Leukozytose - Zu viele weiße
Blutkörperchen
Leukozyten im Blut des Menschen sind weiße Blutkörperchen, die der Immunabwehr dienen. Sie können
Krankheitserreger bekämpfen und unschädlich machen.
von: René Gräber - Heilpraktiker und
Gesundheitspädagoge
Was sind Leukozyten?
Leukozyten setzen sich aus mehreren Zelltypen zusammen, den Lymphozyten (ca. 25 bis 40 Prozent, dienen der
spezifischen Abwehr), Monozyten (zwei bis acht Prozent, machen Erreger z.B. durch Phagozytose unschädlich) sowie
den neutrophilen (zwischen 60 und 80 Prozent, unspezifische Abwehrmechanismen), eosinophilen (zwei bis vier
Prozent, beteiligt an allergischen Reaktionen und der Bekämpfung von Parasiten) und basophilen (ca. ein Prozent,
verantwortlich für allergische Reaktionen oder den Schock) Granulozyten.
Der gesunde, erwachsene Mensch besitzt zwischen 4.500 und 11.000 Leukozyten pro Mikroliter Blut, dabei weisen
Männer einen etwas höheren Wert auf als Frauen. Die physiologische Leukozytenzahl bei Kindern liegt noch wesentlich
höher (Neugeborene bis zu 30.000, Schulkinder bis zu 15.000 pro Mikroliter Blut).
Die Leukozytose ist die häufigste (reaktive) Veränderung der weißen Blutkörperchen, die sich
(hauptsächlich) durch eine Erhöhung der Granulozyten im Blutbild
darstellt. Die Vermehrung der Blutkörperchen stellt dabei meist keine eigenständige Erkrankung dar, sondern ist
Anzeichen von Infektionen sowie akuten und chronischen Entzündungen des Organismus und gilt damit als
unspezifisches Symptom. Daneben ist die Leukozytose eine
Begleiterscheinung spezieller Erkrankungen (z.B. Appendizitis,
Cholezystitis, Adnexitis, Morbus Crohn, Colitis ulcerosa) oder kann durch
verschiedene Medikamente (z.B. bei einer Cortison- oder Hormontherapie) verursacht werden.
Krankhafte Ursachen für eine Leukozytose
Ursachen und Auslöser einer Leukozytose sind neben den klassischen Infektionen oder Entzündung auch verschiedene
Erkrankungen des blutbildenden Systems (z.B. Leukämie = Blutkrebs, hier vor allem die chronisch myeloische Leukämie), Autoimmunerkrankungen,
Tumoren / Neoplasien (Krebs), Unfälle mit Verletzungen,
endokrine Störungen (Erkrankungen hormonbildender Organe, z.B. Schilddrüsenerkrankungen), die chronisch
idiopathische Neutrophilie (Erhöhung der Granulozyten ohne erkennbaren Grund), Störungen des ZNS (Zentrales
Nervensystem) oder die Entfernung der Milz (Splenektomie).
Bakteriell bedingte Leukozytosen können auf einen Harnwegsinfekt, eine Lungenentzündung (Pneumonie) oder
eine Entzündung im Bereich der Gallengänge (Cholangitis) hindeuten. Infektionen mit Eiterherden (Abszesse) führen ebenfalls zu einer Anhäufung
von Leukozyten, hier drohen eine Sepsis (Blutvergiftung) oder ein Weitertransport zum Herzen mit weitreichenden
Folgen.
Zu den nicht krankhaften Ursachen für eine Leukozytose gehören übrigens der Genuss bestimmter Speisen.
Vielfach kann eine Erhöhung kurz nach dem Essen beobachtet werden, die sich rasch wieder normalisiert. In der
Naturheilkunde bezeichnen wir diesen Effekt auch als Verdauungsleukozytose. Darüberhinaus können Stresssituationen,
sowie eine Schwangerschaft (Gravidität) eine
Leukozytose bewirken.
Daneben begünstigt auch der Konsum von Nikotin die Erhöhung der weißen Blutkörperchen (=
Raucherleukozytose).
Symptome
Die Leukozytose zeigt sich meist durch allgemeine
Krankheitssymptome, hauptsächlich jedoch durch eine Erhöhung der Körpertemperatur (Fieber). Weitere Beschwerden ergeben sich aus dem jeweiligen
Krankheitsbild. Im Blut werden Leukozytenzahlen oberhalb von 11.000
pro Mikroliter gemessen. Bei mehr als 50.000 Leukozyten pro Mikroliter spricht man von einer leukämoiden Reaktion.
Dies ist ein Hinweis auf tumoröse Veränderungen oder auch schwere Infektionen (z.B. bei einer Tuberkulose).
Diagnose
Zur Diagnostik wird das Blutbild genau analysiert. Hier können die
einzelnen Bestandteile differenziert werden. Durch eine Knochenmark-Biopsie lassen sich Stammzellen gewinnen. Im
Knochenmark findet sich der Ursprung der Blutbildung sowie der Differenzierung der verschiedenen Zelltypen. Es muss
abgeklärt werden, welche Zellpopulation der Leukozyten für die Erhöhung verantwortlich ist, um eine exakte Diagnose
stellen zu können.

Therapie
Die schulmedizinische Behandlung richtet sich nach der jeweiligen Diagnose (z.B. durch Beseitigung eines
Abszesses oder Entfernung von
entzündeten Geweben) und zielt immer auf eine Normalisierung der Zellwerte ab. Bei schwerwiegenden Erkrankungen
wie zum Beispiel bei einer Leukämie gestaltet sich dies jedoch zum Teil
recht schwierig.
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