Blutbild: Harnsäurewerte
Harnsäure und Harnsäurewerte - Verständlich
Erklärt
Harnsäure, HS abgekürzt, ist ein Abfallprodukt des Purins. Dies ist ein wichtiger Bestandteil
der Nukleinsäuren, die beispielsweise Träger der Erbinformation sind.
Normalerweise wird Harnsäure über die Niere, zu geringen Teilen auch über den Darm oder mit dem Schweiß
ausgeschieden. Bei Frauen liegen die Harnsäurewerte im Blut zwischen 2,4 und 5,7 mg/dl, während bei Männern 3,4 bis
7,0 mg/dl normal sind.
Ein Harnsäureanstieg im Blut kann darauf hinweisen, dass die Ausscheidung nicht optimal funktioniert, in
seltenen Fällen ist auch eine Überproduktion die Ursache.
Da Harnsäure in hohen Konzentrationen Kristalle bildet, kann dies zu Nierensteine oder Gicht führen. Bei Letzterem setzen sich die Kristalle in verschiedenen
Körperregionen, vorwiegend in den Gelenken, ab.
Neben einer Störung der Nierenfunktion oder Nierenversagen können verschiedene Ursachen für eine Erhöhung der
Harnsäure im Blut verantwortlich sein. Durch ungesunde Ernährung wird der Harnsäurehaushalt oft aus dem
Gleichgewicht gebracht: Fastenkuren – und die im extremen Fall daraus resultierende Ketoazidose – oder Purinreiche
Kost, etwa durch Fleisch und Fisch, aber auch durch Hülsenfrüchte, seien hier genannt.
Zuckeraustauschstoffe und Alkohol erhöhen ebenso die Harnsäurekonzentration wie Bleivergiftungen oder einige
Medikamente. Auch Chemo- und Strahlentherapien können die Werte der Harnsäurekonzentration im Blut in die Höhe
treiben.
Seltene Stoffwechselerkrankungen, wie
Glykogen-Speicherkrankheit Typ1 oder mangelnde Versorgung mit Schilddrüsenhormonen (Hypothyreose) gelten ebenso als
Auslöser für einen Harnsäureanstieg wie Knochenmarkserkrankungen, bösartige Tumoren (Krebs) oder Erkrankungen der Nebenschilddrüse
(Hyperparathyreoidismus).
Auch eine Akromegalie – bei der zu viele Wachstumshormone produziert werden – oder eine Übersäuerung des Blutes
mit Milchsäure (Laktazidose) erhöhen die Harnsäurekonzentration.
Eine Erniedrigung der Harnsäurewerte im Blut ist hingegen zu beobachten bei schweren Schäden der Leber
(Lebererkrankungen), dem Produktionsorgan der
Harnsäure. Ebenso senken aber auch verschiedene Medikamente den Harnsäurespiegel. Gewünscht ist dies bei einer
Allopurinol-Therapie, die bei Gichtpatienten eingesetzt wird.
Der Einsatz von Röntgenkontrastmittel kann die Harnsäurrekonzentration ebenso senken wie Tubulusschäden der
Niere oder ein Defekt des Enzyms Xanthinoxidase, das für den Harnsäurestoffwechsel benötigt wird.
Weichen die Harnsäurewerte im Blut von der Norm ab, wird für eine genaue Diagnose auch die Konzentration im Urin
gemessen.

|