Hepatitis B- Übertragung, Symptome und Therapie

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Die Hepatitis B ist eine durch Viren verursachte Leberentzündung. Das Hepatitis-B-Virus (HBV) wird durch Körperflüssigkeiten wie Sperma, Vaginalsekret oder Blutbestandteile übertragen, wobei der Hauptübertragungsweg der sexuelle Kontakt ist. Die Hepatitis B ist eine meldepflichtige Erkrankung.

Das Virus gilt als hoch infektiös und findet sich weltweit. Man geht davon aus, dass nahezu sieben Prozent der gesamten Weltbevölkerung chronisch erkrankt sind, wobei sich starke regionale Unterschiede feststellen lassen.

Während sich die höchste Infektionsrate in Ländern wie z.B. Zentralafrika oder Osteuropa (mit acht bis 12 Prozent) finden lässt, liegt diese in den skandinavischen Ländern mit unter 0,1 Prozent besonders niedrig. In Deutschland erkranken rund sieben Prozent der Bevölkerung in ihrem Leben an einer Hepatitis B, wobei es bei ca. 0,6 Prozent zu einer chronischen Ausbildung kommt.

Nahezu 90 Prozent aller Hepatitis-B-Erkrankungen verlaufen akut (Ausheilung innerhalb von sechs Monaten) - der Rest geht ins chronische Stadium über.

Das Virus benötigt den Menschen als Wirt für die Vermehrung. Hier dienen v.a. unterschiedliche Sexualpraktiken als Übertragungsweg (ca. 70 Prozent aller Erkrankungen).

Daneben können aber u.a. auch Muttermilch, Tränenflüssigkeit oder mit Körpersekreten verunreinigte Gegenstände (z.B. Nagelschere, Ohrring) als Kontaminationsquelle dienen.

Medizinisch tätige Menschen (Ärzte, Pflegepersonal) sind besonders gefährdet, sie kommen in erhöhtem Maße und nahezu täglich mit den verschiedenen Körperflüssigkeiten (v.a. Blut) in Kontakt und bedürfen des besonderen Selbstschutzes.

Weitere Risikogruppen sind Drogenabhängige (Gebrauch von benutzten Spritzen), Menschen mit häufigem Partnerwechsel, Personen, die in Länder mit hoher Erkrankungsdichte reisen und Personal und Patienten von Dialyseeinrichtungen.

Auch die Übertragung des Virus von einer infizierten Mutter auf das Ungeborene im Mutterleib ist möglich.

Symptome einer Hepatitis B Erkrankung

Die Inkubationszeit variiert stark und führt nach vier Wochen bis sechs Monaten nach Infektion zu verschiedenen Symptomen. Die Erkrankung kann aber auch asymptomatisch (ohne Anzeichen) und somit unbemerkt verlaufen.

Die akute Hepatitis B führt zu allgemeinem Unwohlsein, Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen, erhöhter Temperatur sowie Muskel- und Gelenkschmerzen. In wenigen Fällen entwickelt sich ein Juckreiz auf der gesamten Körperoberfläche. Im Verlauf zeigt sich die typische Gelbfärbung (Ikterus) von Haut und Skleren der Augen, der Stuhl wird lehmfarben, der Urin dunkelbraun. Bei Druck auf den rechten Oberbauch entsteht ein stechender Schmerz. In nahezu 90 Prozent heilt die Hepatitis B innerhalb der nächsten sechs Wochen folgenlos aus.

Chronische Hepatitis B: Fast zehn Prozent der Erkrankungen gehen in das chronische Stadium über. Sehr häufig sind dies Kleinkinder, die bereits von Geburt an infiziert sind. Die im akuten Stadium angezeigten Symptome sind hier eher selten, der asymptomatische Verlauf ist ebenfalls möglich. Die Klinik (Symptome) weist u.a. andauernde Müdigkeit, Gelenk- und Muskelschmerzen, Gewichtverlust und Leistungsabfall auf. Selten kommt es zu Schmerzen unterhalb des Rippenbogens. Die Leber kann zirrhotisch schrumpfen (bei ca. einem Prozent) und entarten (bei ca. 0,5 Prozent). Diese Entwicklung kann sich über Jahrzehnte hinziehen. Auch Hautveränderungen sind möglich (z.B. Rötungen).

Diagnose

Die Inspektion (Ansehen) lässt erste Vermutungen zu. Eine bessere Diagnose liefern die Blutwerte. Hier werden Entzündungszeichen durch erhöhte Leberwerte sowie spezifische Antikörper nachgewiesen.

Die Sonographie zeigt eine durch Entzündungsprozesse vergrößerte Leber. Zum Ausschluss einer chronischen Hepatitis können Gewebeproben (z.B. durch Stanzbiopsie) aus der Leber entnommen werden.

Therapie

Das Virus selbst kann nicht behandelt werden, es verbleibt ein Leben lang im Organismus. Daher zielt die schulmedizinische Therapie auf eine Symptomlinderung ab.

Bettruhe, Alkohol- und Nikotinverbot sowie leberschonende Speisen unterstützen den Heilungsprozess.

Die chronische Hepatitis B wird schulmedizinisch mit sogenannten Virustatika behandelt. Virustatika sollen eine weitere Ausbreitung verhindern. Häufig wird Interferon unterstützend eingesetzt. Bei drohendem Leberversagen wird eine Lebertransplantation empfohlen.

Nicht immer verläuft die Hepatitis B problemlos. In einem von 100 Erkrankungsfällen zeigt sich ein fulminanter Verlauf mit tödlichem Ausgang durch Leberversagen.

Bei zeitgleicher Infektion mit Hepatitis D (HDV, ist nur in Kombination mit HBV aktiv) kommt es zu einer Verstärkung der Symptomatik, fast immer erfolgt hierbei hier ein Übergang in das chronische Stadium - die chronische Hepatitis B.

Auch das Alter spielt eine Rolle. Je jünger der infizierte Patient ist, desto größer ist das Risiko einer chronischen Hepatitis B: besonders bei Neugeborenen und Kleinkindern liegt das Risiko bei ca. 90 Prozent. Auch die Gefahr einer Leberzirrhose steigt.

Der übermäßige Genuss von Alkohol (Abusus) kann die Entstehung von Leberzirrhose oder Leberkrebs begünstigen.

Eine einmal durchlebte Hepatitis B führt im normalen Verlauf zu einer lebenslangen Immunität. Durch Schutzimpfungen (Hepatitis B Impfung) soll eine Infektion vermieden werden.

Dieser Beitrag wurde letztmalig am 19.07.2012 aktualisiert