Fieber - Was tun? Ursachen, Symptome und Hilfe

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Die normale Körpertemperatur liegt morgens (abhängig von der Messmethode) zwischen 36,5 Grad Celsius (rektal) und 36 Grad Celsius (axillär). Im Verlauf des Tages ist ein Anstieg um ein bis zwei Grad Celsius normal, dabei erreicht die Temperatur am frühen Abend ihren Höchstwert.

Neben den verschiedenen Körperstellen, an denen die Temperatur gemessen werden kann (Mund, Achsel, After, Ohr), beeinflussen verschiedene Faktoren die Werte.

Ein niedrigerer oder höherer Wert deutet nicht zwangsläufig auf eine Erkrankung hin.

So verändern unter anderem die Außentemperatur, der allgemeine Körperzustand (Gewicht, Allgemeinzustand), das Alter (Kind, Jugendlicher, Erwachsener, Senior), verschiedene Nahrungsmittel und Getränke (Kaffee, scharfe Gewürze), Medikamente, sportliche Aktivitäten oder Stress die durchschnittliche Körpertemperatur nach oben oder nach unten.

Erklärung und Bedeutung von Fieber

Fieber (Febris) kennzeichnet eine Erhöhung der Körpertemperatur über die für die jeweilige Person reguläre Temperatur. Es handelt sich dabei um ein Symptom, welches auf eine Störung des Organismus hindeutet und somit als Warnsignal gedeutet werden kann. Daneben kann Fieber auch Heilungsprozesse unterstützen, indem es die körpereigene Abwehr beschleunigt und durch eine vermehrte Schweißproduktion die Selbstreinigung unterstützt.

Fieber selbst ist also keine Krankheit!

In der Medizin unterteilen wir die Körpertemperaturerhöhung in drei verschiedene Kategorien. Hierbei bezieht man sich auf die rektal (anal) gemessene Werte, da diese am genauesten sind. Im Mund und in der Achsel können Schweiß oder Mundsekret den Wert verfälschen.

Quecksilber-Thermometer werden heute nur noch selten genutzt. Durch den Fortschritt der Elektrotechnik gelten digitale Fieberthermometer mittlerweile als sehr präzise in ihrer Angabe.

Bei Werten unterhalb von 38 Grad Celsius liegt eine subfibrile Temperatur vor, die nicht zum Fieber gezählt wird.

Zwischen 38 und 39 Grad Celsius handelt es sich um mäßiges Fieber, darüber liegende Werte kennzeichnen hohes Fieber.

Entstehung von Fieber

Fieber entsteht durch äußere oder innere Einflüsse. Das Regelzentrum, welches die Körpertemperatur überwacht, liegt im Gehirn (im Hypothalamus). Durch verschiedene Störungen wird der reguläre Sollwert nach oben verstellt. Die Nervenzellen reagieren auf diese Veränderung, es erfolgt die Erhöhung der Körpertemperatur. Substanzen, die die Entstehung von Fieber begünstigen, werden als Pyrogene bezeichnet.

Zu den häufigsten Ursachen zählen Infektionen mit Bakterien, Viren oder Parasiten (z.B. Appendizitis, Tonsillitis, Zystitis, Malaria, Pneumonie), die zum Teil in Verbindung mit einem Auslandsaufenthalt (Tropenkrankheiten) stehen.

Daneben entsteht Fieber durch verschiedene Autoimmunerkrankungen (z.B. Sarkoidose, Kollagenose), Tumoren, Immunschwächen (z.B. AIDS) oder bei einer Blutvergiftung (Sepsis).

Die meisten Kinderkrankheiten sind ebenfalls von Fieber begleitet (z.B. Masern, Röteln, Windpocken, Scharlach).

Zu erhöhten Körpertemperaturen kommt es daneben durch eine veränderte Hormonkonzentration im Blut (z.B. bei einer Hyperthyreose).

Aseptisches Fieber entsteht unter anderem bei Verbrennungen durch den Überschuss an körpereigenem Eiweiß. Ferner steigt die Körpertemperatur durch Austrocknung (Exsikkose), Aufenthalt in großer Hitze, verschiedene Medikamente, Operationen, Eisprung oder Schwangerschaft (siehe auch Frauenheilkunde).

Symptome

Die Beschwerden und Symptome, die mit Fieber einhergehen, sind abhängig vom auslösenden Faktor.

In den meisten Fällen kommt es zu Müdigkeit, körperlicher Schwäche und einem allgemeinen Krankheitsgefühl.

Viele Betroffene klagen über Kopfschmerzen und Gliederschmerzen, Appetitmangel, gesteigerten Durst und einen trockenen Mund.

Begleitend erhöhen sich der Puls und die Atemfrequenz. Auffiebernde Menschen weisen vielfach einen glasigen Blick und eine glänzende Haut mit roten Wangen auf.

Die Urinausscheidung ist zum Teil gesteigert, dabei ist der Harn von erhöhter Konzentration.

Je nach Temperatur steigt die Schweißproduktion - und so kann es auch durchaus zu Schüttelfrost oder Kältezittern kommen.

Kreislauf (Kreislauferkrankungen) und Wahrnehmung können ebenfalls beeinträchtigt sein: hier drohen Herzrasen, Schwindel sowie Verwirrtheitszustände bis hin zum Verlust des Bewusstseins.  

Verschiedene Arten von Fieber

Fieber wird in unterschiedliche Formen unterteilt:

Kontinuierliches Fieber liegt um die 39 Grad Celsius, schwankt dabei nur minimal und hält sich über mehrere Tage unverändert (z.B. bei Typhus).

Remittierendes Fieber liegt ebenfalls um die 39 Grad Celsius, schwankt am Tag jedoch zwischen einem und zwei Grad (z.B. bei Tuberkulose).

Intermittierendes Fieber ist gekennzeichnet durch starke Temperaturschwankungen, bei denen es auch zu fieberfreien Phasen (im Stundenbereich) kommt (z.B. bei der Sepsis).

Das Wechselfieber (Relapsfieber) ist typisch für eine Malaria. Hierbei kommt es nach dem Fieber zu einer über mehrere Tage andauernden Fieberfreiheit mit anschließend erneutem Auffiebern.

Undulierendes oder wellenförmiges Fieber fällt und steigt, bleibt jedoch immer oberhalb von 38 Grad Celsius und kann Spitzen von bis zu 40 Grad Celsius erreichen (z.B. bei Lymphomen).

Bei einem doppelgipfeligen Fieber steigt die Körpertemperatur, fällt kurz etwas ab und steigt anschließend wieder auf den hohen Wert an. Dieser Typ ist z.B. bei der Virusgrippe zu beobachten.

Behandlungsmaßnahmen

Zur gezielten Behandlung von Fieber ist es notwendig, die Ursache zu erforschen. Hierzu dienen neben der Anamnese und einer eingehenden körperlichen Untersuchung die Messung der Körpertemperatur sowie eventuell die Auswertung der Blutentnahme. Eine Röntgenaufnahme der Lunge dient dem Ausschluss einer Lungenentzündung.

Ein Erregernachweis erfolgt unter anderem in der Blutprobe (Blutwerte), im Urin, Stuhl oder durch einen Abstrich. Die Therapie richtet sich nach dem Befund. Fieber als Reaktion der körpereigenen Abwehr kann hilfreich sein und sollte nicht immer von außen gesenkt werden.

Ohne ernsthafte Grunderkrankung sinkt die Temperatur nach wenigen Tagen eigenständig auf den Normalzustand. Bettruhe, eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr (wichtig sind Elektrolyte) und kühlende Umschläge unterstützen die schonende Fiebersenkung und die Genesung.

Die Förderung der Schweißproduktion ist hilfreich, hierdurch werden Pyrogene rascher ausgeschieden.

Daneben verordnen Schulmediziner gerne fiebersenkende und entzündungshemmende Medikamente oder Antibiotika (bei Bakteriennachweis).

Bei lebensbedrohlichem Allgemeinzustand (z.B. drohendem Bewusstseinsverlust) ist eine stationäre Behandlung in einer Klinik nötig.

 

Dieser Beitrag wurde letztmalig am 19.07.2012 aktualisiert