Homöopathie bei Herpes simplex und
Gürtelrose (Herpes zoster)
Der einfache
Bläschenausschlag (Herpes simplex) tritt meist an den Lippen,
der Nase oder den Genitalien auf.

Der Herpes zoster (Gürtelrose) zeigt sich dagegen halbseitig
im Ausbreitungsgebiet eines Hautnervs an einer beliebigen
Stelle am Körper und ist meist eine deutlich schwerere
Erkrankung.
Sowohl bei den leichteren Lippenbläschen als auch bei der
teilweise schwerer verlaufenden Gürtelrose werden
homöopathische Mittel in ähnlicher Weise eingesetzt und
können ausgezeichnet helfen.
Dazu sollte man zur Pathologie von Herpeserkrankungen
wissen, dass die Ursache im Ausbruch dieser "Krankheit" eine
Schwäche des Immunsystems ist. Jeder Mensch "besitzt"
mindestens drei oder vier verschiedene Stämme eines
Herpes-Virus. Ebenso können alle Personen, die einmal mit dem
Windpockenvirus infiziert waren eine Gürtelrose bekommen.
Die Viren verbleiben beim Menschen in der Ummantelung der
Nerven in der Nähe der Wirbelsäule und "verstecken" sich dort.
Leider kommt dort unser Immunsystem an diese nicht heran...
aber auch die Viren können dort keinen Schaden anrichten.
Liegt das Immunsystem jedoch darnieder, haben die Viren die
Chance "herauszukrabbeln", am Nerv entlangzuwandern und sich in
den Hautarealen zu vermehren (Bläschenbildung).
Das Problem sind nicht die Viren, sondern die Immunabwehr.
Eine gute Immunabwehr wird mit den Viren spielend fertig und
lässt diese gar nicht erst auf die Idee kommen
"herauszukrabbeln". (Alle Mediziner mögen mir die vereinfachte
und bildliche Sprache verzeihen...).
Die Behandlung mit Homöopathie ist gerade beim Herpes Zoster
so überzeugend, dass ich diese Therapie IMMER der
konventionellen Therapie mit Virusstatika, Cortison und Salben
bevorzugen würde.
Welche Homöopathie-Mittel kommen beim Herpes und
der Gürtelrose in Frage?
Handelt es sich um die typischen wiederholt auftretenden und
in kleinen Gruppen angeordneten Lippenbläschen, die sich durch
ein Gefühl wie Kribbeln, Brennen, Jucken und Pelzigwerden
ankündigen, kann Rhus toxicodendron D30 zwei-
bis dreimal im 3-Stunden-Abstand genommen, den weiteren
Ausbruch verhindern.
Auch wenn die bereits mit wässrigem oder eitrigem Sekret
gefüllten Bläschen schon zu sehen sind, hilft ebenfalls noch
Rhus toxicodendron D30 zur schnellen
Abheilung. Das selbe Vorgehen gilt bei
der Gürtelrose, wo es wichtig ist, rasch und intensiv das
richtige Mittel einzusetzen.
Arsenicum album D6 hilft bei einem
Hautausschlag mit kleinen hochgewölbten Papeln mit Jucken,
Brennen, wenn Wärme wohltut und kalte Auflagen verschlimmern
und sich Pusteln bösartig entzünden.
Mercurius solubilis D12 paßt zu jenem
Bläschenausschlag der eitrig wird und Krusten bildet und sich
in Bettwärme nachts verschlimmert.
Akneartige Ausschläge mit stechendem Schmerz, die bei
Wärmeanwendung schlimmer und bei Kälteanwendung besser werden.
können oftmals mit Ledum D12 geheilt
werden.
Calcium carbonicum D12 ist geeignet für die
Behandlung wiederkehrender oder chronisch anhaltender
Hautausschläge.
Sulfur D12 treibt den Ausschlag heraus und
kann eine vorübergehende Verschlimmerung bewirken. Die Einnahme
von Sulfur D12 sollte man erst dann wagen, wenn ein
Hautausschlag über mehrere Monate besteht und sich trotz gut
gewählter Mittel nicht ändern will. Hier würde ich aber immer
therapeutischen Rat einholen.
In schweren Fällen von Gürtelrose sollten weitere Massnahmen
der alternativen Medizin unterstützend eingesetzt werden:
Eigenbluttherapie und Enzyme hochdosiert; wie bei
allen Immungeschehen sollte bei der Ernährung Zucker und
Alkohol vermieden werden, da diese das Immunsystem nachweislich
schwächen.
Siehe auch Kapitel: Allergien -
Grippe -
Fieber


Mit den besten Wünschen,
Ihr

Heilpraktiker und Gesundheitspädagoge der
Sebastian Kneipp Akademie
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