Infektionen

HIV - HI - Virus: Symptome, Verlauf, Therapie

Die HIV Erkrankung zeigt sich durch unspezifische Beschwerden - Tage bis wenige Wochen nach der Erstinfektion.

von: René Gräber, Heilpraktiker und Gesundheitspädagoge

Davon abzugrenzen ist die AIDS Erkrankung, welche am Ende einer HIV Infektion auftritt. AIDS definiert sich erst durch das Auftreten so genannter AIDS-assoziierter Erkrankungen, z.B. Pneumocystis Jirovecii, Kaposi-Sarkom, Kryptosporidien, Toxoplasmose, ausgedehnter Candida-Befall und viele mehr.

Das HI-Virus gehört in die Gruppe der Retroviren und wird z.B. durch ungeschützten Geschlechtsverkehr, infizierte Blutprodukte, von der Mutter auf das Kind während der Schwangerschaft und Geburt, Drogenkonsum in die Vene oder durch Verletzung von z.B. medizinischem Personal übertragen.

Hat sich nun jemand infiziert, kann es nach drei bis sechs Wochen (in seltenen Fällen früher) zu der so genannten HIV Erkrankung kommen. Diese spiegelt eine enorme Virusvermehrung und die beginnende Antikörperbildung wieder (erst danach ist auch eine "AIDS-Test" positiv, welcher in der Regel die Antikörper nachweist.

Vorher kann die Infektion nur über einen teuren Virus-Direktnachweis mittels PCR erfolgen.).

Die Infizierten sind in diesem Stadium der Erkrankung durch die hohe Viruslast besonders infektiös, aber wissen meist noch nicht um ihre Situation. Klassische Symptome sind teilweise schmerzhaft geschwollene Lymphknoten am ganzen Körper (aber bevorzugt am Hals), Fieber und starker Nachtschweiß. Abgeschlagenheit, Infekte im Rachenraum, Halsschmerzen, Muskel- und Gelenkschmerzen können dazu kommen.

In einigen Fällen zeigt sich die HIV Erkrankung in chronischer Diarrhö (also dauerhaftem Durchfall). An der Haut und vor allem auch an der Mundschleimhaut sind Ausschläge und Defekte bis zu tiefen Geschwüren (Ulcerationen) möglich. Dieses Krankheitsstadium dauert in der Regel drei bis vier Wochen. Die Ausprägungen sind individuell sehr variable. Starke Beeinträchtigungen bis symptomlose Verläufe sind möglich.

Wegen der unspezifischen Symptome wird die HIV Erkrankung meist nicht als solche erkannt, weder vom Arzt noch vom Betroffenen selbst. Eine typische Fehldiagnose ist ein banaler grippaler Infekt, vorgetäuscht durch die Halsschmerzen und Rachenentzündungen.

Dabei ist die frühe Diagnose entscheidend, vor allem um zukünftige Sexualpartner zu schützen. Ist die Lymphknotenschwellung und das Fieber stark ausgeprägt, ähneln die Beschwerden der Mononukleose (Pfeifersches Drüsenfieber). Dabei handelt es sich um eine Infektion mit dem Ebstein-Barr-Virus.

Es kommt neben Lymphknotenschwellung und Fieber typischerweise zu einer Angina tonsillaris ("Mandelentzündung") und zu vergrößerten Bauchorganen, vor allem der Leber und Milz.

Im Blut lassen sich typische Pfeifer-Zellen (aktivierte Lymphozyten aus der Reihe der weißen Blutkörperchen) nachweisen. Kommt zu den vergrößerten Lymphknoten ausgeprägter Nachtschweiß hinzu, sollte auch an einen Lymphknotenkrebs (Hodgkin- oder Non-Hodgkin-Lymphom) gedacht werden.

Ein Differential-Blutbild kann den Verdacht erhärten, die Diagnose wird über die Untersuchung eines entnommenen Lymphknotens gestellt. Seltene Differentialdiagnosen sind der Morbus Behçet (eine Autoimmunerkrankung mit Gelenkschmerzen und Ulcerationen an der Mund- und Genitalschleimhaut), Tuberkulose (bei uns selten geworden, Inzidenz aber wieder steigend. Weiterhin häufige Erkrankung bei Immigranten) und anderen Infektionen, die mit einer generalisierten Lymphknotenschwellung einhergehen (Tularämie, Katzen-Kratz-Krankheit, Yersiniose und viele andere).

Nach der HIV Erkrankung kommt es zu einer monate- bis meist jahrelangen Latenz (Inkubationszeit, im Durchschnitt neun bis elf Jahre).

Dabei kommt es zu keinerlei Symptomen, aber das HI-Virus vermehrt sich dennoch weiter.

Das Immunsystem wird zunehmend geschädigt und die Anzahl der Immunzellen (vor allem der T-Helfer-Zellen) sinkt, während die Virusanzahl steigt. Sind die T-Helfer-Zellen auf dem Tiefpunkt und ist die Viruslast entsprechend hoch, schließt sich die AIDS-Phase an.

Diese beginnt, sobald die erste AIDS-assoziierte Erkrankung aufgetreten ist.

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