Gefäßerkrankungen
Apoplex - Der Schlaganfall: Verständlich
Erklärt
von: René Gräber - Heilpraktiker und
Gesundheitspädagoge
Zusammen mit Krebs und Herzkrankheiten zählt der Schlaganfall (Apoplex) mit zu den
häufigsten Todesuraschen in der Bundesrepublik. Er entsteht als Folge einer Minderversorgung des Gehirns mit
Sauerstoff und Blut, wobei mehr als 80 Prozent durch arteriosklerotische Veränderungen von Arterien (v.a. der
Carotis interna, ca. 50 Prozent) bedingt sind - weswegen er auch zu den Gefäßerkrankungen
gezählt wird.
Der Schlaganfall zeigt sich besonders im fortgeschrittenen Alter. So liegt die Inzidenz im Alter um 65
Jahre bei ca. 300 pro 100.000 Einwohner. Im Alter zwischen 65 und 75 erhöht sich diese auf gut 800.
Durch Arteriosklerose, Embolien und plötzliche Blutungen
entsteht im Gehirn eine Unterversorgung des Gewebes, die zu neurologischen Ausfällen und bei vollständigem
Verschluss des betroffenen Gefäßes zum lebensbedrohlichen Apoplex führt.
Sklerotische Veränderungen der Arterien entstehen durch Ablagerungen von Plaques an den Gefäßwänden. Diese
setzen sich aus Fettteilchen zusammen und entstehen nach gängiger Meinung besonders bei Menschen mit erhöhten
Cholesterinwerten oder Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit).
Ein das Gefäß verstopfender Embolus besteht aus Blutplättchen, abgestorbenen Zellen, Plaques und Fibrinfasern.
Er bildet sich bevorzugt bei verlangsamtem Blutfluss, z.B. bei verminderter Schlagkraft des Herzens oder
ausgeweiteten Gefäßen (z.B. Aneurysma). Beide Formen führen zu einer Ischämie (Sauerstoffunterversorgung) des zu
versorgenden Gebietes und somit zum Verlust von Zellen. Hirnblutungen verlaufen besonders häufig letal. Durch
Gewalteinwirkung von außen, krankhafte Veränderungen von Gefäßen, stark erhöhtem Blutdruck (Bluthochdruck) oder aber Ruptur eines Aneurysmas in
der Hirnregion kann es zur Einblutung kommen.
Zu den Risikofaktoren eines Apoplex zählen besonders die Hypertonie (Bluthochdruck), KHK (koronare Herzkrankheit), Durchblutungsstörungen, pAVK
(periphere arterielle Verschlusskrankheit), Hyperlipidämie, Hypercholesterinämie, Diabetes
mellitus (Zuckerkrankheit), Adipositas (Fettleibigkeit), Bewegungsmangel, Alkohol, Nikotin, hormonelle
Kontrazeption (Antibabypille, v.a. nach dem 40. Lebensjahr) sowie psychischer und physischer Stress.
Die Klinik weist unterschiedliche Symptome auf, welche sich nach der
Schwere des durchlebten Schlaganfalls richten. Generelle Anzeichen eines drohenden Apoplex sind plötzlich
auftretender Schwindel (meist Drehschwindel),
Schluckstörungen, Ohrensausen, eingeschränktes
Sehen (Sehstörungen) und evtl. Übelkeit.
In Stadium I liegt eine Gefäßverengung vor, die aber keine oder kaum Beschwerden
verursacht.
Stadium II ist gekennzeichnet durch zwei unterschiedliche Formen.
Die TIA (transitorische ischämische Attacke) führt zu kurzlebigen (< 24
Stunden) Ausfallerscheinungen in Form von Sprach- und Empfindungsstörungen sowie Lähmungen, die sich im Anschluss
vollständig zurückbilden.
Das PRIND (prolongiertes reversibles ischämisches neurologisches Defizit)
weist die gleichen Kriterien einer TIA auf, dauert länger als 24 Stunden, bildet sich aber innerhalb einer Woche
vollständig zurück.
Die Stadien III und IV kennzeichnen einen Schlaganfall, der zu dauerhaften Schädigungen des
Organismus führt.
Während das Stadium III noch eine Option der teilweisen Rückbildung neurologischer Defizite aufweist, ist dies
in Stadium IV kaum mehr möglich. Hier kommt es meist zu einer andauernden Pflegebedürftigkeit.
Ein Schlaganfall zeichnet sich durch bestimmte Symptome aus. Meist geht dem Ereignis ein plötzlicher Sturz
voraus (durch die Minderversorgung im Gehirn), z.T. mit kurzer Bewusstlosigkeit.
Je nach befallener Gehirnhälfte kommt es zu Halbseitenlähmungen (Hemiplegien), Sensibilitäts- und
Empfindungsstörungen. Bei Befall des Sprachzentrums zeigt sich eine mehr oder minder stark ausgeprägte
Sprachstörung. Daneben führt der Apoplex zu Seheinschränkungen, Schluckstörungen und herabgesetzter
Kontinenz von Blase und Darm.
Nach der Anamnese erfolgt die körperliche (sowie neurologische) Untersuchung, bei der v.a. neben EKG und EEG
auch eine CCT (Computertomographie des Schädels), eine Dopplersonographie sowie eine MRT
(Magnetresonanztomographie) zur Befundung genutzt werden.
Zur Vermeidung eines Schlaganfalls werden konservative Maßnahmen wie z.B. Diät, Verzicht auf Noxen und
sportliche Aktivität verordnet.
Zusätzlich erfolgt eine medikamentöse Behandlung kleinerer Verstopfungen von Gefäßen sowie z.B. eines erhöhten
Blutdrucks. Schlaganfälle der Stadien I und II gelten (trotz ihrer Reversibilität) als Vorboten eines ausgeprägten
Anfalls und müssen unter ärztlicher Kontrolle bleiben.
Schlaganfälle der Stadien III und IV bergen die Gefahr eines letalen (tödlichen) Ausgangs. Meist führen sie
zu einer Pflegebedürftigkeit. Hier werden rehabilitative Maßnahmen (z.B. Krankengymnastik, Sprachübungen)
unterstützend eigesetzt, um gelähmte Gliedmaßen nicht kontrakt (Verkürzung von Sehnen und Muskeln führen zu
unnatürlichen Stellungen der betroffenen Körperregion) werden zu lassen und eine Isolation u.a. durch
Sprachunfähigkeit zu verhindern.

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