Darmerkrankungen und Darmkrankheiten
Darmerkrankungen verständlich erklärt
Eine Vielzahl der heute bekannten Darmerkrankungen weist auf eine fehlerhafte oder ungenügende Ernährungsweise
hin. Daneben zeigen sich auch Erkrankungsformen im Darmbereich als Symptom von z.B. weiterführenden
Organschädigungen, Fehlbildungen und Missbildungen, sowie Veränderungen durch Tumore.
Anatomie des Darms
Der Darm (Intestinum) zählt zum Verdauungstrakt. Aus Dünn-, Dick- und Enddarm bestehend liegt er mit vielen
Windungen im Bauchraum und ist beim erwachsenen Menschen ca. 8 Meter lang.
Die Innenwände sind mit Schleimhaut ausgekleidet, der innere Wandaufbau dient dem Weitertransport sowie der
Resorption lebensnotwendiger Bestandteile der Nahrung.
Als Dünndarm bezeichnet man den Darmanteil vom Pylorus (Pförtner) bis zur Ileozäkalklappe (Verschluss zwischen
Dünn- und Dickdarm), der eine ungefähre Länge von 4 bis 6 Meter aufweist und in drei Abschnitte unterteilt wird.
Das Duodenum (Zwölffingerdarm) mit ca. 30 cm Länge führt am Treitzschen Band in das gut 1,5 Meter lange Ileum
(Leerdarm).
Den Rest bildet das Ileum (Krummdarm), welches im rechten Unterbauch endet. Der Dickdarm weist die Appendix
vermiformis (Wurmfortsatz des Blinddarms), Colon ascendens (aufsteigend), rechte Flexur (Biegung, Krümmung), Colon
transversum (querverlaufend), linke Flexur, Colon descendens (absteigend), Sigma und Rektum (Enddarm)mit Ampulle
auf, wo es am Ende über inneren und äußeren Sphinkter (Schließmuskel) zur Ausscheidung der verdauten Lebensmittel
kommt.
Untersuchungsmethoden
Neben der Palpation und der Auskultation geben meist bildgebende Verfahren wie z.B. die Röntgendarstellung unter
Kontrastmittelgabe sowie Ultraschall aussagekräftige Hinweise auf bestehende Unregelmäßigkeiten im Darmbereich.
Dabei wird auch die Labormedizinische Untersuchung mit einbezogen.
Verschiedene Darmerkrankungen
Je nach Darmanteil unterscheidet man verschiedene Krankheitsbilder, die z.T. aber auch den gesamten Darm
betreffen können.
Bei einer gestörten Verdauung oder falschen Ernährung zeigt sich häufig das Bild der
Verstopfung. Meist treten akute Krämpfe im Bauchraum auf,
z.T. mit Blähungen, verhaltener,
fraktionierter Darmentleerung, unangenehmem Völlegefühl, Schweißausbrüchen bis hin zu durch Übelkeit
hervorgerufenem Erbrechen. Der entleerte Stuhl weist
eine harte Konsistenz auf, sämtliches Wasser ist entzogen.
Differentialdiagnostisch sollte ein Darmverschluss (Ileus) ausgeschlossen werden. Beim Ileus
wird der Inhalt des Darms nicht mehr weitertransportiert. Ursachen können ein Verschluss des Lumens (mechanischer
Ileus), z.B. durch einen Tumor, oder auch eine Lähmung der Darmmotorik (paralytischer Ileus) sein. Typische
Symptome für dieses Krankheitsbild sind das Erbrechen von Darminhalt (Miserere) sowie das Fehlen von Darmgeräuschen
bei der Auskultation.
Die akute Appendizitis (Entzündung des Wurmfortsatzes – fälschlich auch Blinddarmentzündung)
wird durch enterogene (vom Darm ausgehend) oder hämatogene (über den Blutweg) Infektionen, Lumeneinengung durch
Fremdkörper oder auch Kotsteine hervorgerufen. Es zeigt sich eine typische Schmerzsymptomatik vom Nabelbereich
ausgehend, die später zum rechten Unterbauch ausstrahlt. Häufig wird die akute Appendizitis von Übelkeit,
Erbrechen sowie erhöhter Körpertemperatur begleitet.
Zur Diagnostik werden u.a. der McBurney-Punkt, der Lanz-Punkt sowie der Psoas-Dehnungsschmerz ausgetestet.
Differentialdiagnostisch muss besonders bei Frauen im gebärfähigen Alter eine vorliegende Schwangerschaft ausgeschlossen werden, die in mancher
Symptomatik einem entzündeten Wurmfortsatz ähneln kann.
Bei der Divertikulitis handelt es sich um Ausstülpungen der
Schleimhaut des Dickdarms durch die Darmwand, die sich hauptsächlich im Bereich des Sigmas lokalisieren lassen.
Besonders schlackenhaltige Nahrung fördert die Entstehung. Bei Reizung der Divertikel kann es zu einer
Fiebersymptomatik mit schmerzhaftem Druckgefühl im linken Unterbauch kommen. Immer wiederkehrende Entzündungen
dieses hochsensiblen Bereichs können zu einer Perforation des Darms und so zu einer Peritonitis
(Bauchfellentzündung) führen.
Bei den entzündlichen Darmerkrankungen des Dickdarms sind die Collitis ulcerosa und der Morbus
Crohn die beiden häufigst genannten. Die Entstehung beider Entzündungen ist bis heute nicht gesichert,
es werden aber sowohl immunologische als auch psychische Faktoren in Erwägung gezogen. Die Collitis ulcerosa ist hauptsächlich im Schleimhautbereich lokalisiert. Bei akuten
Schüben kommt es zu kolikartigen Bauchschmerzen,
begleitet von schleimig-eitrig-blutigen Durchfällen.
Eine dauerhafte Reizung des betroffenen Darmanteils kann zu malignen Entartungen führen. Die Symptomatik bei
Morbus Crohn ähnelt der der Collitis ulcerosa.
Hier kann aber neben dem Dickdarm auch der Dünndarm betroffen sein, mehr als 80 % der Erkrankungsfälle
manifestieren sich im Übergang von Dünn- zu Dickdarm. Die auftretenden Durchfälle sind unblutig. Zusätzlich bilden
sich bei andauernder Entzündung Fisteln zwischen Dünn- und Dickdarm, zur Blase, zur Haut oder zur Scheide hin
aus.
Im Enddarmbereich finden sich häufiger eine Analfistel oder
eine Analfissur.
Ein perianaler Abszess äußert sich meist in einer starken Schwellung mit Rötung und starken
Schmerzen. Unbehandelte Abszesse
können zu einer Fistelbildung führen, wobei der gebildete Gang meist in den anorektalen Übergang mündet.
Viele Menschen leiden unter entzündeten Hämorrhoiden. Je nach
Ausprägungsgrad unterscheidet man vier Stadien, wobei das letzte Stadium einen kompletten Prolaps (Vorfall) des
Hämorrhoidalkomplexes beschreibt. Ursachen für vergrößerte Hämorrhoiden können eine überschießende arterielle
Blutzufuhr oder ein gestörter venöser Abfluss sein. Gerade harte Ausscheidungen fördern den drohenden Prolaps und
können die Hämorrhoiden auch blutig eröffnen. Neben einem Brennen oder Jucken zeigt sich ein perianaler Schmerz,
der Stuhl weist blutige Auflagen auf.
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