Erkrankung
erfolgen.
Auch das Krankheitsbild der Grippe hat große Ähnlichkeit mit dem der gewöhnlichen Erkältung, und im allgemeinen
Sprachgebrauch werden beide Begriffe oft nicht genau unterschieden. Obwohl das Influenza - Virus manchmal die
gleicher Symptome wie eine Erkältung hervorrufen kann, lassen sich die beiden Erkrankungen durch die Schwere der
Symptome von einander abgrenzen.
Heuschnupfen und andere Allergien können fälschlicherweise für eine gewöhnliche Erkältung gehalten werden. Eine
Unterscheidung kann durch die Beobachtung der Dauer und des regelmäßigen Auftretens der Beschwerden erfolgen.
Eine Allergie ist immer von direkten, äußeren Umständen (Blütezeiten, Hausstaub und so weiter) abhängig. Sie
dauert an, bis das Allergen aus dem Umfeld des Betroffenen entfernt worden ist.
Prognose
Die gewöhnliche Erkältung ist harmlos. Meist hält sich der Verlauf an den folgenden Merksatz. "Drei Tage kommt
es, drei Tage bleibt es, drei Tage geht es". Eine Erkältung ist also nach spätestens zehn Tagen überwunden und es
bleiben selten Folgeschäden. Komplikationen, wie eine Bronchitis, ein Tubenkatarrh (Entzündung der Schleimhaut der Eustachi-Röhre, kann zu einer
Mittelohrentzündung führen) oder eine Laryngitis (Kehlkopfentzündung) können länger
andauernde Beschwerden hervorrufen.
Prophylaxe
Es wurde schon mit verschiedensten Mitteln versucht, die Entstehung und Verbreitung der Erkältung zu verhindern,
wie zum Beispiel mit alkalischen Mundwassern, Zitrusfrüchten, hoher Dosierung bestimmter Medikamente (vor allem
Vitamin C), ultraviolettem Licht und weiteren. Bisher jedoch ohne Erfolg. Es scheint keine wirklich wirksame
Prophylaxe bei einer Erkältung zu geben.
Therapie
Besonders bei Kleinkindern und Schulkindern, sowie allen fiebernden Patienten ist Bettruhe zur Genesung
notwendig. Sollte dies aus verschiedenen Gründen nicht durchführbar sein, sollten zumindest ungünstige
Wettereinflüsse gemieden und der Körper allgemein geschont werden.
Zu Beginn einer Erkältung können auch folgende Hausmittel erfolgreich zur Linderung der Symptome
eingesetzt werden:
Gegen den Schnupfen hilft eine Kochsalzlösung meistens ebenso gut, wie die gängigen Nasentropfen, jedoch ohne
die möglichen Nebenwirkungen. Grundsätzlich sollten die Nasenschleimhäute feucht und damit das Sekret flüssig
gehalten werden. Auch warme Fußbäder haben sich als hilfreich gezeigt, die oberen Atemwege besser zu
durchbluten.
Dabei sollte wie folgt vorgegangen werden: Zunächst wird die Bade- oder Duschwanne
ca. knöcheltief mit 34 Grad warmen Wasser gefüllt. In einem Zeitraum von 20 Minuten sollte dann immer heißeres
Wasser hinzugegeben werden, bis die Temperatur ungefähr 41 Grad beträgt. Man sollte die Füße einige Minuten in dem
heißen Wasser belassen, dann müssen die Füße gründlich abgetrocknet und warme Strümpfe angezogen werden. Danach wie
bei einem Saunabesuch ungefähr eine halbe Stunde ruhen.
Auch warme Kopfdampfbäder mit dem Zusatz von Kamillenblüten oder Kochsalz können helfen, eine verstopfte Nase frei
zu bekommen.
Gegen alle Symptome der Erkältung hilft selbstgekochte heiße Hühnersuppe. Diese wirkt antibakteriell, erhöht die
Temperatur des gesamten Körpers und lindert Schmerzen in den Gliedern. Hierzu nehme man ein Suppenhuhn, Lorbeerblätter, Wacholderbeeren
und einen Bund Suppengemüse (Lauch, Sellerie, Karotten, Petersilie). Diese erhitze man in Gemüsebrühe und lasse
sie eineinhalb Stunden bei kleiner Hitze Kochen Dazu können noch Suppennudeln und das klein geschnittene
Hühnerfleisch serviert werden. Zwei Teller am Tag sollten gegessen werden.
Sehr gut helfen auch Erkältungsbäder mit einem Zusatz aus Menthol-, Eukalyptus-, Thymian- oder Fichtennadelöl.
Diese lindern Gliederschmerzen, fördern die Durchblutung und erhöhen die Körpertemperatur. Zusätzlich lösen die
enthaltenen ätherischen Öle Sekret aus Nase und Bronchien.
Aber was auch immer man einsetzt, um einer Erkältung Herr zu werden, ob Hausmittel oder Medikamente vom Arzt und
aus der Apotheke:
Immer wieder wird sich zeigen:
Egal, was man tut:
"Drei Tage kommt es, drei Tage bleibt es, drei Tage geht es".

|