Staphylokokken: Symptome - Verlauf -
Therapie
von: René Gräber, Heilpraktiker und Gesundheitspädagoge
Staphylokokken sind kugelförmige, unbewegliche Bakterien, die sich zu Trauben zusammenlagern
und verschiedene Infektionen verursachen können.
Sie finden sich regelmäßig auf der menschlichen Haut und den Schleimhäuten, wo sie in kleinen Mengen gut
tolerierbar sind. Auch Nahrungsmittel können mit Staphylokokken besiedelt sein. Die auf der Haut befindlichen
Bakterien sind z.B. Staphylococcus epidermidis und haemolyticus.
Zu den besonders pathogenen Untergruppen des Bakteriums zählen Staphylococcus aureus,
delphini und lutrae. Die hoch antibiotikaresistente Untergruppe des
Staphylococcus aureus, der sog. MRSA (Methicillin-resistenter S. aureus), ist verantwortlich für
verschiedene Abszesse oder
Pneumonien und kann
unbehandelt zum Tode führen.
Eine Infektion mit Staphylokokken muss nicht immer eine Krankheit oder Störung verursachen. In vielen Fällen
kann das gesunde Immunsystem einen Bakterienbefall abwehren.
Staphylococcus aureus (mit seinen über 30 Subtypen) und MRSA sind jedoch die häufigsten Verursacher einer
bakteriellen Infektion. Diese erfolgt über Hautläsionen und Wunden, in die das Bakterium bei Kontakt eindringt. Es
kann von Mensch zu Mensch (direkt) oder auch durch kontaminierte Gegenstände (indirekt) übertragen werden.
Staphylokokken können zudem auch Staub oder Wassertropfen als Transportmedium nutzen. Hierdurch erklärt sich die
besonders hohe Infektionsrate in Krankenhäusern (Mitverursacher nosokomialer Infektionen). Mit Staphylokokken
infizierte Menschen reagieren mit verschiedenen klinischen Bildern. Dabei ist die Inkubationszeit abhängig von der
befallenen Körperregion, eine Symptomatik zeigt sich aber meist innerhalb der nächsten Tage.
Das Bakterium löst verschiedene Dermatitiden aus und gilt mit als Verursacher einer Bronchitis, einer
Pneumonie, einer
Mastitis sowie einer Otitis media
(Mittelohrentzündung). Daneben
entwickeln sich auch Entzündungen im gesamten Brustbereich, im Knochenmark, in Gefäßen oder an den Herzklappen.
In seltenen Fällen werden Meningitis (Hirnhautentzündung)
oder eine Sepsis (Blutvergiftung) beobachtet.
Das eindringende Bakterium schädigt zuerst den Ort des Befalls, somit die Wunde oder die Hautläsion. Es kommt zu
Wundheilungsstörungen, Beulen, Schwellungen und Flechten. Oft sind die klinischen Anzeichen verbunden mit der
Bildung eines dickflüssigen, gelben Eiters, der sich nur schwer entfernen lässt. Dies zeigt sich im Krankenhaus
vermehrt bei Operationswunden, die nicht verheilen oder wo es zu Nahtdeheszenzen kommt (die Naht hält nicht, reißt
aus dem Gewebe, das verschlossene Operationsgebiet öffnet sich wieder).
Über den Weg des Blutes und des Lymphsystems ist das Bakterium im Anschluss in der Lage, tiefer in den
Organismus einzudringen und oben genannte Schäden und Erkrankungen zu verursachen.
An Staphylokokken Erkrankte weisen dabei auch häufig schmerzhaft geschwollene Fingergrundglieder auf. Die mit
Nahrungsmitteln übertragenen Staphylokokken sind in der Lage, Toxine und Enzyme zu sezernieren, die im
Magen-Darm-Trakt zu vergiftungsähnlichen Erscheinungen führen. Bereits wenige Stunden nach Nahrungsaufnahme kommt
es zu kolikartigen Krämpfen, starken Schmerzen im Magen
(Magenerkrankungen) und Darm, zu
schwallartigem Erbrechen und starken Durchfällen.
Die Symptome können lebensbedrohlich sein, es kommt zu einem hohen
Flüssigkeitsverlust, einer Verschiebung im pH-Wert sowie zu einem Mineralien- und
Elektrolytverlust. Es droht das toxische Schock-Syndrom durch Toxin-1.
Der Nachweis des Erregers erfolgt durch verschiedene Unter-suchungen des Blutes (Blutwerte), der Ausscheidungen sowie von Abstrichen aus dem Wundbereich. Eine
genaue Differenzierung erlaubt die laborchemische Auswertung, z.B. durch Bebrütung auf einem Nährboden.
Neben der vollständigen Exzision des befallenen Wundbereichs (zur Hemmung einer weiteren Ausbreitung) stützt
sich die Therapie vor allem auf die Gabe eines wirksamen Antibiotikums. Bei fast 80 Prozent der Erregersubtypen
zeigt Penizillin eine gute Wirkung. Bei MRSA muss auf andere Antibiotika, z.B. Vancomycin, zurückgegriffen
werden.

|