Laut meinem Cranio-Sacral-Lehrmeister, Dr. Olaf Korpiun, ist das Hirn des Menschen größter Segen, aber auch sein größter Fluch.
Ein Tier liegt entspannt irgendwo herum - so lange, bis ein Tiger aus dem Gebüsch springt, dann kämpft/flüchtet es. Danach ist das erledigt, und das Tier legt sicher wieder entspannt hin - als wäre nie etwas gewesen. Weil es voll im Hier und Jetzt lebt, wird es - anders als der Mensch - nicht von Angst beeinflusst. Wir hingegen schleppen jeden einzelnen Tiger, dem wir jemals über den Weg gelaufen sind, mit uns herum ...
Mit gewissen Mentaltechniken kann man gezielt etwas dafür tun, sich mehr auf's Hier und Jetzt zu fokussieren und alle "Tiger" zu vergessen, zB mit folgender
Übung „alle Aufmerksamkeit auf’s Hier und Jetzt“:
Ganz einfach, aber wirkungsvoll - kann überall und bei jeder Gelegenheit gemacht werden, solange man sich nicht auf etwas konzentrieren muss (beim Warten auf den Bus, beim Sitzen auf einer Parkbank, zu Hause, unterwegs etc.; natürlich nicht beim Autofahren u.ä.) und zielt darauf ab, die Gedanken im Hier und Jetzt zu bündeln.
Man blickt umher und zählt (innerlich) alles auf, das bestimmte Eigenschaften hat. Aufzählen im Sinne von bewusst wahrnehmen, sich darauf konzentrieren.
Zuerst Konzentration zB auf alles Rote, dann auf alle geraden Linien, dann auf alles, das sich irgendwie bewegt, dann auf alle Kurven, dann auf alle Pflanzen etc.
In Notsituationen (zB bei beginnender Panikattacke o.ä.) oder wann immer es nötig ist, kann das Aufzählen auch laut erfolgen - das Sprechen und Hören verstärkt die Wirkung.
Wenn man das ein paar Minuten lang macht, sich somit ganz auf das Hier und Jetzt konzentriert, hat das eine sehr beruhigende Wirkung, die Pulsfrequenz sinkt etc.
Dualität/Polarität
Dualität/Polarität existiert. Ob wir wollen oder nicht. Wir können nicht einatmen ohne auszuatmen und umgekehrt. Dabei kommen wir gar nicht auf die Idee zu überlegen, ob eines davon gut, das andere schlecht oder ob eines davon wichtiger sei als das andere. Es handelt sich einfach um zwei Pole der selben Sache - das eine geht nicht ohne das andere.
Dieses Prinzip erstreckt sich auf viele Ebenen unseres Seins, und es hilft uns, Dinge - und auch uns selbst! - zu akzeptieren und nicht (mehr) damit zu hadern, wenn wir uns das vor Augen führen.
1. Auflistung aller erwünschten Eigenschaften („Wie will ich sein?“ ohne die Umsetzbarkeit anzudenken) in einer Spalte unter einander
2. Rechts in der Spalte daneben das genaue Gegenteil hinschreiben
3. Wie fühlt es sich an, die Eigenschaften in dieser zweiten Spalte zu lesen?
4. Sich vor Augen führen:
· Das eine gibt es ohne das andere nicht.
· Wenn wir das eine wollen, müssen wir auch das andere anerkennen (= akzeptieren, nicht mehr hadern) 1)
· Wir entwickeln uns weiter – in allen Seiten der Polarität.
· Wenn ich mir den Gegenpol nicht zugestehe, ihn mir verzeihe, erreiche ich das Ziel nicht.
1) siehe oben 2. KALA: Nicht mehr zu hadern ist bereits Veränderung
Situationen harmonisieren
Alles hängt mit allem zusammen. Wenn wir Odrnung in etwas bringen, das stellvertretend für etwas anderes steht, hat das auch eine ordnende Wirkung auf das andere.
Dazu benötigen wir mind. eine andere Person und pro Person ein paar Fundstücke (Steinchen, kleine Zweige, Schmuckstücke, Blumen; alles, das sich gut werfen lässt und nicht zu groß ist).
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jemand wählt eine Situation, die besser werden soll (zB weniger Streit in der Firma oder "Ich will mich nicht weiterhin laufend wegen Nichtigkeiten ärgern") und denkt daran; wenn er/sie will, kann er seine Gedanken auch laut aussprechen, ist jedoch absolut nicht notwendig.
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alle Personen werfen ihre Fundstücke in die Mitte (in Summe ca. 10-15, max. ca. 20, sonst dauert es endlos)
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reihum darf jeder ein Stück auf einen anderen Platz legen oder in eine andere Position bringen
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das erfolgt so oft reihum, bis ein für alle harmonisches, passendes Bild entsteht
Ziel ist also, dass die Fundstücke, die zu Beginn chaotisch und planlos in die Mitte geworfen worden waren, durch "Umschlichten" Stück für Stück zu einem harmonischen Bild zusammengefügt werden. Zum Schluss muss das Bild für alle passen. Es kann passieren, dass einige Leute schon sagen "Das passt für mich so.", jemand anderer aber noch Veränderungen durchführen will. Das geschieht jedenfalls so lange, bis alle zufrieden sind.
Je mehr Leute und je mehr Fundstücke, desto länger kann es dauern, bis das für alle passende Bid gefunden ist.
Was genau "passend" bedeutet, wisst ihr, wenn ihr es seht: Einfach das Bild, das die geworfenen oder bereits umgeschlichteten Fundstücke bilden, ansehen und in sich hineinhören: Fühlt es sich gut an, was ich da sehe? Wenn nicht, was genau stört mich? Muss ich eines der Fundstücke woanders hinlegen? Oder will ich etwas bloß an der aktuellen Position irgendwie anders hinlegen/-stellen?
Dazu muss ich als "Teilnehmer" gar nicht wissen, um welchen Thema es geht. Und auch als derjenige, der das Thema ausgewählt hat, muss ich mir das nicht die ganze Zeit vor Augen halten: Es geht ausschließlich um die passende Position der Fundstücke und darum, ein für alle passendes Bild zu erschaffen. Der Rest findet sich von selbst.
Segnen
Wir vergessen oft, dass es viel mehr Dinge gibt, die gut und schön sind, die funktionieren! Wenn wir uns öfter ganz bewusst vor Augen führen, wie viel Gutes es in unserem Leben gibt, führt das dazu, dass wir uns gut fühlen.
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eine Minute lang innerlich aufzählen, wofür wir in unserem Leben dankbar sind (warme Wohnung; Familie und Freunde, die uns lieben; guter Job, der uns ernährt etc.)
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eine Minute lang innerlich aufzählen, was in unserem Körper alles gut funktioniert und dem Körper dafür danken (dem Herz danken, das Tag für Tag Blut durch unseren Körper pumpt; den Beinen, die es uns ermöglichen, dass wir uns fortbewegen; den Augen, dass wir das Schöne um uns sehen können; den Ohren, dass wir hören können, was in der Welt um uns vor sich geht etc.) und was man an sich gut findet – ohne Einschränkungen!
Wichtig: Keine Einschränkung, kein „Aber …“ oder „… bis auf …“!