Röteln: Ansteckung,
Symptome, Verlauf
von: René Gräber - Heilpraktiker und
Gesundheitspädagoge
Röteln (Rubeola) sind eine, sich hauptsächlich im Kindesalter zeigende, hochansteckende
Viruserkrankung, die sich durch einen typischen Hautausschlag und geschwollene Lymphknoten äußert und die als
meldepflichtige Erkrankung gilt.
Das weltweit aktive Virus konnte durch präventive Impfmaßnahmen bei Kindern zwischen dem fünften und dem neunten
Lebensjahr in seiner Wirkung eingedämmt werden, so dass die Erkrankungsrate stark abnehmend ist.
Eine durchlebte Erkrankung führt zu einer lebenslangen Immunität. In seltenen Fällen kommt es auch zu
Komplikationen. Bei nahezu 50 Prozent aller Rötelninfektionen im Kindesalter zeigt sich ein symptomloser
Verlauf.
Das Virus wird über den Atemtrakt, durch Tröpfcheninfektion, aufgenommen und vermehrt sich hier in der
Schleimhaut. Bereits ein bis zwei Tage später (Inkubationszeit) zeigen sich die ersten leichten Symptome wie z.B. Kopfschmerzen. Die Ausbreitung erfolgt lymphogen, dies führt
ca. sieben bis 14 Tage nach Infektion zu den typischen Schwellungen von Lymphknoten. Fünf bis neun Tage
später zeigt sich das Exanthem, während eine Infektiösität des Erkrankten maximal bis ca. drei Tage nach Ausbruch
besteht.
Das Exanthem (Ausschlag) ähnelt im Aussehen den Flecken einer Maserninfektion (Masern), ist im Unterschied dazu aber kleinfleckiger und nicht erhaben. Es beginnt hinter den
Ohren, wandert über das Gesicht und breitet sich letztendlich über den gesamten Körper aus.
Die Flecken verursachen einen starken Juckreiz,
geschwollene Lymphknoten führen zu
Halsschmerzen, Nackenschmerzen und Ohrenschmerzen. Zusätzlich können die Augen gerötet sein
(Konjunktivitis) und tränen, die Körpertemperatur ist erhöht. Siehe auch: Fieber und Augenkrankheiten
Komplikationen zeigen sich v.a. mit zunehmendem Alter, hier kommt es verstärkt zu einer
ausgeprägten Symptomatik. Besonders Frauen (ca. 60 Prozent) leiden an Arthralgien (Gelenkschmerzen), die sich durch Schwellungen und
Bewegungseinschränkungen im Bereich der Hand- (Handschmerzen), Finger- (Fingerschmerzen) und Kniegelenke
äußern.
Mit einer Häufigkeit von 1 zu 6000 Erkrankungsfällen tritt die postinfektiöse Enzephalitis
(Gehirnentzündung) in Erscheinung. Sie manifestiert sich durch Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Nackensteifigkeit und Lethargie und führt bei ca. 20
Prozent zum Tod.
Durch die Röteln-Impfung von Mädchen vor der Pubertät soll das Gregg-Syndrom
vermieden werden (zeigt sich in Deutschland jährlich bei fünf bis zehn Kindern). Hierbei kommt es bei einer
späteren Schwangerschaft der in
Kindertagen Infizierten zu einer Virusübertragung auf das Ungeborene, wodurch folgenschwere Schäden und
Fehlbildungen entstehen (u.a. Taubheit, Minderwuchs, Herzfehler, psychomotorische Störungen, verminderter
Intellekt).
Die Symptome ähneln sich, wenn es zu einer Infektion während der
Schwangerschaft kommt. Auch hier bestehen erhöhte Risiken für den Fetus (Fötus), nicht selten wird dann zu einem
Abort (Abtreibung) geraten.
Bei der Labordiagnostik sind v.a. die Antikörper IgG, IgM und IgA nachweisbar und geben Aufschluss über die
Erkrankung. Zusätzlich zeigt sich eine Leukozytopenie (Verminderung der weißen Blutkörperchen),
mit Hilfe der Sonographie ist eine vergrößerte Milz erkennbar.
Eine Therapie zielt immer auf die Linderung der Symptome ab. Hier
dienen juckreizstillende, entzündungshemmende und fiebersenkende Mittel. Zusätzlich hilft Bettruhe. Bedingt durch
die hohe Infektiösität kurz vor bis kurz nach Ausbruch des Exanthems ist eine strikte Isolation des Erkrankten
ratsam.
Die Prävention (Vorbeugung) erfolgt in der Schulmedizin durch die kombinierte Impfung gegen Mumps, Masern und Röteln, die bereits im Kindesalter zum Einsatz kommt
und eine Auffrischung um das 14. Lebensjahr erhält. Besonders nicht entwickelte Länder und Regionen mit
schlechter Hygiene weisen heute noch eine erhöhte Krankheitsrate auf.

|