Herzinsuffizienz (Herzschwäche): Ursachen, Symptome und
Therapie
von: René Gräber - Heilpraktiker und
Gesundheitspädagoge
Die Begriff Herzinsuffizienz (deutsch: Herzschwäche) stellt in der Medizin einen
Sammelbegriff für unterschiedliche Störungen und Veränderungen am Herzen dar.
Die Diagnose Herzinsuffizienz gibt dabei aber keine Auskunft über die Ursache oder was genau für eine Störung
vorliegt.
Die Herzschwäche weist eine gewisse Geschlechtsspezifität auf. So diagnostiziert man z.B. in Deutschland
jährlich bei ca. 400 Männern und ca. 300 Frauen von 100.000 Menschen ein insuffizientes Herz. Auch das Alter
scheint eine wesentliche Rolle zu spielen. Die Wahrscheinlichkeit für eine Herzinsuffizienz wächst also mit
zunehmendem Alter - ein Gipfel lässt sich zwischen dem 70. und dem 80. Lebensjahr feststellen.
Wenn Sie auf dieser Webseite angelangt sind, haben Sie oder wahrscheinlich einer Ihrer Verwandten die
Diagnose Herzinsuffizienz erhalten.
Betrachten wir zunächst einmal das Herz selbst etwas näher:
Das im Mediastinum gelegene Herz (Cor) ist ein muskuläres Hohlorgan, welches mit seiner Unterteilung in Vorhöfe
und Kammern durch rhythmische Kontraktionen und Erschlaffungen (ca. 70 Mal pro Minute) der Zirkulation des Blutes
dient. Hierdurch bleiben kleiner und großer Körperkreislauf stabil, der gesamte Organismus wird mit den im Blut
enthaltenen Nährstoffen sowie Sauerstoff versorgt. Ist die Pumpleistung des Herzens gestört, kann das Blut nicht
"ordentlich" (oder regelhaft wie Mediziner das nennen) zirkulieren. Es liegt eine Herzinsuffizienz (Herzschwäche,
Muskelschwäche = Myokardinsuffizienz) vor.
Verschiedene Formen einer Herzinsuffizienz
Die Herzinsuffizienz ist meist ein Vorbote weiterer drohender Störungen im Bereich des Herzens und kann daneben
auch durch andere Erkrankungen verursacht werden.
Man differenziert die akute von der chronischen Form, die sich im Laufe von Monaten bis Jahren schleichend
entwickelt.
Daneben unterscheidet man drei grundsätzliche Insuffizienz-Typen:
Bei einer Linksherzinsuffizienz ist die linke Seite des Herzens (bestehend aus Vorhof, Kammer
und zugehörigen Klappen) in ihrer Funktion gestört. Es kommt zu einer Stauung in der Lunge, die weitreichende
Folgen haben kann. Ursachen können eine andauernde Hypertonie (Bluthochdruck) oder eine KHK (Koronare Herzkrankheit) sein.
Ist die rechte Seite des Herzens betroffen, spricht man von einer Rechtsherzinsuffizienz. Das
Blut staut sich in den Körperkreislauf zurück und führt unter anderem zu Flüssigkeitsansammlungen (Ödeme) an verschiedenen Körperstellen (z.B. Beine, Bauchhöhle).
Die globale Herzinsuffizienz beschreibt Störungen des gesamten Herzens.
Ursachen
In der Schulmedizin gelten als häufigste Ursachen für eine Insuffizienz des Herzens:
Daneben können auch Stoffwechselerkrankungen oder Organerkrankungen
(z.B. Diabetes
mellitus, Hyperthyreose, Lungenemphysem) die Entstehung einer
Insuffizienz fördern.
Zu den begünstigenden Faktoren zählen vor allem die arterielle Hypertonie (Bluthochdruck), Rauchen und
Alkohol, Adipositas (sehr starkes Übergewicht) und
eine Hypercholesterinämie (zu hohes
Cholesterin).
Symptome und Beschwerden
Die durch eine Herzinsuffizienz ausgelösten Beschwerden sind vielfältig und zum Teil durchaus
lebensbedrohlich.
Die New York Heart Association (NYHA) hat die Störung in vier Stadien unterteilt.
In Stadium I kommt es durch die Insuffizienz kaum zu Beeinträchtigungen, auch körperliche
Arbeit wird problemlos bewältigt.
Stadium II kennzeichnet Beschwerden bei schwerer körperlicher Arbeit.
In Stadium III führt bereits leichte körperliche Tätigkeit zu einer Symptomatik.
Stadium IV beschreibt die schwerste Form, bei der es auch bereits in Ruhe zu ausgeprägten
Symptomen kommt.
Hauptsymptom einer Herzmuskelschwäche ist die Atemnot (Dyspnoe), die mit den vier Stadien stetig zunimmt
und zu akuten Atemproblemen und Brustschmerzen führt.
Zusätzliche Beschwerden sind vom Insuffizienz-Typ abhängig. Ist die linke Herzhälfte betroffen, kommt es neben
der Dyspnoe zu einer beschleunigten Atemfrequenz (Tachypnoe), Ödemen in der Lunge (Lungenkrankheit), rasselnden Lungengeräuschen, vermehrten
Hustenanfällen und körperlicher Unruhe.
Bedingt durch die Stauungsproblematik bei einer Rechtsherzinsuffizienz entwickeln sich vor allem im Bereich der
Fußknöchel und Unterschenkel ausgeprägte Ödeme, die sich bei Hochlagern der Extremitäten wieder bessern.
In Ruhephasen kann das Herz besser arbeiten, das wieder eingesammelte Körperwasser kann besser ausgeschieden
werden. Hieraus resultieren ein häufiges nächtliches Wasserlassen (Nykturie) und ein gestörter Schlaf.
Durch den andauernd gesteigerten Druck im rechten Herzen verdickt sich die Muskulatur. Zusätzlich weisen Leber
und weitere Organe Vergrößerungen auf (durch Blutstau).
Menschen mit Rechtsherzinsuffizienz leiden vermehrt an Appetitlosigkeit und Völlegefühl, die Magenschleimhaut
reagiert mit Entzündungen (siehe auch: Magenerkrankungen).
Bei einer globalen Herzinsuffizienz vereinigen sich die Symptome der anderen Formen. Zusätzlich kann die
Herzschwäche zu Arrhythmien (Unregelmäigkeiten beim Herzschlag) führen.
Diagnose
Nach Anamnese und Inspektion erfolgt in der Schulmedizin vor allem die Auskultation (Abhorchen) von Herz- und
Lungenregion.
Schwere Insuffizienzformen lassen sich anhand einer einfachen Thoraxaufnahme (Röntgen des Brustkorbs)
darstellen. Dabei sind sichtbare Vergrößerungen des Herzens zu sehen auch auch mögliche
Flüssigkeitsansammlungen.
Zusätzlich werden die Blutdruckkontrolle, die Echokardiographie, ein Langzeit-EKG und unter Umständen eine
Herzkatheter-Untersuchung durchgeführt. Bei den Blutwerten können
spezifische Eiweiße nachgewiesen werden, die auch dem Nachweis anderer Organstörungen dienen.

Therapie
Die schulmedizinische Therapie setzt an mehreren Stellen an. Neben einer Umstellung von Essgewohnheiten haben
die Gewichtsreduktion sowie der Verzicht von Alkohol und Nikotin oberste Priorität. Chronische Formen einer
Insuffizienz lassen sich durch geeignete Medikamente (z.B. ACE-Hemmer, Betablocker) in vielen Fällen mildern und
regulieren. Bei schweren Formen wird unter Umständen ein Schrittmacher implantiert, der die Regelhaftigkeit der
Pumpleistung gewährleisten soll.
Eine nicht behandelte Herzinsuffizienz kann, neben Herzrhythmusstörungen, auch zu einem Herzinfarkt
führen. Hierbei geht Muskelgewebe zugrunde, welches sich nicht regenerieren kann.
Zeigen sich Gewebeläsionen oder ist die Muskulatur durch den andauernden Druck zu sehr geweitet, ist eine
Herztransplantation unter Umständen die einzige lebenserhaltende Maßnahme. Die Letalität (Sterblichkeit) im
fortgeschrittenen Stadium einer Herzinsuffizienz ist, trotz des Fortschritts in der Schulmedizin, leider nach wie
vor hoch.
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