Blutfettwerte Verständlich Erklärt

Bei der Entstehung vieler das Herz und die Gefäße betreffender Erkrankungen spielen v.a. die Blutfette eine wesentliche Rolle.

Blutfette zählen zu den Lipiden (= in Wasser unlöslich). Sie dienen hauptsächlich als Energielieferant und müssen daher über den Blutweg zu allen Organen transportiert werden. Dazu stehen Transportmoleküle zur Verfügung, sog. Lipoproteine, die den Aufenthalt im Blut ermöglichen.

von: René Gräber, Heilpraktiker und Gesundheitspädagoge

Zur genauen Diagnostik bedient man sich verschiedener Werte im Serumspiegel, u.a. auch der einiger dieser Transportmoleküle. Sie geben Aufschluss über das Vorhandensein, sowie die jeweilige Menge der Blutfette und erlauben Rückschlüsse auf mögliche Erkrankungen.

Besonderer Bedeutung werden in der Schulmedizin beigemessen:

Cholesterin (Vorläufer der Gallensäuren) findet sich in Geweben und Organen des menschlichen Organismus. V.a. Nervenfasern und Myelinscheiden sind auf das Angebot angewiesen. Daneben wirkt Cholesterin bei der Synthese der Vitamin D-Vorstufe mit und dient der Herstellung von Hormonen in Nebennierenrinde, Hoden und Eierstöcken. Neben der Synthese aus Gallensäuren wird Cholesterin mit der Nahrung zugeführt und in der Leber gespeichert, bis es benötigt wird. Physiologische Mengen Cholesterin richten sich nach dem Lebensalter.

Bis zur Pubertät sind Werte um die 180 mg/dl normal. Ab dem 20. Lebensjahr liegen die Werte noch unterhalb 200 mg/dl, bis zum 40. Lebensjahr sind Werte unterhalb 220 mg/dl physiologisch, danach steigen sie weiter an (ca. auf 240 mg/dl). Bei zu hohen Werten spricht man von Hypercholesterinämie (z.B. durch Schilddrüsenunterfunktion oder falsche Ernährung). Eine Hypocholesterinämie zeigt sich v.a. bei Lebererkrankungen und Schilddrüsenüberfunktion.

Triglyceride setzen sich aus Glycerin und Fettsäuren zusammen, wobei man gesättigte und ungesättigte Fettsäuren unterscheiden kann. Gesättigte Fettsäuren werden sofort in den Fettdepots gespeichert, während ungesättigte Fettsäuren für Umbau- und Abbauprozesse zur Verfügung stehen und damit wesentlich wertvoller für den Organismus sind. Physiologische Werte sollten beim Erwachsenen unterhalb 200 mg/dl liegen. Eine Erhöhung des Wertes spricht u.a. für Nierenfunktionsstörungen, Diabetes, Gicht, Alkoholmissbrauch oder auch Fettsucht.

LDL transportiert Cholesterin von der Leber zu den Geweben und Organen. Bei einem Überangebot an Cholesterin wird dieses auch ins Blut abgegeben, führt so zu Verschlüssen von Gefäßen durch Plaquebildung. Der LDL-Wert wird aus der Menge des Cholesterins in Abhängigkeit zum HDL errechnet. Daraus ergeben sich Normwerte um die 155 mg/dl. Eine Erhöhung des LDL-Wertes steigert angeblich das Risiko für eine Gefäßerkrankung.

HDL ist in der Lage, überschüssiges Cholesterin aus dem Blutkreislauf und aus Organen aufzunehmen und zur Leber zurück zu transportieren. Zusätzlich verringert es die Plaquebildung (und somit die Entstehung einer Arteriosklerose) durch Abbau von Cholesterin aus diesen Ansammlungen - so die gänginge Meinung. Normwerte des HDL gelten als geschlechtsspezifisch verschieden. Bei Frauen liegen die Werte zwischen 35 und 30 mg/dl, bei Männern zwischen 45 und 35 mg/dl. Darunterliegende Werte stellen ein erhöhtes Risiko zur Plaquebildung dar.

Die meisten Schulmediziner und auch viele Alternativmediziner "glauben", dass ein ausgewogenes Verhältnis von LDL und HDL arteriosklerotische Veränderungen an Gefäßen vermieden werden können. Gegen zu hohe Cholesterinspiegel werden sehr häufig sog. Cholesterinsenker verordnet, deren Wirkung bezweifelt wird. Mehr dazu im Beitrag: Nutzen der Statine wird bezweifelt.

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Dieser Beitrag wurde letztmalig am 31.07.2012 aktualisiert