Scharlach: Ansteckung, Symptome, Verlauf, Impfung

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Scharlach (Scarlatina) ist eine, durch Tröpfcheninfektion (z.B. Niesen) übertragene, bakterielle Erkrankung, die sich meist im Kindesalter (Vorschul- und Schulalter) zeigt. Die auslösenden Bakterien sind Streptokokken, die durch ihre Varianten dazu führen, dass man im Leben mehrfach an Scharlach erkranken kann (bis zu fünf Prozent der Infizierten).

Nahezu 20 Prozent aller Menschen tragen den Erreger in sich, ohne jemals Scharlach zu bekommen (= symptomlose Keimträger). Sie können das Virus aber dennoch als übertragen. Scharlach gilt in einigen neuen deutschen Bundesländern als meldepflichtig, hier liegt die Inzidenz bei ca. 62 Erkrankungen pro 100.000 Einwohner.

Besonders die kalten Monate von Oktober bis März gelten als Infektions-hochzeit. Das Bakterium (Streptokokkus pyogenes) nutzt hohe Menschen-aufkommen, z.B. in der Schule, um sich großflächig auszubreiten. Die Inkubationszeit nach Übertragung beträgt bis zu vier Tage. Ohne ausreichende Therapie gelten Scharlacherkrankte bis zu vier Wochen nach Ausheilung noch als infektiös.

Scharlach zeigt sich in vielen Varianten (bedingt durch das wandlungsfähige Virus) mit jedoch meist typischen Symptomen:

Zu Beginn kommt es zu starken Kopfschmerzen und Halsschmerzen durch Pharyngitis, hinzu treten Schluckbeschwerden und steigendem Fieber (über 38,5 ° C). Sehr hohes Fieber (Hyperpyrexie) über 41° C tritt selten als Komplikation auf.  Zusätzlich können Appetitlosigkeit, Übelkeit, Bauchschmerzen und Erbrechen auftreten. Der Rachenraum ist dunkelrot, die Mandeln sind entzündet (siehe auch: Mandelentzündung) und weisen kleine gelb-weiße Punkte (Enanthem) auf, und geschwollene Lymphknoten des Halses.

Im Verlauf ist auch die Zunge belegt, die sich ab dem dritten Tag himbeerfarben und mit geschwollenen Zungenbläschen präsentiert (ähnelt dadurch einer Himbeere).

Der Hautausschlag im Gesicht, am Hals sowie auf Rücken und Brust beginnt ca. drei Tage nach Ausbruch im Bereich der Leistenregion, von dort ziehen die kleinen, leicht erhabenen und der Struktur von Sandpapier ähnelnden Flecken über den gesamten Körper. Der Ausschlag löst einen Juckreiz aus und verblasst nach zwei bis vier Tagen wieder. Die Mundregion wirkt weißlich-blass (Facies scarlatinosa). Meist beginnt sich einige Wochen nach Abheilung die Haut zu schuppen und großflächig abzuschälen, dabei werden aber keine Narben hinterlassen.

Komplikationen zeigen sich immer dann, wenn keine ausreichende Therapie angewendet wird. Dann kann es relativ zügig nach überstandener Erkrankung zu Störungen im Bereich des Herzens (z.B. Myokarditis = Herzmuskelerkrankung = Herzerkrankungen) oder der Nieren = Nierenkrankheiten (u.a. Glomerulonephritis = Entzündung im Bereich der Nierenkörperchen) kommen. Auch rheumatisches Fieber entwickelt sich (Inzidenz 1 von 5000 Erkrankten), was u.a. zu lebenslangen Problemen im Bereich von Gelenken führen kann.

Die Entzündung der Mandeln (Mandelentzündung) kann sich auf die Nebenhöhlen und das Mittelohr ausweiten und dort zu Sinusitis (Nasennebenhöhlenentzündung) oder Otitis media (Ohrenentzündung) führen. Bei einem Prozent der Scharlachinfizierten kommt es zu einer akuten Sepsis (Blutvergiftung), die die Gefahr von Meningitis (Hirnhautentzündung) oder Hirnvenenthrombose birgt.
Sehr selten entwickelt sich ein durch Bakterientoxine verursachter Kreislaufschock (Kreislauferkrankungen), der letal enden kann.

Die Inspektion des Erkrankten liefert meist schon eindeutige Ergebnisse. Zusätzlich erfolgen der Nachweis von Streptokokken mit Hilfe eines Schnelltests (Abstrich von den Mandeln) sowie der Antikörpernachweis im Blut (Blutwerte).

In der Schulmedizin gilt das Antibiotikum Penicillin als Mittel der Wahl (bzw. bei Unverträglichkeit ein analoges Präparat), welches über einen Zeitraum von zehn Tagen eingenommen werden muss. Hierdurch werden die Symptome gelindert und die Infektiösität eingedämmt, zusätzlich minimiert das Antibiotikum das Risiko einer Folgeerkrankung.

Bettruhe, fiebersenkende Medikamente, weiche Speisen und warme Getränke sowie eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr unterstützen den Heilungsprozess, bei dem Scharlach in der Regel folgenlos ausheilt. Erkrankte Kinder sollten möglichst isoliert werden, um Tröpfcheninfektionen zu vermeiden. Die Patienten dürfen auch nicht das Haus verlassen und müssen überwiegend Bettruhe einhalten.

Umschläge mit lauwarmem Apfelessig können den quälenden Hautausschlag mildern. Die Heillösung kann mit etwas Cayennepfeffer ergänzt werden. Einreibungen der gestressten Haut-Partien mit Heilölen bestehen am besten aus einem Trägeröl aus Oliven oder Mandeln mit 2 % Lavendelöl.

Gegen die Halsschmerzen hilft ein Tee aus Himbeerblättern und Minze, gesüßt mit etwas Honig. Am besten trinkt der Patient die Zubereitung dreimal täglich, was auch zur Flüssigkeits-Bilanz beiträgt. Auch Zitronentee hat sich bewährt. Die Mahlzeiten des Kranken sind Suppen und weiche Lebensmittel wie Weißbrot und Früchte (z. B. Bananen).

Inhalationen mit heißem Wasserdampf lindern die Reizungen der Nasen-Rachen-Schleimhäute. Die Anwendung enthalten idealerweise Zusätze mit milden ätherischen Ölen wie Lavendel-Extrakt. Das Pflanzenöl wirkt auch anitbakteriell.

Frische Luft unterstützt die Heilung, es darf aber nicht zugig sein und die Kranken sollen sich warm halten. Unzumutbare Reizungen mit Zigarettenqualm sind strikt zu vermeiden.

Dieser Beitrag wurde letztmalig am 30.03.2017 aktualisiert