Röteln: Ansteckung,
Symptome, Verlauf
Röteln (Rubeola) sind eine, sich hauptsächlich im Kindesalter zeigende, hochansteckende Viruserkrankung, die
sich durch einen typischen Hautausschlag und geschwollene Lymphknoten äußert und die als meldepflichtige Erkrankung
gilt.
Das weltweit aktive Virus konnte durch präventive Impfmaßnahmen bei Kindern zwischen dem fünften und dem neunten
Lebensjahr in seiner Wirkung eingedämmt werden, so dass die Erkrankungsrate stark abnehmend ist.
Eine durchlebte Erkrankung führt zu einer lebenslangen Immunität. In seltenen Fällen kommt es auch zu
Komplikationen. Bei nahezu 50 Prozent aller Rötelninfektionen im Kindesalter zeigt sich ein symptomloser
Verlauf.
Das Virus wird über den Atemtrakt, durch Tröpfcheninfektion, aufgenommen und vermehrt sich hier in der
Schleimhaut. Bereits ein bis zwei Tage später (Inkubationszeit) zeigen sich die ersten leichten Symptome wie z.B.
Kopfschmerzen. Die Ausbreitung erfolgt lymphogen, dies führt ca. sieben bis 14 Tage nach Infektion zu den typischen
Schwellungen von Lymphknoten. Fünf bis neun Tage später zeigt sich das Exanthem, während eine Infektiösität des
Erkrankten maximal bis ca. drei Tage nach Ausbruch besteht.
Das Exanthem (Ausschlag) ähnelt im Aussehen den Flecken einer Maserninfektion, ist im
Unterschied dazu aber kleinfleckiger und nicht erhaben. Es beginnt hinter den Ohren, wandert über das Gesicht und
breitet sich letztendlich über den gesamten Körper aus.
Die Flecken verursachen einen starken Juckreiz, geschwollene Lymphknoten führen zu Hals-, Nacken- und
Ohrenschmerzen. Zusätzlich können die Augen gerötet sein (Konjunktivitis) und tränen, die Körpertemperatur ist
erhöht.
Komplikationen zeigen sich v.a. mit zunehmendem Alter, hier kommt es verstärkt zu einer
ausgeprägten Symptomatik. Besonders Frauen (ca. 60 Prozent) leiden an Arthralgien (Gelenkschmerzen), die sich durch
Schwellungen und Bewegungseinschränkungen im Bereich der Hand-, Finger- und Kniegelenke äußern.
Mit einer Häufigkeit von 1 zu 6000 Erkrankungsfällen tritt die postinfektiöse Enzephalitis
(Gehirnentzündung) in Erscheinung. Sie manifestiert sich durch Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen,
Nackensteifigkeit und Lethargie und führt bei ca. 20 Prozent zum Tod.
Durch die Röteln-Impfung von Mädchen vor der Pubertät soll das Gregg-Syndrom vermieden werden
(zeigt sich in Deutschland jährlich bei fünf bis zehn Kindern). Hierbei kommt es bei einer späteren
Schwangerschaft der in Kindertagen Infizierten zu einer Virusübertragung auf das Ungeborene,
wodurch folgenschwere Schäden und Fehlbildungen entstehen (u.a. Taubheit, Minderwuchs, Herzfehler, psychomotorische
Störungen, verminderter Intellekt).
Die Symptome ähneln sich, wenn es zu einer Infektion während der Schwangerschaft kommt. Auch hier bestehen
erhöhte Risiken für den Fetus (Fötus), nicht selten wird dann zu einem Abort (Abtreibung) geraten.
Bei der Labordiagnostik sind v.a. die Antikörper IgG, IgM und IgA nachweisbar und geben Aufschluss über die
Erkrankung. Zusätzlich zeigt sich eine Leukozytopenie (Verminderung der weißen Blutkörperchen), mit Hilfe der
Sonographie ist eine vergrößerte Milz erkennbar.
Eine Therapie zielt immer auf die Linderung der Symptome ab. Hier dienen juckreizstillende, entzündungshemmende
und fiebersenkende Mittel. Zusätzlich hilft Bettruhe. Bedingt durch die hohe Infektiösität kurz vor bis kurz nach
Ausbruch des Exanthems ist eine strikte Isolation des Erkrankten ratsam.
Die Prävention (Vorbeugung) erfolgt in der Schulmedizin durch die kombinierte Impfung gegen Mumps, Masern und
Röteln, die bereits im Kindesalter zum Einsatz kommt und eine Auffrischung um das 14. Lebensjahr erhält. Besonders
nicht entwickelte Länder und Regionen mit schlechter Hygiene weisen heute noch eine erhöhte Krankheitsrate
auf.
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