Bauchspeicheldrüsenkrebs: Symptome, Verlauf, Therapie und
Lebenserwartung
Das Pankreaskarzinom ist der häufigste maligne Tumor der Bauchspeicheldrüse, gilt insgesamt betrachtet aber als
relativ selten (ca. zwei bis drei Prozent aller bösartigen Tumoren).
von: René Gräber - Heilpraktiker und
Gesundheitspädagoge
Es weist eine Altersabhängigkeit auf und entwickelt sich vor allem zwischen dem 60. und 80. Lebensjahr, wobei
Frauen später erkranken als Männer. Jährlich lassen sich in Deutschland ca. 13.000 Neuerkrankungen
diagnostizieren.
Obwohl der Tumor eher selten in Erscheinung tritt, stellt er bei Frauen die vierthäufigste und bei Männern die
fünfthäufigste Todesursache bei Krebserkrankungen dar.
In über 95 Prozent entwickelt sich der Tumor im Bereich des Pankreaskopfes (Pankreaskopfkarzinom), wo die
Produktion und Sekretion von an der Verdauung beteiligten Enzymen stattfindet (= exokriner Anteil). Der endokrine
Anteil des Pankreas dient der Produktion von Hormonen (unter anderem Insulin und Glukagon). Hier findet sich der
Tumor jedoch relativ selten, z.B. in Form eines Insulinoms.
Die Entstehung des Pankreaskarzinoms gilt auch in der Schulmedizin als noch nicht vollständig
erforscht. Es zeigen sich jedoch die Entartung stark begünstigende Faktoren: Hierzu zählen vor allem der Genuss von
Alkohol oder auch Nikotin. Daneben fördern eine ungesunde Ernährung (fettreich) sowie starkes Übergewicht
(Adipositas = Fettleibigkeit) die Entstehung. Eine familiäre Häufung ist nachgewiesen, ebenso das vermehrte
Auftreten bei Diabetikern (Diabetes
mellitus) und bei chronischer Pankreatitis (Bauchspeicheldrüsenentzündung).
Diskutiert wird daneben der Einfluss durch den Kontakt mit giftigen Stoffen (z.B. Chemikalien).
Im Frühstadium zeigen sich nur selten Beschwerden. Hier kommt es eher zu uncharakteristischen Symptomen wie z.B.
unklaren Oberbauchbeschwerden, Druck in der Magengegend, Völlegefühl, Appetitlosigkeit oder Verdauungsproblemen. In
seltenen Fällen ist hier bereits ein Gewichtsverlust zu bemerken.
Mit fortlaufender Erkrankung nehmen die Anzeichen zu. Das Pankreaskopfkarzinom führt vor allem zu einer
Gelbfärbung (Ikterus) der Haut und der Skleren (Augenweiß). Daneben kommt es zu zunehmenden Schmerzen im Oberbauch, einem Juckreiz der Haut (bedingt durch den Ikterus), einer starken
Beeinträchtigung der Verdauung (z.B. in Form von Durchfällen), Übelkeit und Erbrechen, Aszites (Flüssigkeitsansammlung in der freien
Bauchhöhle), Courvoisier-Zeichen (tastbar vergrößerte, schmerzfreie Gallenblase), einer starken Gewichtsabnahme
(trotz der Flüssigkeit im Bauchraum) sowie in seltenen Fällen (in ca. fünf Prozent) zu ausgeprägten
Thrombophlebitiden (oberflächliche Venenentzündung), z.B. im Bereich der Milzvene.
Durch Metastasierungen und Verdrängung von Organen in der Umgebung des Pankreas kann es auch zu Beschwerden im
Bereich der Wirbelsäule kommen, hier zeigen sich starke Rückenschmerzen.
Je früher die Erkrankung diagnostiziert wird, desto besser gestalten sich die Therapiemöglichkeiten. Neben der
Anamnese, Inspektion und Palpation der Pankreasregion werden verschiedene Untersuchungsmethoden angewandt. Hierzu
zählen das Blutbild (z.B. Tumormarker), CT, MRT, Röntgen (unter
anderem Thoraxaufnahme), die Sonographie des Bauchraumes und eine ERCP (endoskopisch-retrograde
Cholangiopankreatikographie = Untersuchung des Gallen- und des Pankreasganges). Durch eine Biopsie können
Gewebeproben histologisch ausgewertet werden, die diagnostische Laparoskopie dient der Sicherung der Diagnose.
Die Therapie richtet sich nach dem Stadium der Erkrankung und dient in den meisten Fällen (vor allem bei
Metastasierung) nur der Linderung der Symptome bzw. der Verbesserung der Lebensqualität (=palliative Maßnahmen).
Der Tumor (gesamter Pankreaskopf) sowie angrenzende Strukturen werden in einer aufwendigen Operation entfernt (= OP
nach Whipple). Zu den angrenzenden Strukturen zählen die Gallenblase, das Duodenum (Zwölffingerdarm), die Milz,
regionale Lymphknoten und Teile der Gallengänge und des Magens. Anschließend erfolgen Chemo- oder Strahlentherapie,
in einigen Fällen wird auch die Kombination beider Methoden genutzt.
Der Verlust des Pankreaskopfes hat zur Folge, dass keine Verdauungsenzyme mehr gebildet werden. Diese müssen im
Anschluss oral zugeführt werden. Bei Exzision des gesamten Organs beeinflusst dies den Zuckerhaushalt, so dass auch
eine Insulinpflicht hinzukommt.
Die mittlere Überlebensrate des im Pankreaskopf lokalisierten Karzinoms liegt bei sechs Monaten, die
Fünf-Jahres-Überlebensrate bei nur zwei Prozent.

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