Glaskörpertrübungen
von: René Gräber - Heilpraktiker und
Gesundheitspädagoge
Betrachtet man das Auge im Querschnitt, zeigt sich nahezu ein kugelförmiges Organ, dessen größter Bestandteil
der Glaskörper ist. Dieser Glaskörper setzt sich zu ca. 98 Prozent aus Wasser sowie zu zwei Prozent aus Hyaluronsäure und feinen Kollagenfasern
zusammen und bildet dadurch eine gallertartige Masse von hoher Stabilität. Der durchsichtige Aufbau ermöglicht den
Lichteinfall durch die Linse auf die hinter dem Glaskörper gelegene Netzhaut.
Schon im Jugendalter verändert sich die Zusammensetzung des Glaskörpers, die wie ein feines Gitternetz
angelagerten Kollagenfasern rücken dabei näher zusammen und vereinigen sich zu größeren Fasern. Gleichzeitig
schrumpft der Glaskörper ein wenig. Dieser als Glaskörpertrübung bezeichnete Prozess macht sich für den Betroffenen
bemerkbar. Es zeigen sich (besonders bei Blick auf helle Gegenstände) feine schwarze Punkte, Fädchen, Flusen,
Würmer oder „fliegende Mücken“ (mouches volantes), die keine Sinnestäuschung darstellen sondern durch die
Faserverbindungen real existieren. Diese werden durch ihre Größe nun sichtbar, und zeigen sich beim „Schwimmen“ vor
der Netzhaut durch die verschiedenen Muster.
Die Glaskörpertrübung ist in gewisser Weise ein normaler Alterungsprozess und entsteht bei fast jedem Menschen
im Laufe des Lebens (als sog. Zivilisationskrankheit), abhängig von der normalen Sehkraft. Bei einer Kurzsichtigkeit kommt es früher zu den Erscheinungen.
Im Normalfall ist die Sehkraft hierdurch nicht beeinträchtigt, die Wahrnehmungen werden aber als störend
empfunden. Durch den fortlaufenden Alterungsprozess entfernen sich die Erscheinungen weiter von der Netzhaut und
werden irgendwann nicht mehr wahrgenommen - daneben gewöhnt sich das Auge aber auch an den Zustand. Eine Therapie
ist in diesem Fall nicht nötig, bei Auftreten der Wahrnehmungen sollte aber immer ein Facharzt für Augenkrankheiten aufgesucht werden, um dies abklären zu können.
In sehr seltenen Fällen kann eine Glaskörpertrübung zu einem Loch in der Netzhaut führen. Bedingt durch die
verstärkten Kollagenfaserzüge kann es zu einem unausgewogenen Verhältnis in bestimmten Augenregionen kommen. Bei
Bewegung des Augapfels entgegengesetzt dieser Verstärkung entsteht ein starker Zug, der zu dem Loch führen kann.
Durch das Loch können (durch den Alterungsprozess „verflüssigte“) Glaskörperbestandteile dringen und zu einer
Netzhautablösung führen, wodurch eine operative Therapie akut notwendig werden kann. Um diesem vorzubeugen, wird
das Loch mit einem Laser behandelt. Menschen mit drohender Netzhautablösung sehen neben den allgemeinen Wahrnehmungen u.a. helle
Lichtblitze und Rußregen, z.T. ist das Gesichtsfeld eingeschränkt (Schatten, Vorhang-Phänomen).
Dies sind Warnsignale, die zu einer sofortigen Konsultation eines Arztes führen müssen.

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