COPD - Chronisch Obstruktive
Lungenerkrankungen
von: René Gräber - Heilpraktiker und Gesundheitspädagoge
COPD (chronic obstructive pulmonary disease = chronisch-obstruktive Lungenerkrankung) ist eine
Erkrankung der Lungen, die sich meist aus der chronischen Bronchitis entwickelt und zu entzündeten und verengten
Atemwegen führt. Das sich im Verlauf verändernde oder zugrunde gegangene Lungengewebe kann sich nicht regenerieren
und führt zu lebensbedrohlichen Situationen.
Raucher oder ehemalige Raucher gelten als gefährdetste Gruppe (über 90 Prozent aller Fälle). Die Erkrankung ist
weltweit die vierthäufigste Todesursache, die jährliche Letalität liegt bei ungefähr fünf
Millionen Menschen (bei einer Erkrankungsrate weltweit von über 200 Milllionen). Diese Zahlen sind
(auch in der Bundesrepublik) anwachsend.
In Deutschland gilt die Erkrankung als sechsthäufigste Todesursache mit einer Prävalenz von ein bis drei Prozent
bei einem mittleren Erkrankungsalter von 45 Jahren. Daneben weist die COPD eine Geschlechtsspezifität auf. Im
Verhältnis 4:1 erkranken wesentlich mehr Männer an Bronchitiden und deren Folgen als Frauen. In den letzten Jahren
konnte aber auch eine Zunahme beim weiblichen Geschlecht beobachtet werden.
Die chronische Bronchitis zeichnet sich durch eine stark erschwerte Atmung bei gleichzeitigem
Husten mit schleimigem Auswurf aus. Zeigen therapeutische
Maßnahmen keine Wirkung, besteht die Gefahr einer COPD. Die durch die Bronchitis vorgeschädigten Flimmerhärchen
(dienen v.a. der Reinigung der Atemluft) werden dabei irreversibel zerstört, die Bronchialschleimhaut verdickt sich
und verengt so die Luftwege.
Im Verlauf atrophiert (bildet sich zurück) die Schleimhaut soweit, dass sie keine ausreichende Stabilität mehr
besitzt. Hierdurch fallen die Lungenbläschen bei der Ausatmung in sich zusammen, es kommt zu keiner ausreichenden
Belüftung mehr. Weiter fortgeschritten „verschmelzen“ die winzigen Lungenbläschen miteinander, ihre Wandstruktur
ist instabil, die physiologische Struktur der Lunge geht verloren und damit auch die Funktion, es entsteht das
obstruktive Emphysem (chronisches Lungenemphysem).
Neben der Hauptursache Rauchen können auch inhalative Giftstoffe und Luftverschmutzung die Lunge schädigen. Hier
zeigt sich eine deutliche Zunahme der Fälle (besonders bei Kleinkindern) in dicht befahrenen Wohngebieten (hohe
Feinstaubbelastung) sowie bei Erwachsenen an stark belasteten Arbeitsplätzen.
Die COPD zeichnet sich durch für Lungenerkrankungen typische Anzeichen aus. Dazu zählen v.a.
Atemnot bei Belastung, Husten (vermehrt morgens nach dem Aufstehen) und zäher Auswurf. Die
Symptomatik ist im Verlauf zunehmend (kann in vier Schweregrade nach Gold eingeteilt werden) und schwächt dabei den
Allgemeinzustand des Betroffenen.
Daraus resultieren, neben einer Atemnot auch im Ruhezustand, ein Leistungsabfall, andauernder Husten über den
gesamten Tag und während der Bettruhe sowie u.U. auch ein Gewichtverlust. Zusätzlich sind Anzeichen einer
Hyperkapnie (erhöhter Kohlendioxidgehalt im Blut, führt u.a. zu Tremor, Unruhe, geröteten Augen) und Blaufärbungen
(Zyanosen) v.a. im Bereich der Lippen und Fingernägel erkennbar (Anzeichen der Sauerstoffunterver-sorgung).
Verschiedene "Typen" der COPD
Eine COPD führt im Verlauf zu zwei klinisch markanten Typen.
Der als Pink Puffer bezeichnete COPD-Typ weist selten eine Zyanose
auf. Er ist von magerer Gestalt mit unterentwickelter Muskulatur, das Hauptsymptom ist eine schwere Atemnot, die unbehandelt zum Tode führt.
Der Blue Bloater-Typ ist dagegen eher übergewichtig, weist trotz vorhandener Zyanose
selten eine Atemnot auf und leidet unter starkem
Husten mit Auswurf. Die sich hierbei zeigende Rechtsherzinsuffizienz
führt vermehrt zum Tod.
Zu Komplikationen kann es aufgrund der Hypoxämie (mangelnde Sauerstoffsättigung des Blutes) und Hyperkapnie
kommen. Es zeigt sich eine pulmonale Hypertonie
mit Rechtsherzbelastung, die zum Cor pulmonale (Lungenhochdruck) führt.
Zusätzlich kommt es zu vermehrten Flüssigkeitsansammlungen an prädestinierten Stellen (Ödeme in Beinen und Aszites im freien Bauchraum). Durch die flache
und erschwerte Atmung kann sich eine Lungenentzündung ausbilden.
Diagnose und Untersuchungen
Die körperliche Inspektion gibt häufig bereits erste Auskünfte über den Gesundheitszustand. Durch eine
Lungenfunktionsanalyse kann die vermutete Diagnose gestützt werden. Zusätzlich erfolgen Auskultation,
Blutgasanalyse, Blutbild - kleines Blutbild oder großes Blutbild, Untersuchung des Auswurfs, Röntgen und
u.U. EKG und Bronchoskopie.
Die schulmedizinische Therapie zielt auf eine Symptomlinderung ab. Neben einer Verbesserung der
Lebensqualität soll so eine Reduzierung der Letalitätsrate erreicht werden. Ein Verzicht auf Nikotin ist dabei
unabdingbar. Daneben können schleim- und hustenreduzierende Mittel, inhalative Substanzen und kortisonhaltige
Präparate die Atmung (u.a. durch Bronchodilatation) erleichtern. Die Sauerstoff-Langzeittherapie (LTOT –
Sauerstoffgabe über 16 bis 24 Stunden täglich) wird im fortgeschrittenen Stadium angewandt.

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