Vaskulitiden – Gefäßentzündung im Zusammenhang mit Rheuma

Eine Vaskulitis kennzeichnet Entzündungen im Bereich von Blutgefäßen.

Bei Vaskulitiden spricht man also von mehreren bzw. von verschiedenen Formen einer Gefäßentzündung.

Während man bei primären Vaskulitiden die Ursachen für eine Entstehung nicht ausmachen kann, liegen bei der sekundären Form meist andere Erkrankungen im Vordergrund, die die Entzündungen begünstigen. Hier lassen sich besonders häufig entzündlich-rheumatische Störungen feststellen (z.B. rheumatoide ArthritisLupus erythematodes). Auch Infektionen (mit Viren, Bakterien), Tumoren oder spezielle Medikamente gelten als Auslöser einer zum Teil lebensbedrohlich verlaufenden Vaskulitis.

Vaskulitiden können in jedem Lebensalter entstehen und sind relativ geschlechtsunabhängig. Einige Formen der sekundären Vaskulitis zeigen sich jedoch vermehrt bei Frauen zwischen dem 40. und 50. Lebensjahr.

Insgesamt gelten Vaskulitiden als eher seltene Erkrankung. In Deutschland liegt die Inzidenz bei ca. 50 von einer Million Menschen pro Jahr.

Den sekundären Vaskulitiden zugeordnet werden können unter anderem:

  • Morbus Wegener (granulomatöse Vaskulitis),
  • das Churg-Strauss-Syndrom,
  • die Riesenzellarteriitis,
  • die Takayasu-Arteriitis,
  • die Polyarteriitis nodosa sowie die
  • rheumatoide Vaskulitis.

Sie werden nach Ansicht der Schulmedizin hauptsächlich durch Autoimmunprozesse verursacht.

Der Autoimmunprozess der entzündlich-rheumatischen Vaskulitiden führt zu einer Bildung von gegen körpereigenes Gewebe gerichtete Antikörper, die in einem chronischen Verlauf die Zellstruktur von Gefäßen zerstört. Hauptauslöser ist die rheumatische Arthritis.

Die verursachten Symptome besitzen zum Teil einen lebensbedrohlichen Charakter und führen unbehandelt zum Tod. Die genaueren Zusammenhänge sind bisher jedoch noch nicht vollständig geklärt.

Das klinische Bild eines an rheumatoider Vaskulitis erkrankten Menschen weist vielfältige Merkmale auf. Die ursächliche Grunderkrankung führt zu rheumatischen Beschwerden, die sich in schmerzenden Muskeln und Gelenken äußern.

Zum Teil bilden sich Schwellungen, Rötungen und Überwärmungen. Daneben treten Bewegungseinschränkungen, Kraftverlust, Steifheitsgefühl oder Gelenkverformungen auf.

Eine Vaskulitis kann sich im Prinzip überall am Körper ausprägen, die Symptome sind also lage- und gefäßgrößenabhängig. Die entzündlichen Prozesse führen zu Ablagerungen (z.B. Plaques), Zell- und Strukturzerstörungen, einer Ausweitung (Aneurysma) sowie zum Verschluss oder Umbau der versorgenden Strukturen.

Daneben zeigen sich Vaskulitiden im Verlauf häufig auf der Hautoberfläche (durch Einblutungen) und fördern hier die Entstehung von Geschwüren. Vaskulitiden sind großteils relativ schmerzhaft und rufen zum Teil einen unstillbaren Juckreiz hervor.

Die Frühsymptomatik weist vor allem allgemeine Krankheitssymptome auf. Es kommt zu vermehrtem Nachtschweiß, Schlafstörungen, Fieber, raschen Erschöpfungszuständen, Appetitmangel, Gewichtverlust und Mattigkeit. Der Verlauf richtet sich nach der betroffenen Gefäßregion.

Eine Entzündung der kleinen Gefäße im Auge führt zu Rötung, Schmerz und vermehrter Tränenbildung. Die Sehkraft ist vermindert und verschlechtert sich zunehmend.

Im Hals-Nasen-Ohrenbereich können Blutungen der Schleimhäute auftreten, diese sind entzündet, geschwollen, zum Teil eingerissen oder auch mit eitrigen Herden belegt. Durch den verminderten Blutstrom drohen Mangelversorgungen (Blut und Sauerstoff) der inneren Organe.

Hier können vor allem die Nieren, das Herz und auch die Lunge in Mitleidenschaft gezogen werden und mit einer Funktionsminderung reagieren. Neben Atemnot und Brustschmerz kommt es zu KreislaufstörungenHypertonieSchwindelanfällen, einem eventuell unregelmäßig schlagendem Herzen oder auch Miktionsstörungen (z.B. verminderte Urinmenge, Blutbeimengungen im Urin).

Im Bereich des Nervensystems können ebenfalls Reizungen entstehen, hier zeigen sich vermehrt Kopfschmerzenneurologische Beeinträchtigungen (Schmerzimpulse, Lähmungen) und in seltenen Fällen auch Auswirkungen auf die zerebrale Durchblutung (= drohender Schlaganfall).

Der meist geminderte Blutfluss führt zu einer Unterversorgung des umgebenden Gewebes. Undichte Gefäße bluten in die Haut ein. Dies zeigt sich primär durch rote Flecken der Haut (Purpura), die sich im Verlauf weiter verfärben (blau-violett). Die Haut wird trocken, rissig und bricht an den geschädigten Stellen auf (= Geschwürbildung).

Diese Ulzerationen können nekrotisch werden, das Gewebe wird schwarz (= Zelluntergang) und stirbt ab. Vermehrt sind diese Anzeichen im Bereich der Beine, Füße und Zehen sichtbar, seltener entwickeln sich die Symptome im Bereich von Arm, Hand und Finger. Abheilende Geschwüre hinterlassen meist narbig eingezogenes Gewebe. Bei Missachtung der Anzeichen führt die zunehmende Mangelversorgung unter Umständen zum Verlust der betroffenen Extremität.

Die Diagnostik nutzt neben der Anamnese und Inspektion vor allem die detaillierte Laborauswertung (z.B. Entzündungszeichen, Antikörpernachweis). Durch Gewebeproben (Biopsien) lassen sich die meisten Vaskulitiden differenzieren. Die Angiographie (Gefäßdarstellung) dient dem Hinweis auf mögliche Gefäßveränderungen – Gefäßerkrankungen (Verschluss, Ablagerung, Aneurysma, Zerstörung).

Die Therapie der rheumatoiden Vaskulitis zielt auf ein Einhalten der Gefäßzerstörung und eine Linderung der Symptome ab, eine Heilung ist kaum möglich. Je frühzeitiger die Maßnahmen beginnen, desto besser entwickelt sich der Verlauf.

Hier dienen Rheumapräparate (entzündungshemmend, abschwellend), hochdosiertes Kortison, sowie Immunsuppressiva und Schmerzmittel, in seltenen Fällen wird aggressiv mit einem Krebsmittel behandelt.

Dies führt in über 90 Prozent der Erkrankungsfälle zu einer Besserung. Auch eine Ernährungsumstellung mit vitaminreicher (vor allem Vitamin D) sowie salz- und fettarmer Kost kann zu einer Linderung beitragen. Rheumatoide Beschwerden werden physikaltherapeutisch und krankengymnastisch behandelt, Hautläsionen durch geeignete Pflegepräparate, Tinkturen und Salben gemildert. In seltenen Fällen muss operativ ein Verschluss beseitigt werden, um den Verlust von Organen oder einer Extremität zu verhindern.

Auch für sinnvoll halte ich autogenes Training bei Rheuma.

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Beitragsbild: fotolia.com – 7activestudio

Dieser wurde letztmalig am 19.07.2012 aktualisiert.