Hepatitis A - Übertragung, Symptome, Therapie

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Der Begriff Hepatitis bezeichnet eine Entzündung der Leber. Diese Leberentzündung kann durch unterschiedliche Auslöser bedingt sein und auch verschiedene Verlaufsformen haben.

Die Hepatitis A kennzeichnet die akute Entzündung der Leber, verursacht durch das Hepatitis-A-Virus (HAV), welches sich weltweit findet und hauptsächlich durch verunreinigte Speisen und Getränke (Nachweis u.a. von Kotfragmenten) übertragen wird.

Daneben kann das Virus auch durch Schmierinfektion (fäkal-oral) in den Organismus gelangen. Bedingt durch hohe hygienische Standards in westlichen Industrienationen leiden heute hauptsächlich Menschen in "unterentwickelten" Ländern (z.B. Afrika, Süd- und Mittelamerika) sowie u.a. in Regionen mit schlechter Wasseraufbereitung oder Wasserversorgung (z.B. Asien, Süd- und Osteuropa) unter dieser Form der Hepatitis.

Die Hepatitis A zählt zu den häufigsten Reiseerkrankungen. Nahezu 50 Prozent der in Deutschland diagnostizierten Fälle stammen von Reisen in andere Länder. Gerade Schalentiere oder auch Muscheln gelten als häufiger Virusträger (das Virus kann in kalten Gewässern unbegrenzt überleben), erst das vollständige Erhitzen tötet das Virus ab.

Daneben zeigt sich die Erkrankung vermehrt bei Einrichtungen mit hoher Menschendichte (enger Körperkontakt), z.B. in Schulen. Insgesamt kann die Erkrankung mit ca. 1000 gemeldeten Fällen pro Jahr in Deutschland aber als relativ selten angesehen werden.

Das durch verschiedene Möglichkeiten übertragene Virus gelangt hauptsächlich oral (durch den Mund) in den Organismus. Eine Übertragung durch Blut (z.B. bei Drogenabhängigen) ist möglich aber eher selten. Nach der Kontamination gelangt der Erreger über den Blutweg zur Leber, wo er sich vermehren kann. Bevor sich die ersten Symptome zeigen (Inkubationszeit) können zwei bis sieben Wochen vergehen. Dabei gilt der Virusträger ca. zwei Wochen vor Ausbruch bis ca. eine Woche danach als infektiös.

Symptome einer Hepatitis A

Nahezu zwei Drittel aller Hepatitis A-Erkrankungen verlaufen asymptomatisch (ohne Symptome) und werden vom Erkrankten nicht bemerkt. Die symptomatische Hepatitis A verursacht zuerst allgemeine Anzeichen, u.a. erhöhte Temperatur - Fieber, körperliches Unwohlsein mit Appetitlosigkeit, Übelkeit und Erbrechen.

Dazu kommen Leistungsschwäche, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Muskel- und Gelenkschmerzen sowie ein Druckgefühl im rechten Oberbauch.

Ca. eine Woche später zeigen sich die "typischen" Symptome: Die Haut - Hauterkrankungen, und meist auch die Skleren der Augen - Augenerkrankungen, verfärben sich gelb (Ikterus), der Stuhl entfärbt sich (Lehmstuhl), der Urin wird sehr dunkel, wirkt konzentriert. Unter Umständen entwickelt sich ein starker Juckreiz auf der gesamten Hautoberfläche. Mit Auftreten des Ikterus lassen die allgemeinen Krankheitsanzeichen nach, so dass sich der Betroffene in dieser Phase meist besser fühlt. Der Ausheilungsprozess verläuft unterschiedlich lang und meist milde, nach ungefähr zwei Wochen sind die meisten Beschwerden bereits abgeklungen.

In ca. 0,1 Prozent aller Fälle kommt es zu einem schweren Verlauf (fulminante Hepatitis A), die in seltenen Fällen auch tödlich enden kann. Die Leberentzündung weitet sich in diesen Fällen auf Herzmuskulatur, Bauchspeicheldrüse oder Lunge aus und führt zu lebensbedrohlichen Schäden. Dabei steigt das Risiko solch einer Ausweitung mit zunehmendem Alter und schwächerem Immunsystem.

Neben der Inspektion (die durch die Gelbfärbung der Haut bereits erste Rückschlüsse erlaubt), dienen vor allem die Blutwerte der gesicherten Diagnose. Bei Schädigung der Leber sind vor allem die sog. Leberwerte erhöht: GOT (Glutamat-Oxalacetat-Transaminase), GPT (Glutamat-Pyruvat-Transaminase), Gamma-GT (Gamma-Glutamyl-Transferase) und AP (alkalische Phosphatase). Zusätzlich erfolgt der Nachweis spezieller Antikörper. Die Sonographie zeigt eine deutlich vergrößerte Leber, in Einzelfällen kann dies auch die Milz betreffen.

Hepatitis A Therapie

Die schulmedizinische Therapie zielt auf eine Linderung der Beschwerden ab, das Virus selbst kann nicht behandelt werden.

Neben Bettruhe und Isolation während der infektiösen Phase dienen v.a. juckreizstillende Präparate (z.B. Salben oder Tinkturen). Die Ernährung sollte im Zeitraum der Erkrankung umgestellt werden. Fettarme und kohlenhydratreiche Speisen unterstützen die Abheilung der Entzündung, Alkohol und reizende Getränke (Kaffee, Tee) sollten vollständig gemieden werden, ebenso der Nikotinkonsum sowie die Einnahme von nicht lebensnotwendigen Medikamenten.

Im Normalfall verläuft die Ausheilung komplikationslos, nach wenigen Wochen ist die Erkrankung überstanden.

Eine einmal durchlebte Hepatitis A führt zu einer lebenslangen Immunität gegen das Virus.

Dieser Beitrag wurde letztmalig am 19.07.2012 aktualisiert