Lungenentzündung - Anzeichen, Dauer und
Therapie
In Industrienationen gilt die Lungenentzündung (Pneumonie) als
häufigste tödliche Infektionskrankheit. Alleine bei der Diagnose
"Lungenentzündung" erschrecken viele.
von: René Gräber - Heilpraktiker und
Gesundheitspädagoge
Viele Schulmediziner sind der Ansicht, dass bei einer Lungenentzündung die normale Abwehr- und
Immunreaktion durch spezielle Krankheitserreger umgangen werden. Als Folge entzünde sich das
Lungengewebe. Dies kann dann zu lebensbedrohlichen Einschränkungen der Lungenfunktion führen.
In der Bundesrepublik erkranken jährlich rund 250.000 Menschen an einer Pneumonie, dabei liegt die
Sterblichkeitsrate der isolierten Form bei unter 0,5 Prozent.
Bei durch andere Krankheiten verursachten Lungenentzündungen steigt die Todesrate auf ca. 30 Prozent. Im
Krankenhaus erworbene Fälle enden in fast 50 Prozent tödlich.
Weltweit sterben jährlich fast vier Millionen Menschen an einer Pneumonie, wobei die Rate mit zunehmendem
Lebensalter ansteigt. Hauptsächlich werden Pneumonien durch Bakterien (ca. 90 Prozent) verursacht, seltener finden
sich auch Viren oder Bakterien. Hauptübertragungsweg ist das Einatmen der Erreger.
Besonders gefährdet sind v.a. ältere, abwehrgeschwächte Menschen und Kleinkinder. Daneben findet sich
eine Lungenentzündung u.a. auch bei chronisch Erkrankten (u.a. Herzkrankheiten, Diabetes
mellitus), bei einer Immunschwäche, während einer Zytostatikatherapie (Chemotherapie) und bei Alkoholmissbrauch.
Lungenentzündungen lassen sich nach mehreren Kriterien unterteilen.
Bei der Einteilung nach Vorerkrankungen unterscheidet man die primäre Pneumonie (bei der keine
Vorerkrankung diagnostiziert wird) von der sekundären Pneumonie (u.a. bei Bronchitis, Links -
Herzinsuffizienz,
Immunschwäche und Bettlägerigkeit) sowie der opportunistischen Pneumonie, die sich bei stark
immungeschwächten Menschen (z.B. AIDS) zeigt und v.a. durch Pilze (z.B. Candida albicans) und Viren (u.a.
Herpeserkrankungen) ausgelöst
wird.
Primäre Pneumonien weisen in bis zu 60 Prozent der Erkrankungsfälle Pneumokokken als Auslöser
auf. Daneben finden sich auch Viren (z.B. Influenza-Virus) und atypische Erreger (z.B. Chlamydien). Erreger der
sekundären Form sind v.a. Pneumo- und Staphylokokken sowie das Haemophilus
influenza-Virus.
Eine weitere Einteilung berücksichtigt den Infektionsort. Hier kann die Pneumonie ambulant (zu Hause, ca. 10 von
1.000 Fällen) oder nosokomial (im Krankenhaus) erworben sein. Der klinische Befund berücksichtigt u.a. die
Röntgendiagnostik. Zum einen sind hier die Entzündungsherde in einem Lappenbereich (lobulär), in mehreren
Lappenbereichen (lobär), nur in den Alveolen (alveolär), interstitiell (im Gewebe um die Alveolen), mit Beteiligung
des Pleuraspaltes (Pleuropneumonie) oder diffus verteilt (Bronchopneumonie) aufzufinden. Zum anderen unterscheidet
man noch zwischen der typischen (klassischen) und der atypischen Pneumonie.
Die klassische Pneumonie wird durch Bakterien verursacht und weist ein typisches klinisches
Bild auf. Zu Beginn zu kommt es zu Schüttelfrosterscheinungen, gefolgt von hohem Fieber und starkem Husten mit zähem, rötlich-braunem Auswurf (Sputum), der später auch
Eiterauflagen aufweisen kann (gelb-grünes Sputum). Die Erkrankung führt zu allgemeiner Schwäche, die Atmung ist erschwert und schmerzhaft. Die dadurch
verursachte Schonatmung kann zu einer Minderversorgung des Organismus mit Sauerstoff führen, was sich v.a. an
bläulich verfärbten (Zyanose) Lippen und Fingernägeln feststellen lässt. Insgesamt verursacht die Pneumonie ein
Gefühl der starken Erkrankung beim Betroffenen. Bei der Auskultation ist ein rasselndes Geräusch zu vernehmen
(Crepitatio indux).
Die durch Viren oder Parasiten verursachte Pneumonie zeichnet sich durch ihren langsameren Verlauf aus, sie wird
auch als atypische Lungenentzündung bezeichnet. Während der ersten Tage zeigen sich grippeähnliche
Symptome (u.a. Kopfschmerzen und Gliederschmerzen) , dazu kommen ein
starker Husten mit vermindertem, meist klarem Auswurf,
leicht erhöhte Temperatur und kaum Schmerzen bei der Atmung, die wesentlich leichter fällt als bei
der bakteriellen Form. Selten werden Auskultationsgeräusche gefunden, die Veränderung der Lunge (Schwellung) ist im
Röntgenbild aber gut zu erkennen.
Der normale Verlauf einer klassischen Pneumonie zeigt eine Symptomzunahme innerhalb der ersten acht Tage, danach
sind die Anzeichen rückläufig und die Rekonvaleszenz setzt ein, die bis zu zwölf Wochen dauern kann.
Diagnose einer Lungenentzündung
Zur Diagnose werden zuerst Anamnese, Inspektion und Auskultation (Abhorchen von Lunge und Herz) durchgeführt.
Blutbild und Speichel werden auf Erreger hin untersucht. Das
Röntgenbild zeigt einen angeschwollenen Lungenbereich. Mittels Bronchoskopie werden Erkrankungen wie z.B. die
Atelektase (kollabierter Lungenabschnitt) differentialdiagnostisch abgeklärt. Auch Tuberkulose, Lungenembolie und das Bronchialkarzinom sollten vor Therapiestellung
ausgeschlossen werden.
Therapie einer Lungenentzündung
Die Behandlung der Pneumonie setzt sich aus unspezifischen und spezifischen Maßnahmen zusammen. Betroffene
sollten viel Flüssigkeit zu sich nehmen.
Zusätzlich können Bettruhe, fiebersenkende Mittel und Sauerstoffgabe unterstützend angewandt werden.
Schulmedizinische Therapie: Das Antibiotikum wird nach der vorliegenden Form (ob z.B. ambulant
oder nosokomial erworben) gewählt. Bei Pilz- oder Parasitenbefall dienen analoge Mittel. Ein Erguss in der Lunge
bildet sich meist eigenständig zurück. Bei schwerer Einschränkung der Atmung kann dieser auch abpunktiert bzw.
drainiert werden.
Bedingt v.a. durch den unterschiedlichen Verlauf, die verschiedenen Erreger sowie auch die Konstitution des
Betroffenen kann es bei der Pneumonie zu einer Vielzahl von Komplikationen kommen. V.a. nosokomiale Formen enden
durch ihre vermehrte Komplikationsrate tödlich. Die respiratorische Insuffizienz führt zu einer starken
Sauerstoffunterversorgung des gesamten Organismus bei gleichzeitiger Anreicherung des unzureichend abgeatmeten
Kohlendioxids.
Mögliche Komplikationen:
- Eingedrungene Bakterien können zu einer Sepsis (Blutvergiftung) führen und Organe wie Herz und Nieren
schädigen.
- Längere Bettruhe birgt die Gefahr einer Thrombose.
- Ein Erguss im Pleuraspalt (Bereich zwischen beiden Lungenseiten) ist häufig zu beobachten (ca. 60 Prozent),
er kann in ein Pleuraempyem übergehen, bei dem sich Eiter im Pleuraspalt bildet, der zu Verklebungen und
Abszessen führen kann.
- Mehrfach durchlebte Lungenentzündungen können das Organ irreversibel vernarben lassen (Lungenfibrose, stark
verminderte Funktionalität). Ebenso besteht die Gefahr einer Infektionsausweitung in Richtung Gehirn
(Hirnhautentzündung),
Ohr (Otitis media) siehe auch:
HNO, Herz (Perikarditis), Gelenke (Arthritis) und Knochen
(Osteomyelitis).

Dieser Beitrag wurde letztmalig am 19.07.2012 aktualisiert
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