Mumps: Ansteckung, Symptome, Verlauf,
Impfung
Mumps (Parotitis epidemica, auch Ziegenpeter genannt) ist eine ansteckende Virusinfektion, die sich in allen
Altersklassen zeigen kann (vermehrt aber um das 15. Lebensjahr) und die sich durch starke Schmerzen im Bereich des
Ohres auszeichnet.
Sie gilt mit als eine der häufigsten Erkrankungen im Kindesalter. Nahezu 40 Prozent aller Fälle bleiben
symptomlos. Die Infektiösität ist geringer als z.B. bei Röteln oder Masern und kann zusätzlich durch eine
Schutzimpfung unterbunden werden. Eine einmal durchlebte Erkrankung führt zu einer lebenslangen Immunität.
Mumps wird durch Tröpfcheninfektion (z.B. Niesen oder Husten) übertragen, weshalb es vermehrt bei Kleinkindern
und Jugendlichen zu einer Übertragung kommt (die sich z.B. beim Niesen nicht die Hand vor das Gesicht halten). Auch
wenn es nicht bei allen Infizierten zu einer Symptomausprägung kommt, gilt jede Mumpserkrankung als infektiös (ca.
eine Woche vor Ausbruch bis ca. eine Woche danach). Das Virus ist das gesamte Jahr über aktiv, während der kalten
Monate ist jedoch eine Zunahme der Erkrankungsrate zu beobachten. Je nach Region liegt die jährliche Inzidenz
zwischen 100 und 1000 pro 100.000 Einwohner, ein letaler Verlauf ist bei ein bis drei Fällen pro 10.000 Infektionen
zu beobachten.
Die Inkubationszeit beträgt ca. zwei Wochen, wobei die größte Ansteckungsgefahr zwei Tage vor
und vier Tage nach Ausbruch besteht. Mit Ausbruch zeigen sich erkältungsähnliche Symptome wie z.B. Husten und
Schnupfen. Erkrankte frieren leicht (Schüttelfrost), leiden unter Kopfschmerzen, Appetitlosigkeit, allgemeiner
Leistungsschwäche sowie kurzfristigen Fieberschüben bis 40 °C, was zu zusätzlichen Gliederschmerzen führt. Im
Verlauf schwellen die Ohrspeicheldrüsen sichtbar und schmerzhaft an (bei ca. 20 Prozent schwillt nur eine Seite
an), dies wirkt sich auch auf den Mundraum sowie den Hals aus. Sprechen, Kauen und Schlucken sind erschwert,
säurehaltige Lebensmittel werden als sehr unangenehm empfunden.
Der normale Verlauf von Mumps ist komplikationslos, die Erkrankung heilt nach zwei bis drei
Wochen ohne Folgen aus. Mit zunehmendem Alter tritt die Symptomatik jedoch verstärkt auf, zudem löst Mumps in
seltenen Fällen auch weitere, z.T. lebensbedrohliche Erkrankungen aus. So können Lymphknoten oder weitere
Speicheldrüsen betroffen sein, anschwellen und zu zusätzlichen Problemen führen.
Weitere mögliche Komplikationen:
Eine durch Mumps ausgelöste Meningitis (Hirnhautentzündung) zeigt sich bei ca. fünf bis zehn Prozent aller
Fälle, äußert sich v.a. durch zunehmende Kopfschmerzen und kann u.U. zu einer Schwerhörigkeit führen.
Die Pankreatitis (Bauchspeicheldrüsenentzündung) entwickelt sich in gut fünf Prozent aller Fälle. Hier zeigen
sich Symptome wie Übelkeit und Erbrechen.
Bei Männern kommt es in seltenen Fällen (ein Fall bei 20.000 Infektionen) zu einer Entzündung der Hoden
(Orchitis), wodurch eine Unfruchtbarkeit entstehen kann. Bei Frauen kann dies die Eierstöcke betreffen.
Erkrankt eine werdende Mutter an Mumps, kann dies in den ersten drei Schwangerschaftsmonaten zu einem
ungewollten Abort (Schwangerschaftsabbruch durch Fehlgeburt) führen, im weiteren Verlauf zeigen sich aber keine
negativen Einflüsse auf das heranwachsende Leben.
Bei ca. einem von 20.000 Fällen kommt es auch zu Beschwerden im Bereich von Herz (Myokarditis), Niere (Nephritis),
Schilddrüse (Thyreoiditis) oder der Gelenke (Arthritis).
Die Inspektion des Erkrankten führt bei klarer Symptomatik schnell zur gesicherten Diagnose. Daneben dienen v.a.
der Rachenabstrich, Speicheluntersuchungen, die Blutauswertung auf Antikörper oder das Liquorpunktat der
Differentialdiagnose.
Wie bei den meisten Virusinfektionen zielt eine Therapie auf Linderung der Symptome ab. Hier dienen, neben
kühlenden Umschlägen, v.a. schmerzlindernde, abschwellende und fiebersenkende Mittel. Auch desinfizierende
Spüllösungen können eingesetzt werden. Zusätzlich sollte der Erkrankte Bettruhe einhalten und während der
Infektionszeit isoliert werden. Bei Verdacht auf Meningitis sollte immer eine klinische Abklärung erfolgen, um
weitere Komplikationen zu vermeiden.
Die Schulmedizin (Impfkommission) empfiehlt eine Impfung gegen Mumps.
|